07.11.2030
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Less is more? Zwischen Pflicht und Kür im Reporting

Gehören Sie zu jenen Lesern, die sich aus Zeitgründen immer mal wieder nur mit dem Leadtext eines Artikels zufrieden geben? Wenn dem so ist, dann leben Sie wohl in guter Gesellschaft.
Advertorial: Less is more? Zwischen Pflicht und Kür im Reporting
Am Geschäftsberichte-Symposium diskutieren und vernetzen sich jährlich rund 300 Entscheider, Macher und Experten aus der Reporting Community. (Bild: CCR)

Die Informationsflut, die täglich auf uns einprasselt, geht unmittelbar mit dem Wunsch einher, diesen schier endlosen Fluss an Informationen auf einen kleinen, relevanten Nenner zu reduzieren. Denken wir etwa an Infografiken: Komplexe Themen lassen sich häufig dank intelligentem Design übersichtlich in eine einzige Grafik verpacken. Die Devise «Reduce to the max» wird auch in Bezug auf Geschäftsberichte vermehrt laut. Nur: wie kann und soll ein Unternehmen den Umfang und die Komplexität des Geschäftsberichts verringern, wenn gleichzeitig die regulatorischen Anforderungen und die Erwartungen der Stakeholder stetig zunehmen? Ist denn «Less» im Geschäftsbericht tatsächlich «More»?

Eine Frage – vier Ebenen – viele Antworten
Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, treffen sich am diesjährigen Geschäftsberichte-Symposium am 14. Juni 2018 namhafte Experten, Visionäre sowie Vertreter von Unternehmen und dem Kapitalmarkt im Gottlieb Duttweiler Institut in Rüschlikon, Zürich. Eine Annäherung an das Credo «Weniger ist mehr» lässt sich auf verschiedenen Ebenen realisieren: Etwa im Design, im Inhalt, bei der inneren Haltung sowie im prozessualen Rahmen. Entlang dieser thematischen Aufgliederung referiert nebst anderen Prof. Dr. Alexander Wagner, Universität Zürich, zum Thema «Braucht Ehrlichkeit Paragraphen?». Im Plenum nähert sich Prof. Michael Stoll, Universität Augsburg, der Fragestellung mit einem Augenmerk auf Gestaltung und Design im Geschäftsbericht und Prof. Dr. Ernst Fehr, Universität Zürich, gibt einen Einblick in den «High Performance Workplace» und wie Mitarbeitende in diesem Umfeld zu Höchstleistungen motiviert werden können. Doch weshalb lohnt es sich, dieses Spannungsfeld zwischen «Less und More» genauer unter die Lupe zu nehmen?

Ein Geschäftsbericht mit Weltrekordcharakter
Die fortschreitende Digitalisierung in unserem globalisierten Umfeld ruft laut Dr. David Bosshart, CEO des GDI, ein neues Zeitalter hervor: Das «Zeitalter des Immer-weniger». Gemeint ist damit, dass dank neuen Technologien mit vergleichsweise viel geringerem Aufwand mehr erreicht werden kann. So eröffnet die Digitalisierung beispielsweise neue Horizonte zur Ausgestaltung eines Geschäftsberichts. Um den Lesefluss zu verbessern, kann die Darstellung und das Design gezielt auf den avisierten Kanal (Online vs. Print) angepasst werden. Auf die Spitze getrieben hat dies Puma in seinem Geschäftsbericht 2017: In der Online-Version werden die Finanzzahlen im Vordergrund des Weltrekordsprints von Usain Bolt abgespult – in gerade einmal 9.58 Sekunden. Zahlen detailliert entziffern kann man bei diesem Tempo natürlich nicht, die Botschaft von Puma ist dennoch eindeutig: Die Stakeholder fordern im Geschäftsbericht eine Konzentration auf wesentliche, relevante Informationen. Gleichzeitig wird eine Zunahme an Regulierungen verzeichnet. Wie begegnen Unternehmen dem Spannungsfeld zwischen «Less» und «More», ausgelöst durch die Erwartungen der Stakeholder auf der einen und die Regulatoren auf der anderen Seite?

Auf den Kern gebracht: Mehr Prägnanz im Geschäftsbericht
Geht es nach Tjeerd Krumpelman, Head of Business Advisory bei ABN AMRO, lautet die Antwort auf diese Frage «Concise is More». Ein höherer Informationswert gepaart mit inhaltlicher Prägnanz ist in der integrierten Berichterstattung von ABN AMRO also das oberste Ziel. Generell werden in der Reporting Community gegenwärtig verschiedenste Ansätze verfolgt, um den Forderungen der Stakeholder nach prägnanten und wesentlichen Informationen im Geschäftsbericht Rechnung zu tragen. Im Trend liegt etwa das Prinzip «Core and More», wobei im Geschäftsbericht die wichtigen Informationen (Core) von den vertiefenden Zusatzinformationen (More) separiert werden. Diese Aufgliederung verlangt wiederum nach einer spezifischeren Zielgruppenerfassung (Stichwort: «Targeted Stakeholder Communication»), um die Passgenauigkeit der Kommunikation sicher zu stellen. Eine weitere Herausforderung liegt in der Verlinkung der einzelnen Aspekte – kurz gesagt darf das «More» also nicht abgekoppelt vom «Core» präsentiert werden. In diesem Kontext bringt der CFO eines börsenkotierten Unternehmens noch einen weiteren Aspekt auf: Offenheit und Transparenz sind in der Finanzkommunikation ausnahmslos ein Muss – sowohl im wesentlichen Kernteil des Berichts als auch bei den zusätzlich offerierten «nice-to-have» Informationen.

Lesen Sie lieber 50 oder 500 Seiten?
Konfrontiert man auf der anderen Seite Massimo Romano, Head of Group Integrated Reporting bei Generali Group, mit der Frage «Less is more?», so wird einem umgehend eine Gegenfrage gestellt: «Möchten Sie die relevanten Informationen im Geschäftsbericht lieber auf 500 oder auf 50 Seiten lesen?» Generali verfolgt den Ansatz, die Komplexität im Geschäftsbericht anhand des 3R-Prinzips zu reduzieren: Rethinking, Reusing, Reducing. In der Praxis bedeutet dies, dass generell der Rahmen für die Unternehmensberichterstattung neu abgesteckt wird, dass intern bereits vorhandene Informationen effizient wiederverwendet werden und dass die Anzahl Seiten des Berichts reduziert werden.

«Financial Streamlining» kann den Finanzbericht um bis zu 30% reduzieren
Die Reduktion auf das Wesentliche, die Orientierung am «Less», wird im Fachjargon als «Financial Streamlining» bezeichnet. Georg Fischer verfolgt diesen Trend mithilfe eines Design Thinking Ansatzes: Bei der Überarbeitung von Inhalt und Struktur des Geschäftsberichts sollen von Beginn weg verschiedene Disziplinen einbezogen werden. Ziel dieses Vorgehens ist die Reduktion der Komplexität und die Steigerung der Lesefreundlichkeit, ohne dabei die Orientierung an den verschiedenen Zielgruppen ausser Acht zu lassen. Auch Komax hat bei der Erarbeitung des vergangenen Geschäftsberichts komplexitätsreduzierende Anpassungen vorgenommen, um die von Stakeholdern geforderte Prägnanz - getreu dem Prinzip von «Financial Streamlining» - gewährleisten zu können. Dass auch Swisscom das Credo «Less» verfolgt, offenbart deren Geschäftsbericht 2017: Dieser kommt mit 30% weniger Seiten als im Jahr zuvor aus. Laut Peter Burkhalter, Head of Accounting bei Swisscom, haben die Leser diese Reduktion des Umfangs ausnahmslos positiv aufgefasst, was darauf hindeutet, dass die Aussagekraft durch die Kürzungen nicht vermindert wurde. Eine erste Etappe auf dem Weg zum «Less» wurde also erreicht – doch wie schaut dieser Weg in der Praxis aus?

Von der Theorie in die Praxis
Wie will sich Generali einem 50-seitigen Geschäftsbericht annähern? Wie bringt ABN AMRO mehr Prägnanz in die Berichterstattung? Nach der konträren Standortbestimmung von Tjeerd Krumpelman, ABN AMRO (Standpunkt «More»), sowie Massimo Romano, Generali (Standpunkt «Less»), ist eine kontroverse Grundlage für interaktive Best Practice Sessions gelegt (siehe Anhang «Best Practice Sessions»). In der Paneldiskussion haben Teilnehmende die Gelegenheit, sich im interaktiven Workshopformat mit Vertretern von «Less» sowie mit Befürwortern von «More» auszutauschen. Thematisch unterschiedlich gelagerte Best Practice Sessions runden das Symposium ab – dabei lernen die Teilnehmenden direkt von Vertretern aus Unternehmen und dem Kapitalmarkt. Gäste des Symposiums sichern sich neues Wissen und nehmen dieses in Form von konkreten, praxisorientierten Handlungsempfehlungen mit nach Hause – akkurat und prägnant serviert im gewohnten Stil des Center for Corporate Reporting (CCR).

Anhang Best Practice Sessions
In fünf Best Practice Sessions diskutieren internationale Experten über die Ansätze «Less» und «More» im Reporting:

  • Prägnanz: Wunsch oder Wirklichkeit? Mit ABN AMRO, BlackRock, Generali und SIX
  • Die Zukunft der digitalen Berichterstattung mit FRC Financial Reporting Lab
  • Die Auswirkungen von IFRS 15/16 mit Ernst & Young Schweiz, Swisscom und ZKB
  • Zielgruppenorientierung in der integrierten Berichterstattung mit Universität Leipzig und BASF
  • Das Potential von XBRL mit Novartis und XBRL International

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