21.11.2017

Swiss ID

Neun Firmen lancieren gemeinsam die E-ID

Wie der herkömmliche Pass oder die Identitätskarte – auch im Internet sollen sich Schweizer künftig ausweisen können. Dazu gründen der Bund und die SBB, Post, Swisscom, Mobiliar, Credit Suisse, UBS, Raiffeisen, ZKB und Six ein neues Unternehmen.
Swiss ID: Neun Firmen lancieren gemeinsam die E-ID
Neun CEOs sitzen am langen Tisch. Sie erklärten an einer Medienkonferenz am HB Zürich im Zusammenhang mit dem Digitaltag die Gründung eines neuen Unternehmens, der Swiss Sign Group. (Bild: eh.)
von Edith Hollenstein

Schweizerinnen und Schweizer sollten sich online identifizieren können. Um die elektronische ID möglich zu machen, gründen neun Schweizer Firmen ein gemeinsames Unternehmen: die Swiss Sign Group. Mit von dieser Firma ermöglichten Projekten sollen künftig finanzielle Transaktionen bei jeglichen Banken, Händlern oder Steuererklärungen nur noch mit der E-ID durchgeführt werden.

Die wichtigsten Eckpunkte zur am Dienstag lancierten elektronischen ID im Überblick:

  • Investitionsvolumen: zweistelliger Millionenbetrag von den neun Partnern.
  • Beteiligung staatsnahe Betriebe Post, SBB und Swisscom: 45 Prozent; Banken und Six: 45 Prozent, Versicherungen: 10 Prozent.
  • Der Bund soll die amtliche Prüfung einer Person übernehmen.
  • Als erstes startet die Post mit der «Swiss ID».
  • Die SBB will im nächsten Jahr die Kunden auf das neue System migrieren.
  • CEO des neuen Unternehmens Swiss Sign ID wird Markus Näf, bislang CEO der Swiss Sign AG.
  • Swisscom will die elektronsche Unterschrift und die elektronische Identifizierung ermöglichen, sodass digitale Vertragsunterzeichnungen möglich sein werden, sagt Urs Schaeppi, CEO der Swisscom.
  • Die Daten sollen in der Schweiz bleiben, sie werden nicht monetarisiert. Es soll grösstmögliche «Blindness» gewährleistet sein, verspricht Swiss-Sign-Group-CEO Näf.
  • «Das Projekt ist kostspielig. Uns lenken dabei keine Gewinnabsichten», sagt Lukas Gähwiler, VR-Präsident UBS Schweiz.
  • «Das ist ein historischer Durchbruch für die digitale Schweiz, ein Projekt, das die Schweiz prägen wird», sagt Susanne Ruoff, CEO der Post.
  • «Die E-ID muss offen sein, sodass auch andere Unternehmen als die an der Firma beteiligten dabei sein können», so Urs Schaeppi, CEO der Swisscom.
  • Mögliche Anwendung I: Wenn eine Kunding bei einem Onlineportal (blick.ch oder 20min.ch) einen Kommentar absetzen will, kann sie sich mit der Swiss ID einloggen.
  • Mögliche Anwendung II: Eine Person kann sich gegenüber Coop oder Digitec ausweisen und ausweisen, dass man über 18 Jahre ist, damit Online Wein- oder Filmkäufe möglich sind.
  • Mögliche Anwendung III: Die Steuererklärung online unterzeichnen.
  • Swiss Sign bietet mit den Daten ein Fundament für E-Voting und E-Health. Entsprechende Angebote sollen aber nicht selber entwickelt werden.

 

Das wichtigste zum Politischen*: Die Herausgabe der elektronischen Identität durch Private stösst nicht auf uneingeschränkte Zustimmung. Der Bundesrat hat jedoch vor einer Woche entschieden, daran festzuhalten. Er will bis im Sommer einen Gesetzesvorschlag ausarbeiten. Danach ist das Parlament am Zug. Im Falle eines Referendums hat das Volk das letzte Wort.

 

*Informationen der Nachrichtenagentur SDA

 

 

 

 



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