08.02.2018

Swiss Music Awards

Erfolgreiche Premiere von «SMA presents»

Die Veranstaltung ist am Mittwoch unter dem Titel «Hat die Schweizer Popmusik ein Frauenproblem?» über die Bühne.
Swiss Music Awards: Erfolgreiche Premiere von «SMA presents»
Hielt im Kosmos die Eröffnungsrede: die Zürcher Stadtpräsidentin Corine Mauch. (Bild: zVg.)

Bereits im Vorfeld sorgte die neue Veranstaltung «SMA presents: Hat die Schweizer Popmusik ein Frauenproblem?» für bisweilen kontroverse Diskussionen. Auch die Zürcher Stadtpräsidentin Corine Mauch sprach in ihrer Eröffnungsrede am Mittwochabend im Zürcher Kulturhaus Kosmos klare Worte: «Frauen sind in der Schweizer Popmusikszene massiv untervertreten, zum Beispiel in den Charts oder in den Line-ups von grossen Festivals oder Clubs.» Sie erwarte gerade von einflussreichen Institutionen wie den Swiss Music Awards, dass sie Frauen die verdiente Bühne und Ehre geben würden, wie es in einer Mitteilung heisst.

Oliver Rosa, Executive Producer der SMA und Panelteilnehmer, begrüsste diese Aufforderung: «Die Untervertretung von Frauen ist ein reelles Problem in der Schweizer Musikszene. Wir möchten es darum nicht nur bei diesem Abend belassen.» SMA-Veranstalterin Claim Event und der offizielle Preisverleiher Press Play würden sich im März mit dem Förderverein Helvetiarockt treffen, um konstruktive Lösungsstrategien zu suchen und diesem genderbedingten Missstand entgegenzutreten.

Sängerin Brandy Butler, Vorstandsmitglied von Helvetiarockt und Panelteilnehmerin, sprach sich bewusst für eine Frauenquote aus: «Bei jedem Ziel, das wir erreichen wollen, brauchen wir verbindliche Kriterien. Genderquoten dienen als Messkriterium auf unserem Weg zur Gleichstellung.»

In der zweiten Gesprächsrunde (siehe Video unten) setzten sich die Branchenleute Julie Born (Managing Director Sony Music Switzerland/Verein Press Play), Marion Meier (Booking Zürich Openair), Oliver Rosa (Executive Producer SMA/Claim Event AG) und Niklaus Riegg (Stadt Zürich, Ressortleitung Jazz, Rock,Pop) in einer angeregten Diskussion mit dem Publikum mit der Frage auseinander, wie eine Geschlechterparität in Zukunft möglich sei.

Der neue SMA-Side-Event stand aber nicht nur im Zeichen der beiden Panels, sondern auch als Plattform für vielversprechendes Schweizer Musikschaffen von jungen Frauen. Ursina und Ikan Hyu spielten je ein Live-Set im Kinosaal 1 des Kosmos. Bei einem Live-Electronica-Set der Künstlerin Sensu konnten die Besucher den Abend ausklingen lassen. (pd/cbe)



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Kommentare

  • Klaey Tim, 09.02.2018 09:19 Uhr
    Ich schlage vor, dass von den 20 Prozent Schweizer Musik, die die SRG täglich gemäss Verordnung vom Bund spielen muss (Zwangsmusik) mindestens die Hälfte weiblich sein muss. Dies fördert die musikalische Vielfältigkeit, und neben der täglich schrecklichen Gölä-Peter Reber-Michael von der Heide -Ration kann man die krächzende Eliane noch mehr rauf und runter spielen. Im Ernst: Es gibt ja schon gute Schweizer Musik, ich denke an Züri West, oder an Stefan Eicher. Aber leider machen viele Schweizer Musiker nicht unbedingt die beste Musik, auch wenn es eine "Förderung" gibt. Es ist eine Zumutung, die viele Schweizer Musik, die im Schweizer Radio SRF täglich gespielt wird. Vor allem, weil es immer die gleichen Verdächtigen sind. Eben: Gölä, Eliane, Marc Sway, Peter Reber, Florian Ast, Kunz etc.... das ist nicht speziell, sondern höchst langweilig! Immer das Gleiche. Ich finde, wenigstens bei der Musik, die im Radio gespielt wird, sollte der Markt spielen, resp. die Bedürfnisse der Schweizer Radiohörer berücksichtigt werden. Was uns das Radio bietet, ist ein seichter Einheitsbrei von langweiliger Schweizer Musik. Heute übrigens spielt das Schweizer Radio den ganzen Tag nur Schweizer Musik. Einfach schrecklich!
  • Roman Widmer, 09.02.2018 14:18 Uhr
    Ist die Gender-Debatte nun bei der Popmusik angelangt? Entscheidend sind starke Stimmen und fette Sounds. Und nicht, ob Frau oder Schweizer-Herkunft. Man hört es in den SRG-Sendern. Da sie 20 % CH-Musik spielen müssen, bringen sie oft mittelmässig gute Musik. Hört endlich auf mit dieser "Förderung".

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