11.01.2018

No Billag

Pro audito und Senioren lehnen Initiative ab

Das barrierefreie Angebot der SRG sowie der Regionalsender sei bedroht. Auch ein Abomodell wirft Fragen auf.
No Billag: Pro audito und Senioren lehnen Initiative ab
Bis im Jahr 2022 sollen 80 Prozent der Sendungen im öffentlich-rechtlichen Fernsehen mit Untertiteln ausgestrahlt werden. (Bild: Keystone/Ennio Leanza)

Pro audito Schweiz stellt sich gegen die No-Billag-Initiative, über die am 4. März abgestimmt wird. Ohne Gebühren könne die SRG Programme für hör- und sehbehinderte Menschen nicht mehr finanzieren. Auch das barrierefreie Angebot des Schweizer Regionalfernsehens ist durch die Initiative bedroht, wie die Organisation für Menschen mit Hörproblemen am Donnerstag mitteilte. Viele Menschen mit Sinnesbehinderungen würden so eine Verbindung zum lokalen Leben verlieren.

Erst im September 2017 haben die Sinnesbehinderten-Verbände mit der SRG eine neue Vereinbarung getroffen. Diese legt fest, dass bis im Jahr 2022 80 Prozent der Sendungen im öffentlich-rechtlichen Fernsehen mit Untertiteln ausgestrahlt werden und die Sendezeit mit Gebärdensprache auf 1000 Stunden pro Jahr angehoben wird.

Auch Verband für Seniorenfragen gegen «No Billag»

Auch der Schweizerische Verband für Seniorenfragen (SVS) empfiehlt, bei der No-Billag-Initiative ein Nein in die Urne zu legen. Die Vorlage sei für Senioren ungeeignet, befanden die Sektionspräsidenten. Für den Entscheid ausschlaggebend gewesen seien praktische Fragen, teilte der SVS am Mittwoch mit. Unklar sei etwa, welche Sendungen nach einem Ja zur Vorlage abonniert werden könnten und wie das gehen soll.

Auch überzeuge das Modell einer staatlichen Finanzierung einzelner Sendungen nicht, weil diese Mittel jährlich in der Budgetdebatte des Parlaments bewilligt werden müssten. Das sei keine keine Aufgabe für ein Parlament. (sda/cbe)



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