20.03.2013

Cham Paper Group

Streicht in Cham 212 von 312 Arbeitsplätzen

Kratzt wieder an Gewinnschwelle.

Die mitten in einer Restrukturierung steckende Cham Paper Group kratzt wieder an der Gewinnschwelle. Im Jahr 2012 erzielte der Spezialpapier-Hersteller wieder einen kleinen operativen Gewinn. Unter dem Strich blieb noch ein leichter Verlust von 1,2 Mio. Franken. Im Vorjahr hatten Restrukturierungskosten von gut 80 Mio. Fr. dem Unternehmen einen happigen Verlust von 92,1 Mio. Fr. eingebrockt. Vor diesen Restrukturierungskosten erreichte Cham Paper Group 2012 wieder einen kleinen Betriebsgewinn (EBIT) von 723'000 Fr. nach einem operativen Verlust von 8,1 Mio. Fr. im Vorjahr.

Auf die Margen drückten die deutlich höheren Einkaufspreise für Chemikalien und die zeitweilig um die Hälfte gestiegenen Energiekosten für Gas in Italien. Diese hätten nicht unmittelbar über  reiserhöhungen auf die Kunden überwälzt werden können, gab das Unternehmen am Mittwoch bekannt.
 
Totalumbau
 
Der Umsatz fiel um knapp 10 Prozent auf 279,7 Mio. Franken. Die Cham Paper Group steckt mitten in einem Vollumbau des Unternehmens. Dabei wird die Produktion von Rohpapier in Cham aufgegeben und die Herstellung von Einlagepapieren für Tabakwaren-Verpackungen in die beiden Werke in Italien verlagert.
 
Von den einst 312 Stellen in Cham werden bis nächstes Jahr 212 Arbeitsplätze gestrichen: Mit der Stilllegung einer von beiden Papiermaschinen sank der Personalbestand der gesamten Gruppe bis Ende Dezember 2012 bereits von 651 auf 544,5 Vollzeitstellen. Viele der betroffenen Mitarbeiter hätten wieder einen neuen Job gefunden, schreibt Cham Paper Group. Ende Monat werde auch die zweite Papiermaschine stillgelegt. Dann folge der zweite Abbauschritt beim Personal. Ab April würden die bisher in Cham produzierten Spezialpapiere für die Tabakindustrie im Werk Carmignano in der
Toskana hergestellt, hiess es.
 
Neuer Stadtteil auf Fabrikgelände
 
In Cham soll ein Technologie- und Entwicklungszentrum mit rund 100 Arbeitsplätzen verbleiben. Die Strategie der Trennung der Produktion (Italien) und der Entwicklung (Schweiz) wirke sich schon jetzt positiv aus, sagte der Verwaltungsratsdelegierte Urs Ziegler laut der Nachrichtenagentur AWP am Mittwoch vor den Medien in Zürich. Auf dem freiwerdenden Fabrikareal von gut 100'000 Quadratmetern soll angesichts des grossen Bedarfs an Wohnraum im Kanton Zug ein neuer Stadtteil entstehen. Am 10. Dezember bewilligte die Gemeindeversammlung in Cham einen Planungskredit für eine städtebauliche Studie. An der Urne werde dann voraussichtlich Ende nächsten Jahres abgestimmt, wie das Fabrikareal der "Papieri" überbaut werden solle.
 
Trotz des minimalen operativen Gewinns und des Reinverlusts will die Cham Paper Group wieder eine Ausschüttung vornehmen, nachdem 2011 die Dividende gestrichen worden war. Weil durch die Konzentration der Rohpapierproduktion in Italien finanzielle Mittel frei würden, sollten die Aktionäre eine Ausschüttung von 3 Fr. je Aktie in Form einer Kapitalrückzahlung erhalten, hiess es. (sda)
 


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