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20 Minuten expandiert nicht nur in die Westschweiz, auch Online verstärkt der Tamedia-Titel seine Präsenz stetig: 20 Personen beschäftigt das Webcenter mittlerweile. Am Mittwoch nun erscheint das Pendlerblatt im Internet mit neuem Auftritt, verbesserter Navigationsstruktur und ausgebauter Redaktionsleistung. "persoenlich.com" sprach mit Peter Wälty, Leiter des Webcenters von 20 Minuten, über die Online-Pläne seines Titels. Das Interview:
Herr Wälty, "entscheidend ist, dass wir die Nummer eins bleiben", sagte Blick Online-Chef Nicolas Noth unlängst im Interview mit "persoenlich.com". Ist es Ihr erklärtes Ziel, die Nummer eins zu werden?
- Blick hat gemäss MA Comis seit 2003 an Usern verloren, ganz im Gegensatz zu uns. Bei uns zeigen die Zahlen nur in eine Richtung und das ist aufwärts. Insofern werden wir wohl gar nicht anders können als früher oder später den Blick zu überholen und Nummer eins zu werden.
Die MA Comis weist für Ihren Titel im engeren Nutzerkreis von 264'000 User aus, Blick Online kommt auf 341'000 -- ein beträchtlicher Abstand.
- Noch stimmt das. Aber eben: Blick verliert, wir legen zu. Zudem: Wir sind seit einigen Monaten auch in St.Gallen präsent. Die neuen Benutzer sind jedoch in der letzten MA Comis-Messung noch nicht enthalten. Ebensowenig wie die in der Westschweiz, die ab März zu unserem Einzugsgebiet gehört. Ausserdem haben wir seit November -- auch aufgrund unseres steten redaktionellen Ausbaus -- um ca. 30 Prozent an Traffic zugelegt. Wir sind sehr zufrieden mit dieser Entwicklung und staunen, wie rasch sich unsere redaktionelle Verstärkung in Zahlen niedergeschlagen hat.
Weshalb eigentlich lässt 20 Minuten seine Nutzung nicht mit der Webstatistik Net-Audit von der Wemf beglaubigen? Scheuen Sie den direkten Vergleich mit der Konkurrenz?
- Das stimmt so nicht. Wir nehmen an der MA-Comis-Befragung teil -- seit Jahren. Dazu sind wir Mitglied in der Neuen Internetforschung Schweiz, die hierzulande eine zuverlässige Messmethode etablieren will.
Welches sind die wichtigsten inhaltlichen Neuerungen auf 20Minuten.ch?
- Im Newsbereich sind wir mittlerweile 7 Tage online. Hatten wir da zuvor lediglich 1.4 Stellen sind es heute 4 Vollzeitstellen. Dazu kommen zwei neue Stellen im Sport, die People-Redaktion wird von 2 auf vier Stellen aufgestockt und neu eine Event-Redaktion aufgebaut. Wir werden also mit einer sehr viel grösseren Redaktionsleistung aufwarten. Zugleich wollen wir unsere Live-Berichterstattung stark ausbauen.
Wieviele Angestellte arbeiten im Webcenter?
- Geplant sind 24 Vollzeitstellen. Gegenwärtig haben wir aber noch nicht alle ausgeschöpft und liegen bei ca. 20 Vollzeitstellen. Diese umfassen Redaktion, Technik, Grafik wie auch Crossmedia.
Was ist 20minuten.ch: Ein Marketing-Instrument für den Print-Titel oder ein Profitcenter, das selbst Einnahmen generiert?
- 20minuten.ch wirft Gewinn ab. Zwar hat unsere Website eine eigene Profitcenter-Rechnung, ist aber immer noch integraler Bestandteil der 20 Minuten AG.
Wie gross ist der Anteil der Inhalte, die aus der Zeitung stammen?
- In den 18 Stunden, während denen wir live sind -- als von 6 Uhr morgens bis Mitternacht -- beträgt der Anteil 0 Prozent. Danach übernehmen wir die exklusiven Eigenleistungen des Prints. Von den 250 Geschichten, die täglich auf unserer Plattform publiziert werden, stammen etwa 30 bis 40 aus der Zeitung
Wird eigentlich die Lancierung von 20minutes.ch von Zürich aus orchestriert?
- Ja. Die Projektleitung liegt hier bei uns. Eine kleine Konkurrenzanalyse von uns ergab, dass wir mit unserem Know-How und unseren Inhalten ziemlich rasch die Leaderposition einnehmen können. Unsere Konkurrenz macht nichts anderes, als die Zeitung abzubilden und dazu noch einen sda-Feed auf die Website zu spielen. Wenn Martina Hingis über Nacht in Melbourne spielt und verliert, wird dies bei uns zu lesen sein, derweil die anderen Titel uns hinterherhinken werden.
Wird Im Verdrängungskampf in der Westschweiz die Qualität des Online-Auftritts entscheidend sein?
- Vor allem in der Westschweiz, ja. Denn in der Romandie betreten wir ein Gebiet, das -- bei allem Respekt -- punkto Internet weniger entwickelt ist. In der Deutschschweiz hatten wir es da viel schwieriger, da sowohl der Tages-Anzeiger, die NZZ und dem Blick bei unserem Start schon eigene News-Redaktionen betrieben.
Wir haben also die Chance ein Produkt im Internet zu lancieren, das es bislang so noch nicht gibt. Dabei ist es durchaus ein Vorteil, dass wir hier in Zürich über eine vierzehnköpfige Online-Redaktion verfügen. Viele unserer Inhalte -- gerade Bildstrecken -- können auch von 20minutes.ch verwendet werden.
Abschlussfrage: Im Internet beobachtet der Pendlerblog 20 Minuten auf Schritt und Tritt. Ist der Weblog für Sie ein Ärgernis, oder pflegen Sie ein sportliches Verhältnis zu den Bloggern?
- Ich hab schon davon gehört. Allerdings haben wir gegenwärtig wichtigere Dinge zu tun als uns über ein paar Blogger zu ärgern. Ansonsten sind wir offen für Kritik.
(Interview: David Vonplon)
Der neue Webauftritt von 20minuten.ch:
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