24.05.2018

Suisa

Über 130 Millionen für Urheber von Musik

Erstmals überholt die Online-Nutzung von Musik die physischen Tonträger. Davon profitieren vor allem Plattformen und nicht Komponisten oder Musikverleger.
Suisa: Über 130 Millionen für Urheber von Musik
Von der Online-Nutzung profiteren Komponisten oder Musikverleger nicht, sondern die Internetplattformen: Der Dienst Spotify auf einem Smartphone. (Bild: Keystone/DPA/Daniel Bockwoldt)

131,4 Millionen Franken kann die Verwertungsgesellschaft Suisa heuer an Urheber und Verleger von Musik ausschütten. Das sind 2,5 Millionen mehr als letztes Jahr. Erstmals hat dabei die Online-Nutzung von Musik die physischen Tonträger überholt. Leider profitierten von dem Online-Wachstumsmarkt vor allem die Internetplattformen und nicht die Komponisten, Textautoren und Musikverleger, bedauert die Suisa in einer Mitteilung vom Donnerstag.

Bei der Online-Nutzung von Musik hat Suisa 2017 die Einnahmen von 6,1 Millionen Franken im 2016 auf 7,9 Millionen Franken gesteigert. Analog zur weltweiten Entwicklung machen die Einnahmen aus dem Musik-Streaming den grössten Teil des Online-Geschäfts aus und beliefen sich letztes Jahr laut Verwertungsgesellschaft auf 5 Millionen Franken.

Urheber profitieren kaum vom Streaming-Boom

Die Suisa setzt sich zusammen mit anderen Schweizer Verwertungsgesellschaften dafür ein, dass auch die Kulturschaffenden und nicht nur grosse internationale Technologiefirmen vom Streaming-Boom profitieren. Bei der laufenden Urheberrechtsrevision sollen faire Rahmenbedingungen für Komponisten, Textautoren und Verleger von Musik geschaffen werden.

Zudem will die Suisa gemäss eigenen Angaben das Lizenzgeschäft für ihre Mitglieder bei der Online-Nutzung stärken und die Online-Rechte auf eine weltweite Wahrnehmung ausdehnen. Sie hat zu diesem Zweck letztes Jahr zusammen mit der US-Gesellschaft Sesac das Joint Venture Mint Digital Services gegründet.

Mehr Privatkopien

Ausser im Online-Geschäft hat die Suisa auch bei den Vergütungen für Privatkopien zugelegt - eine Million Franken, was einer Steigerung von 10 Prozent entspricht. Zu verdanken ist das einerseits der höheren Speicherkapazität von Leerträgern und andererseits den Settop-Boxen, mit denen beim Digitalfernsehen immer mehr Privatkopien hergestellt werden. Sende- und Aufführungsrechte machten 47,9 Prozent respektive 66,7 Millionen Franken aus, etwa gleich viel wie letztes Jahr.

Die Vergütungen aus dem Schweizer Konzertmarkt - 46,9 Millionen Franken - stieg leicht um 1 Prozent. Die Verwaltungskosten betrugen 12,41 Prozent. Von 100 eingenommenen Franken konnte die Verwertungsgesellschaft also über 87 Franken an Urheber und Musikverleger ausschütten. (sda/wid)



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