08.12.2015

LSA

Der Verband zieht Lehren aus dem "Fall SBB"

Neue Standards für Pitch-Verfahren sollen Nutzungsrechte und Honorar-Fragen fairer regeln.
LSA: Der Verband zieht Lehren aus dem "Fall SBB"
von Redaktion Persönlich

Standardisierung des Pitchverfahrens: Der Verband Leading Swiss Agencies (LSA) und die SBB haben zusammen ein standardisiertes Verfahren erarbeitet, welches eine einheitliche Definitionspraxis für die Agenturauswahl bei öffentlichen Ausschreibungen vorsieht und die Nutzungsrechte in Pitch-Situationen regelt.

Der Verband hatte im Frühjahr die Ausschreibung der Konkurrenzpräsentation "Weiterentwicklung SBB-Dachkommunikation" kritisiert (persoenlich.com berichtete)Danach kam es zu einer Aussprache. Nun präsentiert LSA die neuen Bestimmungen, "welche sich weitgehend an das langjährig bewährte Verfahren des BAG und andere übliche Verfahren im öffentlich-rechtlichen Bereich anlehnt", wie es in einer Mitteilung heisst.

Zweistufiges Auswahlverfahren

Die Praxis sieht ein zweistufiger Prozess vor. In der ersten Phase präsentieren sich die Agenturen selber, machen erste Überlegungen zur Aufgabe und erfüllen die Eignungskriterien für die gestellte Aufgabe. In der zweiten Phase werden drei bis vier Agenturen (inkl. Etathalter) persönlich gebrieft und zur Präsentation eingeladen. Verlierer-Agenturen erhalten ein angemessenes Entschädigungshonorar.

Nutzungsrechte in Konkurrenzsituation

LSA und SBB haben eine Schutzklausel definiert, welche die Bestimmung und Anwendung der Nutzungsrechte bei Konkurrenzpräsentationen regelt. Immer öfters enthalten Auftragsbeschriebe von Konkurrenzpräsentationen fragwürdige Klauseln zur Handhabung von Nutzungsrechten. Definitionen, wie etwa die automatische Abgeltung der Nutzungsrechte der Verlierer-Konzepte an den Auftraggeber, sind nicht zulässig. Catherine Purgly, LSA-Geschäftsführerin verspricht sich als Vertreterin der führenden Kommunikationsagenturen der Schweiz für ihre Mitglieder einen fairen Pitch-Prozess und einen respektvollen Umgang mit den erbrachten Leistungen der Agenturen in Konkurrenzsituationen, wie sie gegenüber persoenlich.com erklärte.

Höhere Fairness

Auch für die SBB diente die neue Regelung zur Klärung der bislang unbefriedigenden Situation. So meinte Jan-Hendrik Völker-Albert, SBB Leiter Strategie, Marketing & Nachhaltigkeit: "Es freut mich, dass mit dem Leitfaden die Anforderungen von Agentur- und Auftraggeberseite gleichermassen berücksichtigt werden konnten und eine klare Regelung der Nutzungsrechte erfolgt ist. So wird ein fairer Pitch-Prozess sichergestellt und dafür gesorgt, dass man sich wieder auf das konzentrieren kann, was wirklich zählt: gute Kommunikation."

Der Pitch-Leitfaden ist auf der LSA-Webseite und in der Dezember-Ausgabe von "persönlich" ausführlich beschrieben. (pd/ma)

Bild: Keystone



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