29.11.2017

NZZ-Gruppe

Nur Vorschuss-Lorbeeren für den neuen CEO

Mit Felix Graf wird per Sommer 2018 ein Top-Kadermann aus der Strombranche bei der NZZ das Steuer übernehmen. Spielen Branchen-Kenntnisse keine Rolle mehr? Und sind damit die Joint-Venture-Pläne vom Tisch? Sieben Antworten auf diese und weitere brennende Fragen.
NZZ-Gruppe: Nur Vorschuss-Lorbeeren für den neuen CEO
«Das Angebot der NZZ kam zu einem spannenden Zeitpunkt auf meinem Lebensweg», sagt der neu ernannte NZZ-CEO Felix Graf. (Bild: ckw.ch)
von Edith Hollenstein

1. Warum tritt Felix Graf seine neue Funktion erst im Juni 2018 an?
Felix Graf hat bei der Centralschweizerischen Kraftwerke (CKW) eine zwölfmonatige Kündigungsfrist, die er nun soweit verkürzen konnte, dass er seine neue Aufgabe am 1. Juni antreten kann», sagt NZZ-Sprecherin Michèle Ramò auf Anfrage von persoenlich.com.

2. Warum wählte der Verwaltungsrat einen Top-Kadermann aus der Energie-Branche: Gibt es Parallelen zwischen der Energie- und der Medienbranche?
«Es gibt in der Tat Parallelen. Auch die CKW-Gruppe musste sich auf ein fundamental verändertes Marktumfeld ausrichten», sagt die NZZ-Sprecherin. Felix Graf habe für die CKW neue Einnahmenquellen erschlossen und die Angebote konsequent auf die Kundenbedürfnisse ausgerichtet. Der NZZ-Verwaltungsrat habe einen erfahrenen CEO gesucht, «der genau weiss, was es heisst, ein Unternehmen durch einen technologiegetriebenen Veränderungsprozess zu führen».

3. Warum sind Kontakte in die Medien- und Kommunikationsbranche keine zentrale Voraussetzung?
Felix Graf habe im Laufe seiner Karriere wiederholt gezeigt, dass er sich sehr schnell in neue Bereiche und Industrien einarbeiten könne, schreibt Sprecherin Ramò. Er kenne das Medien-Marktumfeld und habe bei Swisscom die Veränderung des Mediennutzungsverhaltens früh erkannt und die Angebote darauf ausgerichtet. Vor allem aber sei Graf eine integrative Führungspersönlichkeit, die es verstehe, das vorhandene Wissen in einer Organisation richtig zu nutzen. 

4. Ist mit der Ernennung das mögliche Joint Venture der NZZ-Regionalmedien mit den AZ Medien vom Tisch oder bleibt ein solcher Schritt eine Option?
Zu dieser Frage liefert Sprecherin Ramò folgende Antwort: «Felix Graf wird CEO der NZZ-Mediengruppe. Auf Gerüchte zu möglichen künftigen Kooperationen, Beteiligungen oder Investitionsprojekten gehen wir grundsätzlich nicht ein.»

5. In der Mitteilung erwähnt die NZZ die «Bodenständigkeit» und «Offenheit» von Felix Graf. Woran lassen sich diese beiden Eigenschaften festmachen?
«Felix Graf hat den Verwaltungsrat auch durch seine Persönlichkeit überzeugt. Er geht offen auf die Menschen zu, ist lösungsorientiert und weiss, dass Erfolge nur gemeinsam erzielt werden. Er ist eine integrative, erfahrene Führungspersönlichkeit, die auch kulturell gut in unser Unternehmen passt», so Ramò.

6. Was für eine Vision hat Felix Graf für die NZZ-Mediengruppe? Woher sollen die Einnahmen kommen: von Lesern, Anzeigenkunden, staatlichen Förderhilfen?
Felix Graf sei von der «Wichtigkeit qualitativ hochstehender Publizistik überzeugt», schreibt Sprecherin Ramò. Graf sehe «eine einmalige Chance, die NZZ-Mediengruppe in eine erfolgreiche Zukunft zu führen». «Selbstverständlich kennt und stützt er die Strategie mit Fokus auf die Publizistik, welche die NZZ vor vier Jahren eingeschlagen hat. Dabei gewinnen zahlende Kunden grundsätzlich als Ertragsquelle an Bedeutung».

7. Und was sagen die Mitarbeiter an der Falkenstrasse, in St. Gallen und in der Zentralschweiz?
Stimmen von Mitarbeitern der NZZ-Gruppe, die persoenlich.com – teils über Umwege – erreichten, meinen: «sehr gut, ein Zürcher», «mega sympathisch», «ganz anderer Auftritt als sein Vorgänger», «sympathisch und witzig». 

 

 



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Kommentare

  • Jana Riedmüller, 29.11.2017 18:00 Uhr
    Ein kluger Entscheid. Graf steht für den wichtigen Blick über den Tellerrand, der vielen Medienhäusern fehlt.

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