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Die Online-Enzyklopädie Wikipedia wird immer populärer. Die wachsende Bedeutung des Nachschlagewerks ruft jedoch auch immer mehr PR- und Werbeprofis auf den Plan, für ihre Kunden Artikel im Nachschlagewerk zu platzieren. Zumeist geschehen die Einträge der PR-Arbeiter im Verborgenen und kommen erst nach einiger Zeit ans Tageslicht. So wurde vor kurzem aufgedeckt, dass Siemens-Mitarbeiter versucht hatten, den Eintrag über ihren Chef, den Vorstandsvorsitzenden Klaus Kleinfeld, zu manipulieren und kritische Absätze zu löschen, wie die deutsche Tageszeitung Die Welt berichtet. Der Versuch der Imagekorrektur schlug letztlich aber fehl: Nachdem die Manipulation aufgeflogen war, nahm die deutsche Presse den Fall auf und übte scharfe Kritik an Siemens.
Die Imagepolitur auf Wikipedia gar zu ihrem Geschäftsfeld gemacht, hat die deutsche PR-Agentur "MyWikiBiiz.com". Sie bietet professionell geschriebene Artikel für Kunden an, die im Nachschlagewerk platziert werden. Versprochen wird Unternehmen mehr Besucher auf der Website, ein besseres Image in der Öffentlichkeit und ein klarer Vorteil gegenüber Konkurrenten. Die Kosten für diese Dienstleistung beträgt laut Die Welt zwischen 50 Dollar für einen kurzen Eintrag mit Link und 100 Dollar für einen ausführlichen Eintrag, der jeden Tag aktualisiert werden soll.
Der Missbrauch von Wikipedia als Werbeplattform hat in der Community für Aufruhr gesorgt. Wikipedia Erfinder Jimmy Wales wendet sich strikte gegen diese Praxis der PR-Profis: "Für Einträge in Wikipedia Geld zu bekommen, ist ein absolutes Tabu." Ein Verbot, mit Wikipedia-Einträgen Geschäfte zu machen, findet sich in den Regeln des Nachschlagewerks allerdings nicht. Nich alle Wikipedia-User haben denn auch ein Problem mit dem Geschäftsmodell von "MyWikiBiz.com" -- solange die Texte von erwähnenswerten Firmen handeln, und gut gut geschrieben sind. Einen endgültigen Beschluss zur Frage, ob PR-Profis auch in Zukufnt an Wikipedia-Artikeln über ihre Kunden mitarbeiten dürfen, will eine interne Schlichtungsstelle von Wikipedia Anfang September fassen.
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