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Ab September soll eine neue Gratiszeitung von Initiant Sacha Wigdorovits starten. Diese soll bis 7 Uhr morgens durch die Post-Tochter Direct Mail Company (DMC) den Weg in die Briefkästen finden. Dies mit 7.2 Rappen pro Exemplar zu einem bis zu fünfmal günstigerem Preis als das verschicken einer Zeitung per Post kostet.
Dieser Tarif der DMC hat nun die Verleger auf den Plan gerufen, wie die Handelszeitung berichtet. Der Verlegerverband Schweizer Presse will bei Post-Chef Ulrich Gygi vorstellig werden, um Klarheit über den von DMC offerierten Preis zu erhalten, wie Verlegerpräsident Hanspeter Lebrument gegenüber der Handelszeitung bestätigt.
Lebrument verweist auf das Postgesetz: "Solange die Zeitungstransporttaxen abhängig sind von politischen Entscheiden, müssen bei der Post überall ungefähr dieselben Ansätze gelten. Es geht nicht an, einfach über eine Tochtergesellschaft ganz andere Preise anzubieten."
Greift Post mit Dumpingpreisen Grossverleger an?
Tamedia-CEO Martin Kall, beim Verlegerverband Vorsitzender des Departements Distribution, stellt gegenüber der Handelszeitung klar, dass man nicht den Wettbewerb bei der Frühzustellung scheue.
Kall: "Uns stört, dass die Posttochter DMC die neue Gratiszeitung für nur 7.2 Rappen pro Exemplar zustellen wird -- am frühen Morgen und ohne Presseförderung. Bei der Tagzustellung der Post bezahlen wir dagegen trotz staatlicher Förderung im Durchschnitt über 30 Rappen." Dies lasse nur zwei Schlüsse zu. Entweder habe die Post betreffend ihrer Kostensituation die Unwahrheit gesagt, oder aber sie greife nun mit Dumpingpreisen die Verlegerschaft an.
Laut Kall gefärdet das Vorgehen der Post auch die Einheit unter den Verlegern, weil die DMC mit ihrer Frühzustellung primär Verlage mit grossauflagigen Titeln angreife. "Diese sind nicht auf Presseförderung angewiesen, sie tragen das Projekt aber aus Solidarität zu den kleineren Verlagen mit." Dieser Konsens sei nun gefährdet. Die Presseförderung helfe auch der Post um ihr angebliches Defizit kleiner zu halten. "Das unterstützen aber die grossen Verleger nicht mehr, wenn die Post sie mit Dumpingpreisen angreift."
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