05.02.2018

No-Billag-Arena

Jonas Projer reicht Anzeige gegen Twitter-Droher ein

Der «Arena»-Moderator geht gerichtlich vor gegen den anonymen Twitterer, der ihn massiv bedroht hatte. Derweil wartet auf SRG-Ombudsmann Roger Blum viel Arbeit: Die Sendung vom Freitag brachte eine Flut an Beschwerden.
No-Billag-Arena: Jonas Projer reicht Anzeige gegen Twitter-Droher ein
Die Sendung vom Freitag hat Folgen: Moderator Jonas Projer reicht Strafanzeige ein. (Bild: Videostill «SRF Arena»).
von Marius Wenger

Die Abstimmungs-«Arena» vom Freitag liess die Emotionen hochgehen – auf verschiedenen Seiten: No-Billag-Initiant Olivier Kessler fühlte sich von Moderator Jonas Projer – ein «Zwangsgebühren-Profiteur», wie er ihn nannte – ungerecht behandelt. Projer wurde von verschiedenen Medien für seine Moderationsleistung kritisiert. Und von einem Twitter-User gar massiv bedroht (persoenlich.com berichtete).

Mittlerweile hat der Nutzer mit dem Namen «Stoplügenmedien» seinen Tweet wieder gelöscht und zu erklären versucht, dass es sich dabei nicht um eine Drohung gehandelt habe. «Ich habe nie Projer mit Tod gedroht», schreibt er.



In einem weiteren Tweet richtet er sich direkt an Projer und versucht zu erklären, dass das Wort «richten», das er benutzte, positiv besetzt sei.

Das Geschriebene hat für den Twitterer wohl dennoch Konsequenzen: Auf Anfrage von persoenlich.com sagt Stefan Wyss, Mediensprecher beim Schweizer Fernsehen und Radio: «SRF akzeptiert Drohungen gegen Mitarbeitende nicht.» Weiter bestätigt er: «Jonas Projer hat mit Unterstützung von SRF bei der Polizei Strafanzeige wegen Drohung eingereicht.»

Auch Oliver Kessler wurde bedroht. Gemäss «Blick» schrieb ihm beispielsweise jemand per Facebook-Messenger: «Ins KZ mit dir!». Ein anderer schrieb per Mail, man solle ihn samt Familie «verbrennen», «Wir wissen, wo du wohnst», drohte ein Dritter. Kessler weiss noch nicht, ob er es Projer gleichtun und ebenfalls rechtliche Schritte einleiten wird, schreibt «Blick».

Beschwerdeflut beim Ombudsmann

Die Moderation Projers wurde nicht nur in den (sozialen) Medien kritisiert. Die «Arena» vom Freitag bringt nun auch dem SRG-Ombudsmann Roger Blum viel Arbeit ein. Bis am Montagvormittag sind bei der Ombudsstelle zwölf Beanstandungen eingegangen, berichtet «Blick». Normalerweise seien es bei einzelnen Sendungen jeweils eine bis drei Beschwerden – so auch bei den beiden früheren «Arena»-Sendungen zu «No Billag». «In den meisten Beschwerden wird der Moderator kritisiert – als zu einseitig und zu angrifig gegenüber Kessler», sagt Blum gegenüber «Blick».

Der Ombudsmann hat 40 Tage Zeit, um auf die Beschwerden einzugehen – also bis nach der No-Billag-Abstimmung. Er werde aber versuchen, den Schlussbericht noch vor dem Urnengang am 4. März vorzulegen. 



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