13.11.2017

Tamedia

Vinzenz Wyss kritisiert die «SonntagsZeitung»

Der ZHAW-Medienprofessor erhebt schwere Vorwürfe. Die Redaktion der «SonntagsZeitung» habe seine Studie benutzt, um politisch Stimmung zu machen. Die Verantwortlichen dementieren.
Tamedia: Vinzenz Wyss kritisiert die «SonntagsZeitung»
Vinzenz Wyss ist Professor für Journalistik an der ZHAW und engagiert sich in Social Media gegen «No Billag». (Bild: zVg.)

Am Sonntag hatte die «Sonntagszeitung» eine Studie über die politische Ausrichtung von Journalisten publiziert. Laut SoZ bezeichnen sich knapp 70 Prozent aller SRG-Journalisten als links. «Rund 16 Prozent verorten sich in der politischen Mitte. Und 16 Prozent sehen sich als rechts», heisst es im Bericht der SoZ (persoenlich.com berichtete). Gegen diese Auslegung wehrt sich nun aber Studienautor Vinzenz Wyss.

Nach der heftigen Auseinandersetzung über Twitter am Sonntag, äusserte er sich am Montag in einem Interview auf Watson.ch. Darin erhebt happige Vorwürfe gegen die SoZ. Diese habe seine Studie benutzt, um politisch Stimmung zu machen. «Der verantwortliche Redaktor hat mich angefragt und Interesse an unseren Daten bekundet – die wir im Übrigen bereits im Juni vor einem Jahr veröffentlicht haben. Ich habe lange mit dem Journalisten darüber gesprochen, wie die Ergebnisse zu interpretieren sind. Als ich am Sonntag dann die Schlagzeile sah, bin ich aus allen Wolken gefallen», so Wyss.

Der Autor sei von einer «fragwürdigen Definition» ausgegangen und habe «masslos übertrieben». Die Schlagzeile suggeriere, die politische Einstellung der SRG-Journalisten weiche von der Norm ab. Dabei zeige seine Studie ja gerade, dass es statistisch keinen signifikanten Unterschied zwischen den SRG-Journalisten und jenen der privaten Medienhäuser gebe.

Von Watson um eine Stellungnahme angefragt, äussert sich auch der SoZ-Autor Dominik Balmer. Die Angaben in seinem Artikel seien «korrekt». «Zudem weise ich darauf hin, dass auch die befragten Journalisten privater Medien mehrheitlich links sind, und zitiere einen der Autoren mit der Aussage, dass der Unterschied zwischen beiden Gruppen nicht signifikant ist». Balmer schreibt weiter: «Der einzige bisher vorgebrachte Kritikpunkt, den ich verstehe, betrifft den Titel: Es wäre richtig gewesen, von zwei Dritteln und nicht von drei Vierteln zu sprechen.» (eh)



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