13.02.2017

LSA

Mit realistischen Kampagnenzielen gegen Ad Fraud

Der Verband Leading Swiss Agencies erklärt, wie die Branche den Fake Traffic in Schach halten kann.

Durch Klickbetrug entsteht weltweit ein Schaden in Milliardenhöhe. Laut Mark Forster vom Schweizer Mobile-Technologie-Unternehmen Adello ist Ad Fraud vor allem im Video-Bereich hoch. Bis zu 70 Prozent aller Video-Zugriffe seien Fake, sagte er kürzlich im Gespräch mit persoenlich.com. Anfang Februar diskutierten im Impact Hub im Zürcher Kreis 5 mehrere Experten über das Thema (persoenlich.com berichtete).

Ad Fraud sei ein Thema, auch im Verband. Aber nicht jeder Traffic sei fake. Gemäss einer jüngsten Schätzung müsse man in 5 von 100 Fällen von Fraud sprechen, sagt Roman Hirsbrunner, Präsident des Verbands Leading Swiss Agencies (LSA), gegenüber persoenlich.com. 

Hirsbrunner

Konkreter meldet sich am Montag der LSA über eine Mitteilung zu Wort. Der Verband informiert darüber, wie Ad Fraud durch realistische Kampagnenziele und Media-Profis in Schach gehalten werden könne. Ad Fraud lasse sich auf jeder werbefinanzierten Website finden und betreffe jeden Werbekunden. Das Zukaufen von Traffic sei für Websites mit Vermarktungsdruck ein branchenweit akzeptiertes Mittel.

Selbst Publisher, die sich aktiv gegen Fraud-Traffic wehren, sind laut dem LSA verwundbar. Denn viele Bots besuchen Premium Websites, um Cookies und Profile zu sammeln, die dann wiederum in Netzwerken angeboten werden und treiben so den Website-Traffic künstlich in die Höhe.

Gutes Partnermanagement

Nicht das selektive Ausschliessen von einzelnen Anbietern, sondern das selektive Einsetzen seriöser Partner verbessert die Brand Safety in Bezug auf unpassende Umfelder und senkt den Ad-Fraud-Anteil. Zudem erhöht sich Ad Fraud nicht automatisch bei programmatischem Einkauf; wer auf ein Netzwerk vertraut, welches vor allem auf Private Deals setzt, kann dem Fraud sehr gut vorbeugen.

Die führenden Mediaagenturen der Schweiz und Mitglieder von Leading Swiss Agencies seien sich der Problematik sehr wohl bewusst. Sie klärten ihre Kunden auf, welche Gefahren sich zum Beispiel hinter Open-Marketplaces verbergen könnten. Solche Netzwerke sind dann geeignet, wenn es sich um Performance und Retargeting Kampagnen handelt, die Leads generieren oder Kontakte ein zweites Mal erreichen wollen.

Digitale Kampagnen sinnvoll planen

Nicht alle Werbeumfelder passen zum Image einer Marke. Es reichen manchmal wenige Einblendungen im falschen Kontext, um einer Marke zu schaden. Umso wichtiger sei es für Werbeauftraggeber und ihre Mediapartner Online-Werbung mit erreichbaren Kampagnenzielen, realistischer Einschätzung der Kostenstruktur und im Einklang mit der gesamten Kommunikationskampagne einzusetzen. Werbeauftraggeber sollten keine illusorische Kampagnenergebnisse und Pricings von ihren Partnern erwarten.

Man werde immer jemanden finden, der Impressions, Clicks, Website-Traffic, Likes, Shares oder Views zu unschlagbaren Preisen anbiete. Es gebe immer wieder Werbeauftraggeber, welche vor allem günstig einkaufen wollten und die Agenturen dazu anhalten würden, genau dies zu tun. Das unter dem Preis die Qualität leidet, Fraud zunimmt und die Anzeigen auch auf ungewollten Seiten erscheinen, sollte dann keine Überraschung mehr sein, schreibt der LSA.

Unterschiedliche Technologienanbieter bieten Produkte an, um den Fraudanteil zu messen oder verhindern. Jede Technologie verfügt jedoch über eine unterschiedliche Methodik. Daher sollte man stets eine Lösung zur Verhinderung und Messung von unterschiedlichen Technologieanbietern zur Überprüfung verwenden. Dabei wird ein Technologieanbieter prebid zur Verhinderung der Auslieferung und ein weiterer Technologieanbieter postbid zur Überprüfung der Auslieferung verwendet.

Wenn Werbeauftraggeber und Mediaagenturen in enger Zusammenarbeit gemeinsam gegen Ad-Fraud vorgehen, werden sie besser dagegen gewappnet sein. Die LSA-Agenturen haben bereits grosse Fortschritte gemacht und sind stetig dabei sich mit vorwärts gerichteten Lösungen weiter zu verbessern. (pd/wid)



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