24.11.2017

Viscom

Sorge um eine «Mitgliedschaft light»

Der Branchenverband für die grafische Industrie hat sich neu aufgestellt und damit für neue Akteure geöffnet.
Viscom: Sorge um eine «Mitgliedschaft light»
Die Delegierten von Viscom stellt sich neu auf. Die Gewerkschaften befürchten, dass sich Arbeitnehmer nun ohne GAV-Pflicht dem Verband anschliessen. (Bild: viscom.ch)

Eine ausserordentliche Delegiertenversammlung stimmte grossmehrheitlich für die neue Verbandsstruktur, wie Viscom am Freitag auf ihrer Homepage schrieb. Ab 1. Januar 2018 wird es zwei miteinander verbundene Verbände geben: Print+Communication für die Kommunikationsbranche mit Fokus auf Lobbying und Dienstleistungen, Innovation, Management und Umwelt, während Viscom für Grund- und Weiterbildung, Gesamtarbeitsvertrag und die Verwaltung der Sektionsvermögen zuständig ist.

Die Gewerkschaften Syndicom und Syna begrüssten, dass sich der Viscom weiteren Akteuren der Branche öffnen und damit stärken will. Auf Unverständnis hingegen stösst die Absicht, den Verband so zu strukturieren, dass auch eine Verbandsmitgliedschaft ohne Pflicht zur Teilnahme am Gesamtarbeitsvertrag (GAV) möglich ist, wie beide Arbeitnehmervertreter gemeinsam mitteilten.

Syndicom und Syna sprechen von einer «Mitgliedschaft light»: Es bestehe die Gefahr, dass heutige Mitglieder von Viscom die neue Verbandsstruktur missbrauchen wollen, um sich aus dem GAV zu verabschieden und Druck auf die Arbeitsbedingungen zu machen. Dies stelle die «bewährte Sozialpartnerschaft» in Frage und schaffe «weitere Unsicherheit in für die Branche wirtschaftlich schwierigen Zeiten», heisst es. (sda/cbe)

 



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