18.05.2017

SRF

Energieabstimmung beschäftigt Ombudsmann

Zwei Beanstandungen haben die «Tagesschau» und zwei weitere die «Abstimmungs-Arena» bemängelt. Roger Blum unterstützt keine davon.
SRF: Energieabstimmung beschäftigt Ombudsmann
Der «Tagesschau»-Beitrag «Bau neuer Atomkraftwerke unwahrscheinlich» wurde beanstandet, ebenso die «Abstimmungs-Arena» zur Energiestrategie. (Bild: Keystone)

Ein Beanstander kritisiert einen Beitrag über den Atomausstieg in der «Tagesschau» vom 16. April, respektive nur den Schlusssatz des Beitrages. Ombudsmann Roger Blum stellt in seinem Schlussbericht fest, dass es im Beitrag tatsächlich zwei Ungenauigkeiten gegeben hat. «Beide Ungenauigkeiten sind aber Fehler in Nebenpunkten, die den Gesamteindruck des Publikums nicht verfälschen», schreibt Blum. Dies genüge nicht, um den Beitrag zu rügen und die Beanstandung zu unterstützen.

Den gleichen Beitrag beanstandete auch ein weiterer Zuschauer. Dieser fand, dass die journalistischen Grundregeln in mehrfacher Hinsicht missachtet worden seien, insbesondere aber auch das Sachgerechtigkeitsgebot sowie das Transparenzgebot. Besonders gestört hat sich der Zuschauer daran, dass die Statements stark gekürzt wurden. «Alle Gespräche, die fürs Fernsehen oder Radio aufgenommen werden, müssen gekürzt werden», klärt der Ombudsmann auf. Die Statements seien aber nicht missbräuchlich verwendet worden. Blum kann keinen Regelverstoss erkennen und unterstützt die Beanstandung ebenfalls nicht.

Zwei weitere Beanstandungen betreffen die «Abstimmungs-Arena» vom 28. April. Ein Zuschauer findet: «Es ist unerträglich, wieviel Zeit Toni Brunner eingeräumt wird, um seine Lügen in dieser Sendung zu verbreiten.» Dies sei eine subjektive Empfindung, antwortet Blum. «Und was die Zahl der Interventionen und die Redezeit angeht, war die Sendung vorbildlich.»

Die zweite Beschwerde kommt vom Umwelt-Komitee gegen Energiegesetz, das sich eine Woche vor der Ausstrahlung für eine Teilnahme an der Sendung gemeldet hat. SRF erteilte eine Absage. Das sei ein «gezielter Ausschluss von unerwünschten Gegenargumenten», heisst es in der Beschwerde. Ausserdem wird die fehlende Sachgerechtigkeit der Sendung bemängelt. Roger Blum kommt zum Schluss, dass das besagte Komitee keinen zwingenden Anspruch hatte, an der Sendung mitzuwirken. Auch seien in der Sendung alle wesentlichen Punkte zur Sprache gekommen. Beide Beanstandungen werden deshalb nicht unterstützt.

Bereits am Dienstag wurden zwei Schlussberichte im Zusammenhang mit der Volksabstimmung über das Energiegesetz veröffentlicht. In einer Beschwerde gab Blum der SVP teilweise Recht (persoenlich.com berichtete). (cbe)



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