02.04.2017

ADC Awards 2017

«Der Lichtfries von iart ist grandiose Kommunikation»

Fünf Gold-Würfel verteilte der Art Directors Club (ADC) am Samstag anlässlich der Award Night mit Gala in Oerlikon. ADC-Präsident Frank Bodin zeigt sich am Tag danach nicht zufrieden mit dem Niveau der Arbeiten. Dennoch habe es einen Überraschungs-Überflieger gegeben.
ADC Awards 2017: «Der Lichtfries von iart ist grandiose Kommunikation»
ADC-Präsident Frank Bodin während seiner Rede am Samstagabend anlässlich der ADC Award Night in der Halle 622 in Zürich-Oerlikon. (Bilder: ADC/Jan Bolomey)
von Edith Hollenstein

Herr Bodin, am Sonntagmorgen nach einer wohl langen ADC-Nacht: Was hallt besonders stark nach?
Einhörner und ein kleiner Kater.

Wie zufrieden sind Sie mit dem Jahrgang?
Meine Aufgabe als ADC-Präsident wie auch als Agentur-Chef ist es, unzufrieden zu sein. Nur so kommen wir weiter. Weltklassearbeiten hat es dieses Jahr nur ganz wenige, wenn überhaupt. Ein Grund mehr, hungrig auf mehr zu sein.

Hat Sie dennoch eine Arbeit speziell überrascht?
Der Lichtfries für das Kunstmuseum Basel von iart. Das ist grandios gedachte und gemachte Kommunikation am Bau. Dass eine Architekturarbeit Gold in der Kategorie Creative Media gewinnt, zeigt, dass wir mit der Neupositionierung des ADC vom ehemaligen «Werberclub» zur Vereinigung der führenden Kreativen der Kommunikationswirtschaft auf dem richtigen Weg sind.

«Es wurde hitzig diskutiert», sagten Sie laut Mitteilung über die Jurierung. Können Sie uns etwas konkreter sagen, welches die strittigen Punkte waren?
Die Jurierung ist kein Geheimnis, sondern öffentlich. Davon machen immer mehr Interessierte Gebrauch. Was den Besuchern sofort auffällt: Wie diszipliniert und fundiert in der Jury gerungen, argumentiert, diskutiert wird. Die Gold-Jury brauchte neun Stunden, um 72 Arbeiten zu beurteilen. Dabei sind die Diskussionen so unterschiedlich wie die Arbeiten. In meiner Rede anlässlich der Preisverleihung hatte ich angedeutet, dass es auch Grundsatzdiskussionen gab zur Relevanz von Arbeiten von kleineren Kunden.

Wie stehen die Chancen für Cannes, wer kann sich Hoffung machen?
Cannes ist unberechenbarer denn je. Aber ich hoffe, dass iart den Lichtfries für das Kunstmuseum Basel in Cannes einreicht. Das ADC-Silber für Hiltl von Ruf Lanz – die Anzeigen mit dem Rüebli im Hasen im Fuchs – könnte der Jury in Cannes schmecken. Vielleicht noch die «Backwords» von Havas. «Bandenbingo» und «Unskippable Ads» wurden bereits vergangenes Jahr ausgezeichnet. 2016 ist in meinen Augen kein Weltklassejahrgang.

Welche Erfahrungen haben Sie mit der zweiten Austragung der Creative Week gemacht? 
Ich kann es nicht genug unterstreichen: Der ADC ist das Qualitäts-Label zur Förderung von Kreativität, wovon letztlich unsere Auftraggeber profitieren. Ein wichiger Bereich nebst der Jurierung ist der ganze Aus – und Weiterbildungsbereich wie zum Beispiel mit dem Young ADC und der neuen AdSchool. Zentral ist auch die Zusammenarbeit mit der ZHDK, und ich kann nicht genug allen daran Beteiligten danke dafür sagen, dass die öffentliche Jurierung und die Creative Week ein derartiger Erfolg wurde. Die Besucherzahlen sprechen für sich.

Das geht also nächstes Jahr so weiter.
Ja, selbstverständlich möchten wir dies nächstes Jahr fortführen.

Und die Award-Gala: Wie zufrieden sind Sie mit dem neuen Konzept?
Ich freue mich wie ein Einhorn über das diesjährige Konzept. Ich hatte mit Dennis Lück vorab ein dreistündiges Briefing-Gespräch mit einigen Bierchen. Und er hat das Briefing zumindest in meinen Augen mehr als erfüllt – Danke Dennis und allen, die das auf die Beine gestellt haben. Der ADC ist Gralshüter von grossen Ideen, die Mitglieder stehen für Fantasie und Verrücktheit. Wir wollten ein entsprechend buntes Fest der Kreativität. Nächstes Jahr gibt es wieder etwas Neues. Mal schauen, was uns einfällt.

Welchen Rat geben Sie als ADC-Präsident den Agenturen für das angebrochene Kreativjahr 2017?
Do it, with love.

 

 



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