05.10.2016

Tamedia

Nun ist klar, wie man verhandeln will

Nach mehreren Sitzungen einigten sich die Redaktionsvertreter mit Tamedia auf ein Verhandlungsprotokoll.
Tamedia: Nun ist klar, wie man verhandeln will
Redaktoren von «24 heures» demonstrieren vor dem Tamedia-Gebäude in Lausanne. (Bild: (KEYSTONE/Laurent Gillieron)

Die Angestellten der Westschweizer Zeitungen «24 Heures» und «Tribune de Genève» haben sich mit Tamedia auf ein Protokoll für die Verhandlungen über den Abbau von 31 Stellen geeinigt. Das Verlagshaus lehnte eine Mediation durch die Kantonsregierungen ab.

Die Tamedia hatte Ende September den Abbau von insgesamt 31 Stellen angekündigt. Die Einsparungen wurden mit rückläufigen Einnahmen begründet. Bei «24 Heures» werden nach Angaben der Redaktionen 19 Stellen abgebaut – 16 Angestellten droht die Entlassung.

Bei der «Tribune de Genève» werden 12 Stellen abgebaut, 8 Personen stehen vor der Entlassung. Nach vier Verhandlungsrunden konnten sich Vertreter der Redaktionen und die Direktion der Tamedia in der Westschweiz auf einen Verhandlungsrahmen einigen, wie die Redaktionen am Mittwoch mitteilten.

Die Gespräche gehen bis mindestens Mitte Oktober weiter. Tamedia lehnte dabei eine Mediation durch die Kantonsregierungen ab. Die beiden Wirtschaftsdirektoren Philippe Leuba (VD) und Pierre Maudet (GE) wären bereit gewesen, zu vermitteln. Die Redaktionen erinnerten daran, dass Tamedia im vergangenen Jahr einen Gewinn von 334 Millionen Franken erzielte. Sie bezeichneten den Stellenabbau deshalb als ungerechtfertigt. Sie verdächtigen das Verlagshaus zudem, die Westschweiz nicht gleichwertig zu behandeln.

Grosse Unterstützung

In die Regionalpresse in der Romandie sei nichts investiert worden, während gewisse Deutschschweizer Zeitungen in schwieriger Lage gemäss ihren Informationen finanziell unterstützt worden seien, hielten die Redaktionen fest.

Sie verlangten deshalb Transparenz zu den Geschäftszahlen durch das Verlagshaus. Die beiden Zeitungen werden in ihrem Kampf gegen den Stellenabbau breit unterstützt. Eine Petition erhielt 3000 Unterschriften und auch zahlreiche Politiker, Sportler und sogar der Waadtländer Generalstaatsanwalt sprachen sich gegen die Einsparungen aus. (sda)



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