03.05.2010

"Krisen sind ein Ansporn, sich weiterzuentwickeln"

Am 27. Mai findet in Bern der Schweizer Markenkongress und der "Tag der Marke" statt. Die treibenden Kräfte hinter diesem Anlass sind der Verband Promarca und die htp St. Gallen Managementberatung AG. Anastasia Li-Treyer, Direktorin von Promarca, sowie Stephan Feige, Geschäftsführer htp St. Gallen, erklären hier, wie es zur Zusammenarbeit der beiden Institutionen kam und welche Themen am Kongress vordringlich angepackt werden. Zum Interview:
"Krisen sind ein Ansporn, sich weiterzuentwickeln"

Was ist das Ziel vom "Tag der Marke"?

Anastasia Li: Ziel ist es, Themen rund um die Marke zu beleuchten und den Wert von Markenunternehmen in der Schweiz, für die Schweiz, zu betonen. In einem rohstoffarmen Land wie unserem, sichern Wissen, Innovation und Kreativität den Wohlstand. Alles Faktoren, die Markenprodukte und damit Markenunternehmen auszeichnen.

Stephan Feige: Der Schweizer Markenkongress am gleichen Tag richtet sich mit fünf Foren und einem Kongressnachmittag an Markenentscheider in Geschäftsleitung und Brand Management und bietet diesen vertiefte Insights, Benchmarks und interessante Fachgespräche. Wir wollen mit dem Markenkongress die Plattform für Know How und Austausch in der Markenwelt der Schweiz schaffen. Gleichzeitig haben wir mit Professor Tomczak von der Universität St.Gallen sicher einen der im Bereich Markenführung kompetentesten Partner für den Kongress gewinnen können.

Li: Die Promarca-Mitgliederversammlung findet im Rahmen des "Tag der Marke" ebenfalls statt. So können unsere Mitglieder an beiden Anlässen, also auch am Schweizer Markenkongress, teilnehmen. Zudem informieren wir die Medien an einer Pressekonferenz über das Thema "Rufausbeutung". Das ist ein dringliches Thema, denn die Schweizer Gerichtspraxis wendet die Vorschriften zur Bekämpfung von Rufausbeutung nicht an – und gefährdet damit den Investitionsstandort Schweiz.

Wie kam es zum Zusammenspiel von Promarca und htp St. Gallen?

Li: Ein Markenkongress war seit langem eine Vision Promarcas. Mit der htp St. Gallen haben wir einen kompetenten Partner, um Wissen rund um die Marke zu fördern und nach Aussen zu tragen.

Feige: Wir spüren täglich in unserer Beratungsarbeit, wo den Unternehmen der Schuh drückt und welche Themen interessant sind. Und für eine Markenkonferenz ist die Promarca natürlich der erste Ansprechpartner.

Warum lancieren Sie den "Tag der Marke" gerade jetzt - mitten in der Krise?

Feige: In den letzten drei Jahren führte die htp St.Gallen jeweils die Konferenz Swiss Brands durch. Wir wollen in diesem Jahr den Horizont erweitern und Themen ausserhalb der Swissness mehr Raum geben.

Li: Krisen sind ein Ansporn, sich weiterzuentwickeln und neue Meilensteine zu setzen. Einen solchen realisieren wir mit der Lancierung des "Tag der Marke".

Mitten in der Tagung führt Promarca ihre Generalversammlung durch. Was tun alle Nicht-Mitglieder in dieser Zeit?

Feige: Die Nicht-Mitglieder - und auch die Promarca-Mitglieder, die ihr Unternehmen nicht an der Mitgliederversammlung vertreten - können zwischen den beiden Foren "Brand Development" und "Marken im Tourismus" wählen.

Im Flyer zur Tagung schreiben Sie: "Die Qualität der Markenführung wird immer mehr auch durch die Entwicklung des Markenwertes gemessen. Die Schweiz ist gut positioniert, muss ihren Vorsprung aber schützen und verteidigen." Diese Aussage steht im krassen Gegensatz zur kürzlich veröffentlichten Studie von Millward Brown über die 100 weltweit wertvollsten Brands. Schweizer Marken sind nicht darunter. Wie kommen Sie dazu, dennoch von einem Vorsprung zu reden?

Li: Gemäss dem European Innovation Scoreboard (EIS) ist die Schweiz auch dieses Jahr wieder Europameisterin der Innovation. In vielen Bereichen haben wir noch Vorsprung gegenüber den EU-Ländern. Aber wir müssen auch in Zukunft auf unsere Stärken setzen und investieren, um diesen Vorsprung zu behalten oder weiterzuentwickeln.

Umweltschutz und soziale Verantwortung werden heute immer wichtiger, auch in der Kommunikation. Welchen Stellenwert erhält das Thema am "Tag der Marke"?

Feige: Das Thema Nachhaltigkeit in der Markenführung ist einer unserer diesjährigen Schwerpunkte. Wir widmen diesem Thema ein eigenes Forum am Vormittag und haben am Nachmittag den Case Coop als Key Note Speech.

Mit dem Tourismus Forum setzen Sie einen Branchenschwerpunkt. Wollen Sie in den nächsten Jahren weitere Branchen einbeziehen?

Feige: Grundsätzlich wollen wir alle markenaffinen Branchen einbeziehen. Wir starten in diesem Jahr mit dem Tourismus, weil wir hier mit Schweiz Tourismus einen guten Partner gefunden haben. Denkbar ist etwa auch die speziellen Herausforderungen der Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie zu vertiefen oder in einem Forum gezielt KMU anzusprechen.

Als Managementberater sehen Sie, Herr Feige, in viele Firmen hinein. Teilen Sie die Feststellung, dass sich auf den Chefetagen das Knowhow betreffend Marketing und Markenführung in den letzten Jahren verringert hat und heute immer mehr Juristen und Finanzfachleute über diese Sachgebiete entscheiden?

Feige: Generell würde ich das nicht bestätigen, und ein Finanzspezialist kann ebenso gut Marketingentscheide treffen. Wichtig ist das Verständnis für die Besonderheiten des anderen Fachgebiets, und hier wollen wir ja einen Beitrag leisten. Wir sprechen mit dem Kongress nicht nur die Fachspezialisten an, sondern ebenso die CEO’s mit einem anderen Background.

(Fragen: Markus Knöpfli. Das Interview wurde per E-Mail geführt.)

Der Tag der Marke findet am 27. Mai in Bern statt. Detailinformationen und Anmeldung unter www.marken-kongress.ch und www.tag-der-marke.ch



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