13.09.2017

Tages-Anzeiger

Schreibtipps für Direktoren oder Bundesräte

Hintergrundchef Edgar Schuler listet in der Zeitung zehn Regeln für angehende Gastautoren auf. Die Aufzählung sei ein Aufruf mit einem Aber, sagt er.
Tages-Anzeiger: Schreibtipps für Direktoren oder Bundesräte
Edgar Schuler leitet beim«Tages-Anzeiger» das Ressort Hintergrund und Debatte. (Bild: zVg.)
von Michèle Widmer

«Kommen Sie sofort auf den Punkt», «Schreiben Sie deutsch und deutlich» oder stützen Sie sich auf «Fakten, Fakten, Fakten»: Edgar Schuler, Ressortleiter Hintergrund und Debatte, zählt im «Tages-Anzeiger» vom Mittwoch zehn (oder doch elf?) Schreibregeln auf (Beitrag online nicht verfügbar). Ansprechen will er damit «angehende Gastautoren», deren Beiträge die Zeitung «gern veröffentlicht» – aber eben nur, wenn sie «gut» sind.

Für Journalistinnen und Journalisten ist die Lektüre unterhaltsam, allenfalls sogar lehrreich. Allerdings fragt man sich, ob der durchschnittlicher Leser sich dafür interessiert. Warum gibt der «Tages-Anzeiger» potenziellen auswärtigen Autoren Arbeitstipps über die gedruckte Ausgabe und nicht per Mail oder am Telefon? Hat die Redaktion zu viel schlecht geschriebene Gastbeiträge redigieren müssen?

Bildschirmfoto 2017-09-13 um 10.00.59Schuler winkt ab: «Auf der Hintergrund-Seite sollen Debatten geführt werden», erklärt er. Der Beitrag sei ein Aufruf an angehende Gastautoren aus Politik, Wirtschaft und anderen Fachbereichen – allerdings mit einem Aber. Man wolle die Schreibenden daran erinnern, dass ihre Beiträge auch gelesen werden sollen und, dass es dafür ein paar Dinge zu beachten gelte, sagt er auf Anfrage. 

Dünnhäutig dürfen die künftigen Gastautoren des Tagis nicht sein, denn einzelne Passagen können durchaus belehrend wirken. Sie seien keine «Goethes», schreibt Schuler, zudem sollen Gastautoren den bereits fertigen Text nochmals laut vorlesen. Und die «Schlaumeier» erinnert Schuler daran, dass bei der Zeichenlimite die Leerschläge inklusive seien.

Zum Schluss weiss der Leser nicht recht, inwiefern Schulers Text ironisch gemeint ist: Wir Redaktorinnen und Redaktoren «haben immer recht». «Glauben Sie uns.»



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