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Blick online wird einem Upgrade unterzogen. Was ändert sich?
- Die wichtigsten Neuerungen betreffen den Lesermarkt. Blick online bietet nun zusätzlich News-Alerts, RSS-Feeds, Weblogs, User-Kommentare, eine verbesserte Navigationsstruktur und eine klare Präsenz der Print-Publikation. Dazu erhält auch der SonntagsBlick einen eigenen Auftritt mit Leser- und Redaktions-Blogs. Mit dem Upgrade machen wir einen technischen Sprung nach vorne und der beinhaltet mehr, als lediglich News auf der Site anzubieten.
Weshalb erhält der SonntagsBlick eine eigene Online-Präsenz?
- Die SonntagsBlick-Leser haben das Bedürfnis, die Marke SonntagsBlick auch im Netz zu finden. Wir sind der Auffassung, dass sonntagsblick.ch durchaus eine Stärkung und Ergänzung zu blick.ch sein kann -- gerade im Hinblick auf ein Weiterführen der Themen, die der SonntagsBlick gesetzt hat. Die neue Website wird jedoch lediglich von minimalem Umfang sein.
Werden durch den Launch der Website des SonntagsBlicks neue Stellen geschaffen?
- Nein, die Mitglieder der bestehenden SonntagsBlick-Redaktion werden sich um die Online-Inhalte kümmern müssen, was Ausdruck der stärkeren Vernetzung von Print und Online ist. Als Beispiel möchte ich hier Wirtschaftsredaktor Werner Vontobel nennen, der einen eigenen Weblog im Internet betreibt.
Mit 20minuten.ch hat blick.ch auch im Internet einen starken Gegenspieler. Wie wollen Sie sich die Konkurrenz vom Leib halten?
- Entscheidend ist, dass wir die Nummer 1 in der Schweiz bleiben. Die Marke Blick ist nach wie vor sehr stark -- uns geht es mit dem Upgrade darum, diesen Vorteil mittels Vernetzung noch besser ausspielen zu können.
20 Minuten verfolgt den Community-Gedanken konsequenter als der Blick, zugleich ist die Vernetzung von Print und online schon weiter fortgeschritten...
- Auch wir wollen vermehrt Verweise von der Zeitung in die Online-Welt und umgekehrt einführen. Mit unserem Chat -- denken wir nur an die Promichats mit Köbi-Kuhn und der neuen Miss Schweiz -- stehen wir jedoch bereits gut da. Wir wollen aber unsere Community weiter fördern und diese Features ausbauen.
Blick online gleicht seine Typografie der Zeitung an. Heisst das auch, dass mehr Inhalte vom Print übernommen werden?
- Blick online übernimmt heute schon Artikel vom Blick. Die Online-Redaktion produziert zwar eigene Geschichten, jedoch nicht im selben Umfang wie die Blick-Redaktion. Mit der visuellen Annäherung wollen wir unterstreichen, dass die beiden Titel miteinander zu tun haben, auch wenn sie voneinander unabhängige Redaktionen betreiben. Der Boulevard-Stil von blick.ch unterscheidet sich jedoch vom Print: Er richtet sich an eine Leserschaft, die jünger und stärker online-orientiert ist.
Schreibt blick.ch -- alleine gemessen an den Werbeeinnahmen -- schwarze Zahlen?
- Wir sind drauf und dran, dieses Ziel zu erreichen. Man muss dies jedoch im Kontext des Werbevolumens sehen: In der Schweiz beträgt das Werbevolumen für die Online-Medien lediglich 0.7 Prozent des gesamten Kuchens, in England sind es schon sechs Prozent. Uns ist wichtig, dass wir gut aufgestellt sind, um dann rechtzeitig die Erträge zu erzielen. Nach diesem Aspekt richtet sich auch unser Redesign: Wir haben die bestehenden Werbeflächen redimensioniert und gestrafft. Es wird weniger Werbeformen geben, diese aber werden grösser und ruhiger sein. Damit kommen wir den Bedürfnissen der Werbekunden nach.
Die Mehrzahl der Medientitel in der Schweiz betreiben Ihre Internet-Sites vor allem als Marketinginstrument für den Print. Wie sieht Ihre Strategie aus?
- Im Zentrum steht die Marke. Blick verfügt über eine eigene Ausprägung im Online-Bereich, die sehr erfolgreich ist. Wir wollen diese Marke noch stärker ausbauen, um die Nummer eins zu bleiben. Selbstverständlich aber begrüssen wir es, wenn wir die Online-Leser zu unserer Zeitung führen können.
Crossmedia ist heute in aller Munde, zugleich ist das Werbeaufkommen im Internet verschwindend klein. Wird die Bedeutung der neuen Medien überschätzt?
- Nein. Denn es ist nur eine Frage der Zeit, bis dieser Anteil relevant wird. Es gibt etwa das Beispiel Minneapolis, wo die Online-Werbeausgaben im lokalen Markt bereits 40 Prozent ausmachen. Oder wir können auch nach Deutschland oder England schauen: 4-6 Prozent des Werbekuchens sind schon ein beträchtlicher Umsatz. Auch hier liegen solche Dimensionen meines Erachtens durchaus im Bereich des Möglichen. Es geht für uns also darum, uns schon jetzt gut zu positionieren. Als Nummer eins ist uns dies auch gelungen. Im Werbemarkt ist dies wichtig, da wir schon heute attraktive crossmediale Lösungen anbieten können.
Wie sehr ist der Online-Auftritt von Blick einer übergreifenden Strategie von Ringier unterworfen?
- Nach dem Platzen der New-Economy-Blase vor einigen Jahren hat Ringier entschieden, im Online-Bereich vor allem auf Blick und Cash online zu fokussieren. Der Auftritt der weiteren Titel dient vor allem zu PR-Zwecken. Davon ausgehend haben sich die beiden Titel sehr positiv entwickelt und besitzen von den Ringier-Titeln auch die grösste Leserschaft im Internet. Entwickelt sich der Markt positiv, will ich freilich nicht ausschliessen, dass auch weitere Titel einen eigenständigen Auftritt mit einer eigenen Online-Redaktion erhalten werden. Wir sind uns jedoch bewusst, dass es vorderhand für Titel mit weniger Leserinnen und Lesern sehr schwierig sein wird, im Internet Geld zu verdienen.
(Interview: David Vonplon)
Der neue Auftritt von Blick online
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