13.07.2017

ARD

CDU-Politiker stürmt aus dem TV-Studio

Wolfgang Bosbach verlässt wutentbrannt die Talksendung «Maischberger». Der Eklat weckt Erinnerungen an ähnliche Fälle in der Schweiz. Auch hierzulande hatten Studiogäste schon die Nase voll – mehrfach. Die Videos.
ARD: CDU-Politiker stürmt aus dem TV-Studio
Hatte während «Maischberger» genug: Vor laufender Kamera verliess der CDU-Politiker Wolfgang Bosbach die Runde wütend. (Bild: Screenshot ARD)

CDU-Politiker Wolfgang Bosbach hatte nach einer hitzigen Diskussion mit der früheren Grünen-Politikerin Jutta Ditfurth genug und verliess am Mittwochabend die ARD-Talksendung «Maischberger». Thema waren die Krawalle während des G20-Gipfels in Hamburg. «Frau Ditfurth ist vom Verhalten und ihrer ‹Argumentation› unerträglich», wetterte der Politiker. Dann stand er vor laufenden Kameras auf und lief aus dem Studio.

Nach Bosbachs Abgang bat Moderatorin Sandra Maischberger seine Kontrahentin, das Podium ebenfalls zu verlassen, um die Parität in der Runde wieder herzustellen. Ditfurth blieb sitzen.

«Es wäre vielleicht besser gewesen, noch früher zu gehen. Die permanente Mischung aus Dazwischenquatschen und Grimassenschneiden von Frau Ditfurth war eine echte Zumutung», sagte Bosbach nach der Sendung zu «Focus online».

In der Nacht auf Donnerstag veröffentlichte Moderatorin Sandra Maischberger auf der Facebook-Seite der Sendung eine Stellungnahme. «Ich bedaure sehr, dass Wolfgang Bosbach unsere Runde vorzeitig verlassen hat. Mein Versuch, ihn zum Bleiben zu bewegen, schlug leider fehl. Das ist immer eine Niederlage in einer Sendung, deren Aufgabe es ist, Menschen ins Gespräch zu bringen», schrieb sie.

Auch in der Schweiz schon vorgekommen

Dass Talkgäste mitten in der Sendung das TV-Studio verlassen, ist auch in der Schweiz schon vorgekommen. So zum Beispiel Anfang 2016 in der SRF-Sendung «Arena». Nachdem Europaspezialist und Staatsrechtsprofessor Dieter Freiburghaus einige Male von FDP-Chef Philipp Müller unterbrochen wurde, platzte diesem der Kragen. Er verliess wutentbrannt die Sendung, kehrte aber auf Bitten von Moderator Jonas Projer nach einigen Minuten wieder an seinen Platz zurück.

Auch der heutige Bundesrat und damalige SVP-Präsident Ueli Maurer griff 1999 auf dem damaligen Tele 24 zu diesem «Stilmittel»: Als ihn Roger Schawinski in der Sendung «Sonntalk» als «Präsident von Blochers Gnaden» bezeichnete, legte er das Mikrophon hin und verliess das Studio.

Oder noch früher, 1995: Legendär ist der Abgang des damaligen SP-Prädidenten Peter Bodenmann aus der «Arena», in welcher man über das «Weissbuch», ein rechtsbürgerliches Pamphlet, diskutierte. Nach sieben Minuten war die Sendung somit zu Ende. Sie sehen die Szene im Video unten ab Minute 4:58:

Sowohl Bodenmann wie Maurer kehrten im Gegensatz zu Freiburghaus nicht mehr in die Sendung zurück. (cbe)

 



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