06.02.2018

persönlich-Talk

«Reichweite kommt nur von gewisser Qualität»

Die SRG sei eine wichtige Plattform für Werber, sagte ADC-Präsident Frank Bodin an einer Podiumsveranstaltung. Dort diskutierten auch Gregor Rutz, Roger Schawinski und Matthias Müller mit. Die besten Aussagen im Video.
persönlich-Talk: «Reichweite kommt nur von gewisser Qualität»
Diskutierten über «No Billag» (v.l.): Frank Bodin, Roger Schawinski, Matthias Ackeret, Matthias Müller und Gregor Rutz. (Bilder: Adrian Bitzi)
von Christian Beck

Eines vorweg: Das Podiumsgespräch am Montag im Zürcher Kulturhaus Kosmos war um einiges gesitteter als die Abstimmungs-«Arena» vom letzten Freitag. Der Einladung von «persönlich» und persoenlich.com folgten rund 160 Gäste. Unter der Leitung von «persönlich»-Verleger und Chefredaktor Matthias Ackeret diskutierten auf dem Podium Roger Schawinski (Medienpionier und Buchautor «No Billag?»), Gregor Rutz (Nationalrat SVP), Frank Bodin (CEO Havas Zurich und Präsident ADC) sowie Matthias Müller (Vizepräsident Jungfreisinnige Schweiz).

Auf die Frage, was sein Motiv gewesen sei, für die Gegner der No-Billag-Initiative Werbespots zu kreieren, antwortete Frank Bodin: «Es ist ein Unterschied, ob ich im Hallenstadion auftreten kann oder im Kellertheater Würenlos.» Ohne etwas gegen das Kellertheater Würenlos zu haben: Grosse Reichweite sei von einer gewissen Qualität abhängig, so Bodin. Deshalb sei die SRG eine wichtige Plattform für Werber.


Es brauche jedoch nicht so viele Sender wie heute, sagte SVP-Nationalrat Gregor Rutz. Als Beispiel nannte er Radio SRF Musikwelle. «Die Musikwelle wurde gegründet, nachdem vier Jahre zuvor Radio Eviva den Betrieb aufnahm. Warum muss über Gebühren ein identisches Konkurrenzprodukt zu einem privaten Anbieter etabliert werden?» Das sei nicht seine Vorstellung einer liberalen, demokratischen Gesellschaft, so Rutz.

Video produziert von Shortclip.ch

Matthias Müller, Vizepräsident der Jungfreisinnigen Schweiz, sagte, der Kern der SRG sei Information – und dafür sei er bereit, 200 Franken im Jahr zu zahlen. «Als junger Mensch schaue ich nicht Musik, Kultur und was es sonst noch so alles gibt.» Bodin entgegnete: «Das ist genau das Problem: Sie sind nicht der Massstab für das Volk. Stellen Sie sich vor: Es gibt kultivierte Menschen in unserem Land.»

Den Plan, die Gebühren auf 200 Franken jährlich zu senken, bezeichnet Roger Schawinski als ein «holzschnittartiges Dings». Würden die Gebühren tatsächlich halbiert werden, hätte die SRG einfach zu wenig Mittel, um den Auftrag in einem viersprachigen Land weiterhin erfüllen zu können. «Ich bin auch der Meinung, dass bei der SRG gespart werden könnte», so Schawinski. «Aber die Gebühren um 50 Prozent zu reduzieren: No way.» Er bezeichnete die Initiative als «brandgefährlich».


Der Podiumsdiskussion voraus ging ein Gespräch mit Medienministerin Doris Leuthard. Auf die Fragen von Ackeret legte die Bundesrätin ihre Sicht zu «No Billag» dar (persoenlich.com berichtete).


Weitere Bilder vom «persönlich»-Talk finden Sie hier.

 

 



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