06.12.2017

No Billag

Junge Westschweizer wehren sich gegen die SRG

In der Romandie zeichnet sich bei der Initiative ein Generationengraben ab. Die Jungen finden Gehör.
No Billag: Junge Westschweizer wehren sich gegen die SRG
Ein Haus mit Symbolkraft: Das RTS-Hochhaus in Genf überragt alle umliegenden Häuser. (Bild: Keystone)

Die Westschweiz galt bislang als SRG-freundlich. Vor drei Wochen gab die SVP Waadt überraschend die Ja-Parole zur No-Billag-Initiative heraus. Letzte Woche sagte auch die junge FDP des Kantons Genf Ja zur Abschaffung der Empfangsgebühren.

Bei der No-Billag-Initiative zeichne sich in der Romandie ein Generationengraben ab, heisst es in der «Neuen Zürcher Zeitung». Immer mehr Millennials, die sich ihr Unterhaltungsprogramm über Netflix oder Teleclub individuell zusammenstellen, würden nicht einsehen, weshalb sie pauschal für ein Gesamtangebot bezahlen müssen und nicht nur für die Inhalte, die sie tatsächlich konsumieren. Neu sei, so die NZZ, dass die Jungen mit ihren Argumenten in der Westschweizer Öffentlichkeit Gehör finden würden.

«Es ist den Millennials gelungen, ihrem im Grunde nicht sehr fortschrittlichen Kampf einen coolen Anstrich zu geben, indem sie Radio und Fernsehen als Medium von gestern darstellen», so der Genfer Journalist Gabriel Sigrist in der NZZ. Der Mitinitiant der Presseagentur LargeNetwork zeigt ein gewisses Verständnis für diejenigen, die sich über die Arroganz der SRG empörten. «Der Begriff Service public wurde immer weiter ausgedehnt.» Als Beispiel nennt Sigrist den über 90 Millionen teuren Campus auf dem Gelände der ETH Lausanne, der ab 2020 das Westschweizer Radio beherbergen soll. Oder SRG-Generaldirektor Gilles Marchand, der 60 Prozent mehr verdienen soll als der Präsident der ETH Lausanne.

Noch würden die «ultraliberalen Jungspunde» in der Westschweiz auf einsamem Posten kämpfen. Laut NZZ dürfte sich das in den kommenden Wochen ändern. (cbe)



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