08.01.2018

Golden Globe

Preise für starke Frauenrollen

In Schwarz gekleidet sagten die Promis dem Sexismus den Kampf an. Der Film «Three Billboards Outside Ebbing, Missouri» erhielt vier Globes.
Golden Globe: Preise für starke Frauenrollen
Die Schauspielerin Frances McDormand wurde zur besten Hauptdarstellerin gekürt. (Bild: Keystone)

Es war Hollywoods Nacht der starken Frauen in schwarzen Roben: Die 75. Golden-Globe-Gala war eine leidenschaftliche Kampfansage an Sexismus, Missbrauch und Benachteiligung. Die Preise gingen an Filme mit starken Frauenrollen und einer politischen Botschaft. Die Geschichte einer kämpferischen Mutter, die endlich den Mord an ihrer Tochter aufgeklärt haben will und dabei auf Polizeiwillkür und Rassismus stösst, war der Abräumer des Abends.

Für den Film mit dem sperrigen Titel «Three Billboards Outside Ebbing, Missouri» von Regisseur Martin McDonagh gab es vier Globes, darunter den Top-Preis als bestes Drama und die Auszeichnung für Frances McDormand als beste Hauptdarstellerin. «Es gibt keinen Weg zurück. Nein, wir gehen nur nach vorne», jubelte McDormand Backstage nach ihrem Sieg mit Blick auf den Wandel, der im Zuge der #MeToo-Bewegung gerade in Hollywood geschieht.

Promis in Schwarz

Das wurde schon vor der Preisgala auf dem roten Teppich deutlich, der diesmal eher ein «schwarzer Teppich» war. Denn statt Farbe und Glitter trugen die Promis Schwarz, solidarisch als Protest gegen sexuellen Missbrauch. Stars wie Emma Watson und Michelle Williams wurden von Frauen-Aktivistinnen zu der Gala begleitet, darunter Tarana Burke, die die #MeToo-Bewegung gegen sexuelle Übergriffe gestartet hatte. Auf der Bühne ging die Kampfansage unvermindert weiter. «Ich möchte, dass heute alle Mädchen wissen, dass ein neues Zeitalter am Horizont anbricht», sagte die US-Entertainerin Oprah Winfrey in ihrer Dankesrede nach Empfang des Ehrenpreises für ihr Lebenswerk.

Oscar-Kandidat Fatih Akin

Der starke Auftritt der deutschen Schauspielerin Diane Kruger in Fatih Akins «Aus dem Nichts» mag auch dazu beigetragen haben, dass die Juroren das NSU-Drama zum besten Auslandsfilm krönten. Der Hamburger Regisseur dankte Kruger auf der Bühne: «Das ist deine, das ist unsere», jubelte er mit der Trophäe in der Hand. Der Film über einen Anschlag von Neonazis auf einen Kurden in Hamburg ist auch der deutsche Oscar-Kandidat.

Akins Triumph bei den Globes könnte nun seine Chancen für eine Nominierung noch verbessern. Die Oscar-Anwärter werden am 23. Januar bekanntgegeben. Auch die mit zwei Globes ausgezeichnete Tragikomödie «Lady Bird» gilt als sicherer Kandidat für Hollywoods höchsten Preis. Das ist auch dem starken Auftritt der irisch-amerikanischen Schauspielerin Saoirse Ronan zu verdanken, die darin eine rebellische Schülerin spielt. Regisseurin Greta Gerwig war zu Tränen gerührt, als ihr Werk zur besten Komödie gekürt wurde. Der Globe für die beste Regie ging an Guillermo del Toro für «The Shape of Water».

Fernsehpreise

Auch bei den ebenfalls vergebenen Fernsehpreisen standen die Frauen im Rampenlicht: So gewann etwa die dystopische Romanverfilmung «The Handmaid's Tale» nach Margaret Atwood als beste Drama-Serie, Hauptdarstellerin Elisabeth Moss wurde beste Schauspielerin. Bei den Miniserien bekam «Big Little Lies» vier Auszeichnungen, darunter den Hauptpreis als beste Reihe in dieser Kategorie und den für Nicole Kidman in der weiblichen Hauptrolle.

«The Marvelous Mrs. Maisel» über eine aufstrebende Komikerin im New York der 1950er-Jahre wurde beste Comedy-Serie, und Hauptdarstellerin Rachel Brosnahan durfte sich ebenfalls über eine Auszeichnung freuen. Weitere Schauspielerpreise gingen unter anderem an Sterling K. Brown («This is us»), Ewan McGregor («Fargo») und Aziz Ansari («Master of None»). Die Golden Globes gehören zu den angesehensten Preisen in Hollywood. Sie gelten als wichtige Vorboten für die Oscars, die in diesem Jahr Anfang März verliehen werden. (sda/apa/dpa/afp/wid)



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