03.12.2017

No Billag

So läuft die Debatte auf Social Media

Über die No-Billag-Initiative wird auf Twitter, Facebook und Co. heftig diskutiert. Wer hat dabei den grössten Einfluss? Und welche Posts erreichten die meisten Likes? Antworten und Hintergründe liefert unsere Datenanalyse.
No Billag: So läuft die Debatte auf Social Media
Wer schreibt was in den Sozialen Medien über die No-Billag-Initiative? persoenlich.com hat die Daten auswerten lassen. (Bild: Keystone)
von Christian Beck

Erst am 4. März 2018 wird über die No-Billag-Initiative abstimmt. Und bereits tobt der Abstimmungskampf – insbesondere in den Sozialen Medien. Aus der persoenlich.com vorliegenden Analyse von der Social-Media-Agentur Kuble wird deutlich: Einflussreichster Autor bei den Gegnern der No-Billag-Initative ist Philippe Wampfler, Autor, Dozent und Lehrer für digitale Bildung. Er hat rund 8000 Follower (Klout-Score 79,75):


Auf Platz 2 folgt Reda el Arbi, unter anderem Autor des «Tagesanzeiger»-Stadtblogs (5150 Follower, Klout-Score: 70,15):


Und Platz 3 ist Dina D. Pomeranz, Assistenzprofessorin für Mikroökonomie und Entwicklungsökonomie an der Uni Zürich (20'700 Follower, Klout-Score: 70,00):



Top 3 Pro-Influencer (nach Klout)

Bei den Befürwortern der Initiative steht Medienproduzent Marcel Sardo zuoberst auf dem Podest (15'500 Follower, Klout-Score: 64,69):


Dahinter folgt SVP-Nationalrätin Natalie Rickli (37'500 Follower, Klout-Score 64,53):


Und auf Platz 3 der No-Billag-Befürworter ist Frank Covfefe, der laut Twitter-Bio über Punk und Politik schreibt (13'500 Follower, Klout-Score: 64,38):


Was heisst eigentlich «einflussreich»? Einfach gesagt: Es wird analysiert, wie auf einen Post im Verhältnis zu der Anzahl Follower reagiert wird. «Hat ein Autor wenig Follower, aber seine Beiträge generieren viele Reaktionen, kann er einflussreicher sein als einer mit sehr vielen Followern, die aber nicht auf seine Inhalte reagieren», sagt Gustavo Salami, Gründer und CEO von Kuble, gegenüber persoenlich.com.



Reichweite der Pro- und Contra-Tweets

Es fällt auf, dass der Einfluss der Twitterer, die sich gegen die No-Billag-Initiative aussprechen, deutlich höher ist als bei den Befürwortern. Obwohl die Befürworter aktiver sind, wie folgende beiden Grafiken verdeutlichen:

Reichweite_2

Anzahl Tweets_1

Für diesen Effekt gibt es eine simple Erklärung. «Viele Gegner der No-Billag-Initiative sind bekannte Politiker und Journalisten», sagt Salami.



Top 3 Twitter-Posts

Die folgenden Twitter-Posts wurden am häufigsten retweetet. Berücksichtigt wurde der Zeitraum vom 30. September bis am 29. November:



Top 3 Facebook-Posts

Diese Facebook-Posts generierten am meisten Likes – interessanterweise sind alle drei von der Seite «Ja zur Abschaffung der Billag-Gebühren». Berücksichtigt wurde der Zeitraum vom 30. September bis am 29. November:



Top 3 Instagram-Posts

Diese Instagram-Posts generierten am meisten Likes. Berücksichtigt wurde der Zeitraum vom 30. September bis am 29. November:

Das ist Helene Schulthess. Sie ist Kulturschaffende. Und: Sie gehört dort zu einer raren Spezies: Billag-Gegnerin. #nobillag #nzz @nzz

Ein Beitrag geteilt von up!schweiz (@upschweiz) am

#politik #nobillag @blick.ch @srfschweizerradioundfernsehen #lustigobwohlesernstist #seriousbutfunny #meinungsfreiheit

Ein Beitrag geteilt von Jonny Fischer (@jonny__fischer) am

04.März 2018. Vouksabstimmig über d'No-Billag Initiative. Wär jetzt würklich no seit, d'Billag isch wichtig, het äue no nix begriffe



Wortwolken Pro und Contra

In den Wortwolken werden Schlüsselwörter dargestellt, die in den No-Billag-Erwähnungen enthalten sind. Je öfter das Wort vorkommt, desto grösser wird es dargestellt. «Die Wortwolken geben einen Einblick darüber, wie argumentiert wird», so Salami.

WortwolkePro

WortwolkeContra 

Kuble, von persoenlich.com mit der Datenanalyse zu «No Billag» beauftragt, betreibt die Plattform Influencer.World, um damit für Kunden schnell und einfach Konkurrenzanalysen durchführen zu können (persoenlich.com berichtete).

Influencer.World basiert auf dem sogenannten Klout-Score. Nur wer dort eingetragen ist, wird gewertet. Das in San Francisco beheimatete Unternehmen Klout erstellt auf der Grundlage der Analyse von sozialen Netzwerken ein Rating von Nutzern. Die Algorithmen des weitgehend automatischen Dienstes zur quantitativen Ermittlung des Online-Einflusses sind nicht öffentlich.

Die Daten für die Analyse wurden mittels Influencer.World und Brandwatch erhoben. Dabei war das wichtigste Element eine von Kuble manuell geführte Liste mit Pro- und Contra-Billag-Accounts.



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Kommentare

  • Christoph Walther, 03.12.2017 18:10 Uhr
    Dieser Artikel enthält viel Humbug. So hat ein hoher Klout-Score mit No-Billag gar rein gar nichts zu tun. So äussert sich beispielweise SVP-Nationalrätin Natalie Rickli kaum zur Initiative, hat aber aufgrund ihrer allgemeinen Präsenz einen hohen Klout-Score. Seriöse Reichweitenforschung geht davon aus, wie viele Menschen eine Botschaft tatsächlich zur Kenntnis genommen haben. Was hier präsentiert wird, ist peinliches Zahlen-Voodoo.
  • Gustav Weber, 05.12.2017 16:18 Uhr
    Marcel Sardo als Nr. 1-Influencer, das ist nicht uninteressant. Der Mann twitteret sonst hauptsächlich gegen NATO, USA etc. Auf seinem Twitterprofil schreibt er: "I am a Pro-Russia Media-Sniper."

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