29.11.2017

CNN Money Switzerland

Wem der Wirtschaftssender ins Gehege kommt

Unter grossem Medieninteresse hat sich CNN Money Switzerland am Mittwoch der Öffentlichkeit präsentiert. Am 24. Januar geht der Sender an den Start. Wie sieht das Liveprogramm aus? Wer ist die Zielgruppe? Und welche Rolle spielt CNN? persoenlich.com klärt wichtige Fragen.
CNN Money Switzerland: Wem der Wirtschaftssender ins Gehege kommt
Chefredaktor Urs Gredig und CEO Christophe Rasch beantworten nach der Pressekonferenz Fragen von Journalisten. (Bild: Keystone/Ennio Leanza)
von Michèle Widmer

1. Welches Zielpublikum will der Sender erreichen?
Die Beiträge richten sich an Führungskräfte und Meinungsbildner nicht nur in der Schweiz, sondern auf der ganzen Welt. Im Fokus stehen Themen rund um Finanzen, Geschäftswelt, Wirtschaft, Kultur und Lifestyle mit einem Bezug zur Schweiz. «Wir wollen eine Brücke schlagen zwischen der Schweiz und der Welt», sagte Chefredaktor Urs Gredig, der zuvor 14 Jahre lang für SRF tätig war, dazu. Er denkt dabei auch an Mitarbeiter von Schweizer Konzernen oder NGOs im Ausland. Gredig will das Publikum in einem «frischen und fesselnden» Ton ansprechen. «Wir wollen, dass die Leute unsere Inhalte verstehen», fügte er an der Pressekonferenz im Medienpark in Zürich-Altstetten an, wo der Sender seine Redaktion und das Studio hat. CNN Money Switzerland sendet auf Englisch. Laut CEO und Gründer Christophe Rasch ein Vorteil: «In der Schweiz arbeiten rund 2,5 Millionen Menschen in einem englischsprachigen Umfeld», sagte er. Zudem könne man so ein internationales Publikum erreichen.



2. Welches Programm zeigt CNN Money Switzerland?
Der Sender liefert ein dreistündiges Liveprogramm jeden Tag von 18 bis 21 Uhr, das sich «The Swiss Pulse» nennt. In dieser Zeit werden drei Schwerpunkte ausgestrahlt: «The Living Markets» fokussiert auf die Finanzmärkte in der Schweiz und im Ausland. Internationale Korrespondenten werden für die Schweiz relevante Themen kommentieren. «The Big Picture» folgt um 19 Uhr und behandelt ein aktuelles Thema, das für die Schweiz sowie die restliche Welt von Interesse ist, mit Beiträgen, Recherchen und Interviews. Den Abschluss macht «The Newsmaker», ein 30-minütiges Interview mit einer Persönlichkeit aus der Geschäfts- oder Finanzwelt, die gerade für Schlagzeilen sorgt.

Ergänzt wird das Programm mit aktuellen Kurznachrichten aus dem In- und Ausland sowie Sportnachrichten und dem Wetterbericht. Nebst dem Liveprogramm werden die Sendungen wiederholt sowie Shows von CNN International ausgestrahlt, darunter Formate wie die Börsensendung aus New York von Maggie Lake oder «Quest means Business» von Richard Quest. Da die Börsenmärkte am Wochenende geschlossen sind, zeigt CNN Money Switzerland dann eine Art Best-of-Programm, wie Chefredaktor Urs Gredig sagte. Wichtig ist für ihn: «Die redaktionellen Entscheide fallen hier in Zürich.» Man renne hier nicht den Breaking News hinterher. Das sei Sache von CNN mit dem roten Logo. CNN Money habe ein blaues Logo. «Wir haben Zeit, längere Geschichten zu erzählen.»

3. Wo werden die Sendungen zu sehen sein?
Der nationale englischsprachige TV-Sender wird unverschlüsselt über die Schweizer Kabel- und IPTV-Anbieter zu empfangen sein. Dazu gehören Swisscom TV, UPC, NEt+ sowie Zattoo und Teleboy. Zudem verbreitet CNN Money Switzerland Videobeiträge über die sozialen Netzwerke Youtube, Facebook, Twitter und Instagram sowie auf der Webseite. «Wir gehen mit unseren Inhalten dorthin, wo unser Publikum im Laufe des Tages ist», sagte Rasch. Die sozialen Netzwerke und die Webseite hätten eine grosse Bedeutung in der Distribution der Inhalte, hier sollen die Beiträge kontinuierlich ausgespielt werden.


4. Wie sehen Besitzverhältnisse und Geschäftsmodell aus?
Die registrierte Betreibergesellschaft CNN Money Switzerland gehört zu 80 Prozent dem Schweizer Management um CEO Christophe Rasch. Die restlichen 20 Prozent gehörten Privatpersonen, sagte Verwaltungsratspräsident Julien Pitton am Rande der Veranstaltung im Gespräch mit der Nachrichtenagentur sda. Ansonsten gaben sich die Verantwortlichen an der Pressekonferenz verschlossen. «Die Firma ist privat, wir reden nicht über die Besitzverhältnisse», erklärte Rasch. Auch eine Nachfrage einer Journalistin bezüglich des vorgegebenen Break-even blieb unbeantwortet. Grund für das Interesse am Thema war wohl auch ein Artikel, welcher am Mittwoch im «Tages-Anzeiger» erschienen ist. Darin wurde nebst den unbekannten Besitzverhältnissen die Doppelrolle von Rasch als CEO eines Nachrichtensenders und Besitzer der Medienagentur Media Go kritisiert.

Finanzieren will sich CNN Money Switzerland durch Werbung und Sponsoring. Welche Kunden bereits im Boot sind, will Rasch vor den Journalisten nicht sagen, aber: «Es sind genug, machen Sie sich keine Sorgen.» Die Vermarktung der digitalen Plattformen übernehmen Adienzz und Romandie Network (persoenlich.com berichtete). Das TV-Geschäft wird über CNN und CNN Money Switzerland vermarktet.

5. Welche Rolle spielt CNN im Konstrukt?
Über die finanzielle Beteiligung des amerikanischen TV-Senders an CNN Money Switzerland ist an der Pressekonferenz nichts zu erfahren. Der Sender hat einen langfristigen Vertrag mit Turner Broadcasting Systems über die Verwendung der Marke CNN. Der US-Sender habe «einen signifikanten Anteil an CNN Money Switzerland durch die Verwendung unserer Marke», erklärte eine CNN-Sprecherin gegenüber dem «Tages-Anzeiger». Das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) erklärte der Zeitung, dass laut Meldung kein Teilhaber mehr als ein Drittel an CNN Money Switzerland besitze. An der Pressekonferenz sagte Julien Pitton, dazu: «CNN liefert die Marke, Talente und Technologie».



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