06.09.2017

Natalie Rickli

«Kommunikation ist meine Leidenschaft»

Die Winterthurer SVP-Nationalrätin verlässt die Medienvermarktungsfirma Goldbach Media. Nach zwölf Jahren will sie sich selbstständig machen. Die 40-Jährige spricht über ihre Geschäftsidee, politische Gegner ohne Argumente – und Pizza.
Natalie Rickli: «Kommunikation ist meine Leidenschaft»
Will beruflich neue Wege einschlagen: Natalie Rickli verlässt per Ende Jahr Goldbach Media. (Bild: Alberto Venzago)
von Christian Beck

Frau Rickli, nach zwölf Jahren hören Sie Ende Jahr als Partner Relation Manager bei Goldbach auf (persoenlich.com berichtete). Was gab den Ausschlag zu diesem Entscheid?
Ich habe «Lust», beruflich etwas Neues anzupacken.

Sie wurden letzten Herbst 40 Jahre alt. Viele wollen dann nochmals etwas Neues wagen. Spielte diese «Altershürde» bei Ihrem Entscheid eine Rolle?


Also bitte, ich bin 40, nicht knapp vor der Pensionierung!

Von politischen Gegnern wurden Sie immer wieder kritisiert, Sie stünden in einem Interessenskonflikt wegen Ihrer Nähe zu Goldbach. Sind Sie jetzt eingeknickt?
Wem inhaltlich die Argumente ausgegangen sind, hat mir vorgeworfen, bei Goldbach zu arbeiten. Ich staune jedes Mal. Heute muss sich rechtfertigen, wer arbeitet. Die Angriffe waren immer Motivation für mich, mich noch mehr für unser Milizsystem zu engagieren. Und ich werde mich weiterhin für gute und vor allem freiheitliche Rahmenbedingungen für die Medienbranche und die Wirtschaft einsetzen. Meine Chefs bei Goldbach sind überdies immer hinter mir gestanden. Das ist cool. Darum hätte ich keinen Grund, das Unternehmen wegen der politischen Angriffe zu verlassen.

Was bleibt von den letzten zwölf Jahren am besten in Erinnerung?
Als besonders spannend und erlebnisreich bleibt mir sicher die Anfangszeit bei der AdLink in Erinnerung. Wir waren ein lässiges Team, haben teilweise bis spät in die Nacht gearbeitet, Pizza bestellt, improvisiert. Es war ein «Start-up»-Feeling, auch wenn die Internetwerbung damals nicht mehr neu war. Es sind generell die Menschen, die ich vermissen werde.

Und was würden Sie gerne vergessen?
Mir kommt spontan nichts in den Sinn – oder ich habe es vergessen…

Nun möchten Sie sich selbstständig machen «im Bereich der Kommunikation». Das ist ein weites Feld. Können Sie schon Konkretes verraten?
Ich arbeite seit meiner KV-Lehre in der Medienbranche. Kommunikation ist meine Leidenschaft. Darum möchte ich in diesem Bereich etwas machen. Dass ich noch nichts Konkretes sage, verstehen Sie sicher. Ich führe Gespräche und habe Ideen. Aber gute Ideen brauchen Zeit, um zu reifen.

Ein beruflicher Neustart also – wollen Sie sich auch politisch noch stärker engagieren?
Beruf und Politik unter einen Hut zu bringen, ist eine Herausforderung, die mir meistens gut gelingt. Aber ich könnte nicht noch mehr Zeit aufwenden für die Politik.

Streben Sie allenfalls ein Amt in der Exekutive an?


Man kann seine politische Karriere nicht planen. Wenn sich die passende Gelegenheit zum passenden Zeitpunkt ergibt, werde ich mir das überlegen. Im Vordergrund stehen für mich jetzt mein Nationalratsmandat und meine berufliche Neuausrichtung, auf die ich mich freue.

 



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