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Die Post möchte mehr unadressierte Werbung vertragen können. Deshalb verschickte sie in einem Testlauf 10'000 Briefe an Kunden in Basel-Stadt. Das Angebot: Ein Fachmann entferne den "Stopp-Werbung"-Kleber "kostenlos und schonend". Dahinter steckt wohl aber die Absicht, mehr Geld zu verdienen. Laut Liselotte Spengler, Sprecherin der Schweizerischen Post, hat das Unternehmen einen Marktanteil von "leicht unter 50 Prozent" beim Zustellen unadressierter Werbung. "Den wollen wir erhalten und wenn möglich ausbauen", so Spengler gegenüber der Basler Zeitung (baz).
Mit dem Brief sollte eruiert werden, wie gross die Bereitschaft der Kundschaft ist, sich wieder Prospekte und anderes Werbematerial zusenden zu lassen. In einer zweiten Phase wird der Brief an 60'000 Haushalte in der Nordwestschweiz verschickt, bei guter Resonanz soll sie schweizweit durchgeführt werden. Spengler hält es für denkbar, dass viele Leute den Briefkasten mit Kleber vom Vormieter übernehmen und den Kleber nicht entfernen, obwohl sie gerne Werbung hätten. Da käme das Angebot vielleicht gelegen, so Spengler weiter.
Walter Bamert, Finanzanalyst bei der Bank Sarasin, hat im Januar eine Studie zu den Schweizer Medien und dem Werbemarkt veröffentlicht. Laut Bamert ist das Feilschen um unadressierte Werbung im Briefkasten enorm. Mit jedem Kleber gehe ein Kundenkontakt verloren. Der Briefträger müsse aber trotzdem zu jedem Haus. Da habe die Post natürlich ein Interesse daran, mehr Werbematerial zu verteilen, wenn der Personalaufwand derselbe bleibe.
Bei der Stiftung für Konsumentenschutz in Bern ist man vom Angebot der Post "stark befremdet", wie Projektleiter Thomas Meier gegenüber der baz sagt. Das kleine Geschenk, das man erhalte oder die Preisverlosung nennt er ein "billiges Lockvogelangebot". Wer den Kleber am Briefkasten habe, habe sich bewusst dafür entschieden, so Meier.
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