03.01.2018

New York Times

A.G. Sulzberger übernimmt von seinem Vater

Der neue 37-jährige Herausgeber stellt in Aussicht, weiterhin ausführliche Recherchen zu ermöglichen.
New York Times: A.G. Sulzberger übernimmt von seinem Vater
Arthur Gregg Sulzberger. (Bild: Todd Heisler/The New York Times)

Mit dem Start des neuen Jahres kommt es bei der «New York Times» zu einem Wechsel an der Spitze. Arthur Gregg Sulzberger wird Herausgeber und übernimmt damit den Posten von seinem 66 Jahre alten Vater.

Der 37-jährige Sulzberger scheint nicht alles über den Haufen werfen zu wollen. Wie er in einem Text zum Amtsantritt schreibt, fühlt er sich der Vision verpflichtet, die fünf Generationen und mehr als 120 Jahre überdauert habe. Laut Sulzberger herrschen derzeit gefährliche Kräfte, die die Pressefreiheit und weitere Funktionen der Zeitungen in Bedrängnis bringen. «Wie meine Vorfahren werden auch meine Kollegen bei der Times und ich diesen Kräften nicht nachgeben», so Sulzberger.

Sein Blatt werde weiterhin wichtige Geschichten unserer Zeit mit Neugierde, Mut und Einfühlungsvermögen recherchieren, «weil wir glauben, die Welt zu verbessern, beginnt damit, sie verstehen zu können». Sulzberger stellt in Aussicht ausführliche Recherchen zu ermöglichen («dig into a single story for months at a time»). Zudem sei die Redaktion bestrebt danach, die Storys so überzeugend wie möglich zu erzählen, «von Prosa bis zu Virtual Reality oder was auch immer als nächstes kommt». 

Sulzberger, der 2009 zur Traditionszeitung kam, war vor einem Jahr bereits zum stellvertretenden Herausgeber ernannt worden. Vorher war er in verschiedenen Funktionen im Unternehmen tätig und gestaltete dabei den digitalen Wandel entscheidend mit. 

Am Dienstag hatte US-Präsident Donald Trump A.G. Sulzberger über Twitter gratuliert. Allerdings sei dies die letzte Chance der «scheiternden» Zeitung, die Vision ihres Gründers Adolph Ochs zu erfüllen. Demnach sollten Nachrichten unabhängig sowie ohne Furcht oder Gewogenheit verbreitet werden. «Gewogenheit» setzte Trump in Grossbuchstaben.

Die «New York Times» begleitet Trump sehr kritisch. Sie konnte in seiner Präsidentschaft ihre Abonnentenzahlen erheblich ausbauen. Trump überzieht das Blatt oft mit Kritik, gibt dessen Reportern aber auch immer wieder Interviews. (eh)



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