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Der Tages-Anzeiger ist mit der journalistischen Leistung von Kurt W. Zimmermann nicht zufrieden. Zumindest nicht, was seine Kolumne in der zweitjüngsten Ausgabe der Weltwoche angeht. Zimmi hatte sich in besagter Kolumne über den im Blick ausgetragenen Streit zwischen den Chefs der beiden Grossverteiler Migros und Coop ausgelassen und dabei, wie der "Tagi" schreibt, mitunter frei erfunden.
Coop-CEO Hansueli Loosli und Migros-Boss Anton Scherrer seien beide so verbittert, das sie gar nicht mehr miteinander reden würden. Zimmi schreibts, die Migros dementierts -- die beiden hätten sich erst kürzlich telefonisch über Privates ausgetauscht. Weiter schreibt Zimmermann, Scherrers Versuch bis über das Pensionierungsalter im Job zu bleiben, sei gescheitert. Auch das stimmt laut "Tagi" nicht, vielmehr habe Scherrer auf ein Spezialregelung ausdrücklich verzichtet. Dass Scherrer mit einem aggressiven Inserat den Streit mit Coop angeheizt habe, wie "Zimmi" in der Weltwoche schreibt, entbehre ebenfalls jeder Grundlage. Das Inserat habe aus der Marketingabteilung gestammt, Scherrer sei überhaupt nicht informiert gewesen.
Ganz besonders aber stört sich der Tages-Anzeiger am Schlussteil der Kolumne, "wo Zimmermann in einen Schreibstil verfällt, als ob er hautnah dabei gewesen wäre". Die Migros-Kommunikationschefin sei beim Anblick eines Statements Scherrers zur EU im Blick-Interview "erbleicht" und habe darauf gedrängt, das Statement in der Druckfassung des Interviews zu streichen, schreibt "Zimmi" da. Zudem habe Scherrer besagtes Statement ungefragt hervorgebracht.
Blick-Chefredaktor Werner de Schepper widerspricht dem, und sagt dem "Tagi" auf Anfrage, die Frage nach der EU sei vom Interviewer gestellt worden. Ebenso widerspricht Scherrer selbst. Dieser bezeichnet sowohl die Geschichte mit dem Teint der Pressesprecherin als auch deren Streichungsabsichten als "frei erfunden". Werner de Schepper vermutet, dass die Schilderungen Zimmermanns obengenannter "journalistischer Einfühlung" entsprungen sein müssten. Er selber habe gegenüber Zimmermann kein Wort über die Gesichtsfarbe der Migrospressesprecherin verloren, wie er gegenüber dem Tages-Anzeiger versichert.
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