20.04.2016

Ringier

Fünf wichtige Themen der Jahresmedienkonferenz

Halb so viel Gewinn, aber ein Zuwachs im Digitalgeschäft: Ringier hat vor den Journalisten die Zahlen 2015 präsentiert. Danebst zu reden gab die geplante Virtual-Reality-App vom «Blick», die Newsrooms im neuen Medienpark und weitere Interessenten bei Admeira.
Ringier: Fünf wichtige Themen der Jahresmedienkonferenz
von Michèle Widmer

1 - Admeira: Gibt es weitere interessierte Verlage? Und warum fehlt «Radio Energy» im Portfolio?
«Ja», sagt Ringier-CEO Marc Walder auf die Frage einer Journalistin, ob weitere Verlage ihr Interesse an Admeira bekundet haben. Die «Anzeichen für Tauwetter beim Joint Venture» von Ringier, SRG und Swisscom, wie es das Medienmagazin «Edito» geschrieben hat, scheinen sich zu verdichten. Namen von Unternehmen nennt Walder allerdings nicht. Aber er wiederholt noch einmal: «Ich bin sicher, dass es Ende Jahr weitere Medienuntenehmen geben wird, die ihr Inventar über Admeira vermarkten.» Stolz präsentiert er vor den Journalisten die «Premium-Marken», welche Admeira im Portfolio hat. Allerdings fehlt dort das Logo von «Radio Engery». Als einziges Privatradio im Angebot mache es keinen Sinn «Radio Energy» einzubinden, erklärt Walder auf Nachfrage. Da wartet man wohl auf neue «Inventarhaber», wie sie Walder nennt, die weitere Radiosender einbringen können.

2 - «Blick»-Gruppe: Wird die Newssite zur Videoplattform? Und was ist mit Virtual Reality?
Während die Leserzahl beim Print stetig sinkt, erreicht die «Blick»-Gruppe auf den digitalen Kanälen 2,33 Millionen Nutzer pro Woche. Besonders positiv entwickelt hat sich das Webvideo-Angebot: Die Zahl der abgerufenen Videos stieg von 60 Millionen im Jahr 2014 auf 175 Millionen im Jahr 2015. In diesem Bereich sieht Walder die Zukunft: «Newsplattformen werden immer mehr zu Videoplattformen.» Ein zukunftsweisendes Projekt hat Geschäftsführer Wolfgang Büchner im Köcher: Unter seinen Fittichen lanciert der «Blick» im Sommer eine Virtual-Reality-App - als erstes europäisches Medienhaus, wenn ihm da niemand zuvor kommt. Dabei blickt Büchner in Richtung USA, wo die «New York Times» im Herbst eine solche Anwendung herausgebracht hat. «360-Grad-Videos verändern das journalistische Storytelling immens und sind essentiell für ein Medienunternehmen», fügt Walder an.

3 - Ringier Axel Springer Schweiz: Wie sehen die neuen Newsrooms im Medienpark aus? Und wo arbeitet die «LandLiebe»-Redaktion?
Anfang 2017 ziehen rund 400 Mitarbeiter der Zeitschriften von Axel Springer Schweiz und Ringier gemeinsam in den Medienpark in Zürich Oerlikon. Die Newsrooms dort werden nach Angaben von Walder erst noch gebaut. Es stehe allerdings fest, dass die Redaktionen in den Clustern People, Wirtschaft, Ratgeber und Fashion gegliedert werden und dort durch die räumliche Nähe noch stärker zusammengearbeitet werde. Ausgenommen davon ist übrigens das Magazin «LandLiebe», dessen Redaktorinnen und Redaktoren in ein Haus mit Garten am Zürichsee gezogen sind. Der Erfolg dieses Printprodukts zeige, dass die Welt nicht immer nur schwarz oder weiss sei. Aber natürlich will Ringier auch die Zeitschriften in die digitale Welt führen, was laut Walder einiges komplexer sei als bei Zeitungen.

4 - Zahlen 2015: Was sagt Verleger Michael Riniger zum halbierten Gewinn? Und wie beurteilt Ringier das laufende Jahr?
Insgesamt schmälerte Ringier den Umsatz 2015 um 4,3 Prozent auf 946 Millionen Franken (persoenlich.com berichtete). Auch der Gewinn ging zurück, und zwar von 21,4 Millionen Franken auf 11,3 Millionen Franken. Verleger Michael Ringier kommentierte das Ergebnis vor den Medien als «sehr bescheiden». Allerdings habe man zu Beginn der Investitionen gewusst, dass schwierige Jahre kommen werden. Zusammen mit Marc Walder blickt er optimistisch auf das laufende Jahr. Heuer sei man auf Wachstumskurs. Äusserst zufrieden sind die beiden mit dem Digitalgeschäft. Inzwischen fliessen 36,6 Prozent des Umsatzes aus diesem Bereich, im Vorjahr waren es noch 32,1 Prozent.

5 - Jahresbericht 2015: Was sollen die zwei «Wurstsocken»?
Gleich zu Beginn der Pressekonferenz stellt Verleger Michael Ringier klar: «Als Verleger bin ich dem Zeitungsstand wesentlich näher als dem Wurststand.» Wer den Ringer Jahresbericht 2015 anschaut, sieht sogleich den Grund für diese Einleitung. Wer die Schachtel öffnet, hält zwei «Wurstsocken» in den Händen. Umgesetzt hat den Bericht dieses Jahr die englische Künstlerin Helen Marten. Darin vergleicht sie - mit Humor versteht sich - die Prozesse der Wurstherstellung mit der Produktion von journalistischer Wirklichkeit.

Bild: Keystone



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