02.12.2017

No Billag

3+-Chef Dominik Kaiser äussert sich zur Initiative

Wird die Vorlage angenommen, könne man sich gut vorstellen, vermehrt in Schweizer Inhalte zu investieren. So oder so will man SRF im Unterhaltungsbereich noch stärker konkurrenzieren.
No Billag: 3+-Chef Dominik Kaiser äussert sich zur Initiative
Dominik Kaiser will mit 3+ unabhängig vom Ausgang der No-Billag-Initiative noch höher hinaus. (Bild: Keystone/Alessandro Della Bella)

Der Gründer und Chef der 3+-Sendergruppe, der mit Formaten wie «Der Bachelor» oder «Bauer, ledig, sucht...» seit vielen Jahren ganz ohne Gebührengelder Traumquoten erzielt, bereitet sich auf ein Aus der SRG vor: «Wir könnten uns gut vorstellen, dass wir dann noch schneller noch mehr Geld in zusätzliche Schweizer Programminhalte investieren würden», sagt Dominik Kaiser in der «Schweiz am Wochenende». «Dabei stünden bei uns weniger einzelne Spielfilme im Vordergrund, sondern serielle Fiktion und weitere Unterhaltungsformate.»

Der TV-Macher gibt sich kämpferisch und kündigt schon jetzt an, dem Schweizer Fernsehen (SRF) so oder so den Krimi-Abend streitig zu machen: «Unabhängig vom Ausgang der Abstimmung: Wir werden 2018 einen Krimi mit einem Ermittlerpaar produzieren, das in den Bergen gemeinsam Fälle löst. Die Ausstrahlung ist auf Herbst 2018 geplant.» Dass solche Eigenproduktionen Erfolg haben können, beweist derzeit die neue SRF-Krimireihe «Wilder».

An einer Nachahmung von SRF-Erfolgsformaten wie «Reporter», «Dok» oder «Arena» hat Kaiser jedoch kein Interesse: «3+ hat sich als Unterhaltungssender für ein junges Publikum positioniert. Entsprechend fokussieren wir uns auf Unterhaltungsformate.» Wie 3+ erhalten auch TeleZüri, TV24 und TV25 – zur Senderfamilie der AZ Medien gehörend – keine Gebührengelder.

Beim Unternehmen, welches auch die «Schweiz am Wochenende» herausgibt, geht man derzeit jedoch nicht davon aus, dass die Initiative angenommen wird. Roger Elsener, Geschäftsführer der TV-Senderfamilie: «Sollte sie wider Erwarten angenommen werden, wird dies die Schweizer Medienlandschaft verändern. Für TV24, TV25 und TeleZüri, die nicht konzessioniert sind, würden sich dabei aufgrund der aktuellen Finanzierungsstruktur der Sender und der zu erwartenden Marktveränderungen mehr Chancen als Risiken ergeben. Dies vor allem in den Bereichen Information, Unterhaltung und Sport.» (pd/maw)



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