17.04.2018

Sparprogramm der SRG

Mitarbeiter kämpfen für das Radiostudio Bern

Über 160 Mitarbeitende sind gegen die Verlegung des Radiostudios nach Zürich. Bern sei ein wichtiger Brückenkopf zwischen der Deutschschweiz und der Romandie. Am Montag haben sie ein Protest-Schreiben an die SRG-Chefs verschickt.
Sparprogramm der SRG: Mitarbeiter kämpfen für das Radiostudio Bern
Die Mitarbeiter und Auslandkorrespondenten wollen, dass die Abteilung Information in Bern bleibt. (Bild: SRF)

Die Belegschaft von Radio SRF setzt sich für Standort Bern ein: Sie seien überzeugt, dass mit der Verlegung nach Zürich die Eigenständigkeit der reichweitenstarken und glaubwürdigen Informationssendungen von Radio SRF bedroht wäre. Diese Haltung hätten über 160 SRF- und TPC-Angestellte am Montag in einem Schreiben an den SRG-Verwaltungsrat zum Ausdruck gebracht, heisst es in einer Mitteilung vom Dienstag.

Meinungsvielfalt in Gefahr

Bern spiele eine entscheidende Rolle als Brückenkopf zwischen der Deutschschweiz und der Romandie. Wenn nun das Radio auch noch nach Zürich ziehe, wachse der viel kritisierte «Wasserkopf Zürich» weiter.

SRF habe intern kommuniziert, dass dadurch 3 bis 3,5 Millionen Franken eingespart werden können. «Diese Pläne gefährden nicht nur die föderalen Strukturen der SRG, sondern auch die Medienvielfalt in der Schweiz – also Werte, die im Abstimmungskampf gegen die No-Billag-Initiative von der SRG ins Feld geführt wurden», schreibt die Gruppe «Pro Radiostudio Bern» in ihrer Mitteilung.

Abteilung Information betroffen

Die grosse Mehrheit der Mitarbeitenden des Radiostudios Bern sowie die Auslandkorrespondenten und -korrespondentinnen seien gegen einen Umzug. Der SRG-Verwaltungsrat und die Generaldirektion sowie die SRF-Geschäftsleitung sollten sich «nicht nur finanzielle Überlegungen machen, sondern auch föderalistische und medienpolitische Argumente gewichten». Die Forderung der Gruppe ist klar: Die Abteilung Information des Radios soll in Bern bleiben, also Nachrichten/Teletext, die Senderedaktionen von «Echo der Zeit», «Rendezvous»/«Tagesgespräch», «Info3», «Heute Morgen», SRF4 News sowie die Fachredaktionen Ausland, Inland, Wirtschaft, ebenso die Technik und Dokumentation.

Eine mögliche Studioverlegung, wurde Anfang April bekannt. Bis im Juni will SRF die Entscheidungsgrundlagen für den Verwaltungsrat der SRG erarbeiten (persoenlich.com berichtete). Wie die Mitarbeitenden wollen auch die Berner Wirtschaftsverbände Radio SRF in Bern behalten, genauso wie die CVP Bern (persoenlich.com berichtete). (eh)



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