09.09.2015

Nachbern.ch

Ronnie Grob darf nicht mehr ins Bundeshaus

Er hat laut den Parlamentsdiensten die Verhaltensregeln missachtet.
Nachbern.ch: Ronnie Grob darf nicht mehr ins Bundeshaus

Bis zu den Wahlen am 18. Oktober will Ronnie Grob auf seinem Blog Nachbern.ch über die Vorgänge im Bundeshaus berichten und die einzelnen Kandidaten genauer unter die Lupe nehmen. Dies macht der Journalist auf eigene Faust, ohne ein Medium als Arbeitgeber im Rücken.

Ende August ist seine Crowdfunding-Aktion auf Wemakeit erfolgreicht geendet. Über 10'000 Franken hat der Journalist mit seiner Idee gesammelt (persoenlich.com berichtete).

In Bern angekommen, machen ihm die Parlamentsdienste einen Strich durch die Rechnung. "Leider mussten wir Ihre Akkreditierung zum Parlamentsgebäude sperren und Sie haben ab sofort keinen Zutritt mehr", schreiben sie ihm in einem Mail, das Grob heute auf seinem Blog gepostet hat. Einerseits seien Fotoaufnahmen von der Presstribüne aus bewilligungspflichtig, andererseits sei ausdrücklich auf die Vertraulichkeit von Dokumenten auf den Pulten der Ratsmitglieder hingewiesen, begründet Bereichsleiter Mark Stucki den Entscheid im Mail.

Er sei überrascht, sagt Grob gegenüber persoenlich.com und bezeichnet den Entscheid der Parlamentsdienste als "klare Überreaktion". Sein Vergehen, zwei Fotos ohne vorherige Bewilligung zu schiessen und zu veröffentlichen, sei ohne Absicht geschehen. Die anderen Vorwürfe der Parlamentsdienste weist der Journalist zurück.

Klar ist jedoch: Das Projekt Nachbern.ch geht auch ohne Akkreditierung weiter. "Sollten die Parlamentsdienste sich nicht eines Besseren besinnen und den Entscheid rückgängig machen, werde ich gezwungenermassen von ausserhalb des Bundeshauses berichten", sagt er. (wid)

Bild: Screenshot, blog.ronniegrob.com



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