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Jean-Marc Grand, Sie haben Anfang Jahr Marlis Scheurmann als GfM-Geschäftsführer abgelöst. Was war Ihre erste Amtshandlung?
- Als erstes ging es darum, neue Büros zu finden. Wir werden im Februar innerhalb von Zürich an die Löwenstrasse umziehen.
Sie waren bisher am Malik Management Zentrum St.Gallen tätig. In welchen Bereichen?
- Meine Arbeit umfasste hauptsächlich drei Schwerpunkte. Ich war Marketingleiter des Malik Management Zentrums, Referent zum Thema "Marketing für Führungskräfte" und Unternehmensberater zum Thema "Marketingstrategien" für Kunden in der Schweiz, Österreich und Deutschland. Davor war ich zehn Jahre in Südafrika -- von 1989 bis 1999 --, wo ich zunächst als Berater bei Accenture, später bei IBM als Key Account Manager tätig war.
Gibt es eine wichtige Erkenntnis aus Ihren bisherigen Tätigkeiten, die Sie nun direkt bei der GfM einfliessen lassen?
- Es hat sich gezeigt, dass man als Marketingchef einer grossen Unternehmung immer mehr eine internationale Person sein muss. Die Marketingchefs der Schweizer Firmen wollen daher über Marketingneuheiten informiert sein, die nicht nur den Schweizer Markt betreffen, sondern international von Bedeutung sind. Wir bemühen uns daher, mit grösseren Verbänden in England, Deutschland oder den USA in Verbindung zu treten, um deren Know-how ebenfalls weitergeben zu können.
Was sind zur Zeit die aktuellen Themen, die Sie bzw. die GfM bewegen?
- Es ist noch nicht lange her, da war Marketing kein grosses Thema über die Marketingabteilungen der Firmen hinaus. Nun sehen wir, dass mit dem Aufschwung und Wachstum der Wirtschaft die Bereiche Verkauf, neue Kunden und Marketing wieder zur Chefsache geworden sind. Das hilft uns bei unseren Bemühungen, mit den oberen Führungskräften über Marketing zu reden. Vor ein paar Jahren wäre das sicher schwieriger gewesen.
Im Mittelpunkt der GfM-Tätigkeiten steht u.a. die Förderung der Kenntnisse und Fähigkeiten von Marketingpraktikern. Wie steht es um die Fähigkeiten der Schweizer Marketingleute, bewegen sie sich auf gutem Niveau?
- Im internationalen Vergleich befinden wir uns auf gutem Niveau. Allerdings fehlt es in der Breite. Im Ausland -- vor allem im angelsächsischen Raum -- hat jede Firma ab mittlerer Grösse eine eigene Marketingabteilung. In der Schweiz betreiben viele Unternehmen Marketing, ohne dafür Spezialisten anzustellen oder gar eigene Abteilungen dafür zu unterhalten. Da besteht sicher noch Potential.
Was macht einen guten Marketingpraktiker aus?
- Wichtig ist, dass man Marketing nicht nur in der Theorie beherrscht, sondern auch Erfahrungen im Verkauf gemacht hat, die man später in eine Marketingtätigkeit einfliessen lassen kann.
Wie hat sich das Marketing durch die neuen Medien wie Internet oder Mobile-Angebote verändert?
- Die Skepsis vor neuen Technologien ist verschwunden. Viele Marketingleute haben ein grosses Interesse an ihrer Nutzung. Allerdings fehlt zum Teil noch das technische Wissen, um die neu zur Verfügung stehenden Kommunikationskanäle voll auszuschöpfen. Die neuen Medien werden für das Marketing vermehrt genutzt werden. Auch weil festzustellen ist, dass die Schweizer sich immer öfter Informationen über Produkte und Dienstleistungen im Internet beschaffen und Online-Einkaufsmöglichkeiten rege nutzen.
Aktuell treffen sich am WEF Davos gerade Wirtschaftsführer und Politiker. Ist das WEF auch für die GfM interessant?
- Wir sind zwar nicht selbst dabei, verfolgen das WEF aber mit grossem Interesse. Wahrscheinlich wird man am Forum in Davos das Wort "Marketing"nie explizit hören, aber die Bereiche Kunden, Verkauf und neue Märkte werden sicher als zentrale Themen angesprochen.
Zum Schluss ein Ausblick: Mit der Fussball-Europameisterschaft 2008 erwartet die Schweiz ein sportliches Highlight. Ist die Euro 08 auch der kommende Gigant unter den Marketing-Events?
- Das wird mit Bestimmtheit auch aus Sicht des Marketings ein grosses Spektakel. Es interessiert uns sehr, wie unsere Mitglieder, die an der Euro 08 partizipieren, ihren Auftritt gestalten und was am Ende dabei herauskommen wird.
(Interview: Stefan Wyss)
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