20.07.2017

AZ Medien

Medienseite rutscht raus

«Das gibt uns mehr Flexibilität», begründet Chefredaktor Patrik Müller den Verzicht auf eine fixe Medienrubrik in der «Schweiz am Wochenende».
AZ Medien: Medienseite rutscht raus
Verstreut in verschiedenen Ressorts: Seit dem 4. März müssen die Leser die Medienthemen in der Zeitung zusammensuchen. (Bild: Keystone/Alexandra Wey)
von Edith Hollenstein

Zwar kamen in den letzten Jahren spezialisierte Blogs sowie Twitter und Facebook als Diskussionsplattform dazu, aber in den klassischen Publikumsmedien gibt es nicht mehr viele institutionalisierte Formate für Medienkritik – neben Ausnahmen: etwa die «Neue Zürcher Zeitung» mit ihrer samstäglichen Medienseite, SRF mit dem «Medientalk» und dem «Medienclub» sowie die Kolumnen in der «Sonntagszeitung», «NZZ am Sonntag», WoZ oder «Weltwoche».

Kritisch zur Konkurrenz

In diese Reihe gehörte auch die «Schweiz am Wochenende». Wer bei Medienthemen auf dem Laufenden sein wollte, kam am Sonntagsblatt aus dem Hause Peter Wanner nicht vorbei. Regelmässig waren dort Primeurs zu lesen, Hintergründiges zum Medienwandel oder auch Kritisches über die Aktivitäten der Konkurrenzverlage.

Mit der Umstellung auf die «Schweiz am Wochenende» vom Februar/März 2017 verschwand jedoch die fixe Medienrubrik. Warum dieser Schritt? Waren diese Themen bei den Lesern unbeliebt? Wurde es schwieriger, über Medienthemen zu berichten oder kann man so sparen? «Das gibt uns mehr Flexibilität. Die starre Medienseite war in einzelnen Wochen zu wenig Platz und in anderen Wochen zu viel», begründet Chefredaktor Patrik Müller den Schritt.

Anderer Platz für Medienthemen

Die Medienkolumne werde weitergeführt, neu auf der Doppelseite «Meinung», betont Müller. Zudem veröffentlicht er Mediengeschichten und Artikel über Digitales und Zukunftsthemen neu im Ressort «Wirtschaft» oder auf der «Morgen»-Seite im «Wochenende»-Bund. 



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Kommentare

  • Robert Weingart, 20.07.2017 18:52 Uhr
    Zukunftsthemen. Ob man damit viele Leser anspricht? Hart recherchierte Themen sind meiner Meinung nach in der Schweiz am Wochenende Mangelware. Und bei SoZ und NZZaS halten irgendwelche Statistikanalysen als Frontaufhänger her. Die Wochenendpresse bietet wenig Mehrwert. Geschichten, die am Desk entstehen, würde ich nicht zwingend als Qualitätsjournalismus bezeichnen. Die Schweiz am Wochenende ist leider keine Ausnahme. Schade, dass Patrik Müller aus der Ausgangslage nicht mehr herausholt. Etwas mehr Biss wäre zu wünschen.
  • Dieter Widmer, 21.07.2017 09:06 Uhr
    Ich weiss nicht, von welchen Sonntagszeitungen Robert Weingart schreibt. Ich nehme jedenfalls SoZ und NZZaS ganz anders wahr. Wenn man mehr liest als die Frontseite (mit den Themenanrissen) gibts haufenweise Hintergrundberichte.
  • Hardy Jäggi, 21.07.2017 12:36 Uhr
    Die AZ Medien bauen laufend Personal und Inhalte ab. Die Schweiz am Sonntag stellen sie ein und versuchen diesen Abbau (die Abopreise bleiben gleich) den dummen Abonnenten noch als Vorteil zu verkaufen. Die Qualität wird dem Profit der Familie Wanner geopfert. Schade!! Was die anderen Sonntagszeitungen anbelangt, so ist es mit deren Qualität nicht weit her. Insbesondere die SonntagsZeitung bringt regelmässig grosse Artikel (betrügerische Spitex, Kein Fachkräftemangel im Gesundheitsbereich) die zwar ganz gut klingen, aber sehr schlecht recherchiert oder völlig übertrieben und pauschalisiert sind. Ich werde künftig jedenfalls auf eine Zeitung am Sonntag verzichten. Leider.

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