14.11.2017

No Billag

Hunderte Millionen teurer Sozialplan

Käme es nach der Annahme der Initiative zu einer Massenentlassung, müsste die SRG tief in die Taschen greifen. Oder macht Konkurs.
No Billag: Hunderte Millionen teurer Sozialplan
Bleiben die Kameras nach einer Annahme der No-Billag-Initiative ewig unbenutzt? Ein Professor der Uni Bern zeichnet vier mögliche Szenarien auf. (Bild: Keystone/Ennio Leanza)

Ob nach einem Ja zur No-Billag-Initiative die SRG den Betrieb einstellen müsste, darüber scheiden sich die Geister. Die Frage lässt sich vermutlich erst nach dem 4. März 2018 beantworten.

Klar ist aber: Käme es zu einer Massenentlassung, würde es für die SRG teuer werden. Der Sozialplan stamme nämlich aus einer Zeit, in der niemand Massenentlassungen für möglich hielt, heisst es am Dienstag im «Tages-Anzeiger» (Artikel kostenpflichtig). So hätte jeder SRG-Mitarbeiter, der länger als ein Jahr beschäftigt war, Anspruch auf eine Abgangsentschädigung. Der Tagi rechnet vor, dass das durchschnittliche Dienstalter bei der SRG 13 Jahre betrage, was einer Abgangsentschädigung von neun Monatslöhnen entspräche. Der Sozialplan würde somit mehrere Hundert Millionen Franken kosten.

Oder aber es käme zum Konkurs, der Sozialplan wäre damit hinfällig. «Dann kommen die Arbeitnehmer am schlechtesten weg. Diesen Fall müssen wir verhindern», sagt Jérôme Hayoz, Zentralsekretär der Gewerkschaft SSM, gegenüber dem «Tages-Anzeiger».

Vier Szenarien

Peter V. Kunz, Professor für Wirtschaftsrecht an der Uni Bern, sieht im Falle einer Annahme der Initiative vier mögliche Szenarien: 1.: Die Werbeeinnahmen müssten vervierfacht oder auf Pay-TV umgestellt werden. 2.: Es käme zu einer Totalliquidation. 3.: Es käme zu einer Schrumpfung.

Oder 4. – für Kunz die realistischste Variante –: Eine Restrukturierung oder Privatisierung. «Man bricht wirtschaftlich überlebensfähige Teile aus dem Unternehmen heraus. Den Rest der SRG lässt man untergehen, namentlich die Einheiten der rätoromanischen Schweiz und des Tessins, vielleicht auch jene der Romandie», so Kunz im Tagi. (cbe)



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