15.03.2017

SRF

Nebenjob von Ruedi Matter gibt zu reden

Die ARD engagiert den SRF-Direktor als Berater. Am Leutschenbach sorgt dies offenbar für Gesprächsstoff.
SRF: Nebenjob von Ruedi Matter gibt zu reden
Berät die ARD: SRF-Direktor Ruedi Matter. (Bild: Keystone/Walter Bieri)

Ein Nebenjob von SRF-Direktor Ruedi Matter sorgt am Leutschenbach für Irritationen, wie die «Handelszeitung» berichtet. Die ARD hat den Schweizer Medienmanager als Berater für geplante Reformen verpflichtet.

Das Mandat umfasst ein bis zwei Tage pro Monat und läuft vorerst bis Ende September. Bis dann muss die deutsche Fernsehanstalt Reformvorschläge präsentieren, mit denen eine dreistellige Millionensumme eingespart werden kann. Gegenüber Horizont.net begründet die ARD-Vorsitzende Karola Wille Mitte Februar das Engagement Matters damit, dass dieser «den seit Jahren im Nachbarland laufenden Reformprozess kenne». Ausserdem wisse er «um die Bedeutung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und hat ausserdem früher für McKinsey gearbeitet».

Bei der SRG sorgt der Ausflug Matters ins Consulting-Geschäft für Irritationen. Andreas Künzi von der Gewerkschaft Schweizer Syndikat Medienschaffender (SSM) bezeichnet dessen Beratungsmandat auf Anfrage der «Handelszeitung» als «grenzwertig».

Ein SRF-Insider kritisiert, dass der Direktor mit der Führung von über 2000 Angestellten eigentlich genug zu tun haben sollte. Aus Sicht des Gebührenzahlers seien solche Nebenbeschäftigungen nicht zu rechtfertigen. Beide Fernsehanstalten betonen, dass Matter kein Honorar beziehe. Das SRF hält fest, dass auch die Nebenbeschäftigung von Kaderleuten bewilligt werden müsse – und SRG-Generaldirektor Roger de Weck über Matters Mandat informiert sei. (handelszeitung.ch/tim)



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Kommentare

  • Dieter Widmer, 16.03.2017 08:21 Uhr
    Dass Ruedi Matter vielleicht profitieren kann, wenn er die ARD von innen kennenlernt, daran denkt die Mediengewerkschaft schon gar nicht. Für mich kurzsichtiger Lärm, der ins Leere verpufft.
  • Franz Meier-Hurni, 16.03.2017 14:59 Uhr
    Wenn bei SRF und ARD schon gespart werden soll: Ein Sparposten wären die im Zeitalter von Satellit, Kabel und Mediatheken anachronistischen Gemeinschaftssendungen von ARD, ORF und SRF, allen voran die "Tatort"-Krimis, die mittlerweile ein Niveau erreicht haben, wo es tiefer nicht mehr geht...
  • Arnold Müri, 16.03.2017 15:01 Uhr
    Mit seinem Rat kann die ARD nur matter werden! Matter, als SRF und ARD schon heute sind...
  • Nico Herger, 16.03.2017 16:12 Uhr
    Offenbar ist der Grossverdiener nicht ausgelastet. In der geschützten Werkstatt am Leutschenbach nichts Aussergewöhnliches.
  • Ernst Zahnder, 17.03.2017 15:09 Uhr
    Wo sind Matters Leistungen am Leutschenbach? Hic Rhodos, hic salta!

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