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Die Pendlerzeitung 20 Minuten erhöht ihre Auflage in der Deutschschweiz um 25 Prozent. Dies hat der Verwaltungsrat von Tamedia beschlossen. Bis Herbst 2007 soll die Auflage der erfolgreichen Pendlerzeitung von aktuell 431’000 Exemplaren um 119’000 Exemplare auf neu 550’000 Exemplare gesteigert werden.
Hauptgrund für die Auflagenerhöhung ist laut einer Mitteilung vom Freitag der anhaltende Erfolg von 20 Minuten. Die Nachfrage habe in den letzten Jahren stetig zugenommen. Mit der nun beschlossenen deutlichen Auflagesteigerung solle gewährleistet werden, dass die Pendlerzeitung, die in den Regionen Basel, Bern, Luzern, St. Gallen und Zürich erscheint, an allen Standorten bis etwa 08.00 Uhr verfügbar ist.
Reaktion auf neue Gratiszeitung?
Der Grund indessen dürfte ein anderer sein: Am 19. September startet das neue Gratiszeitungsprojekt .ch von Sacha Wigdorovits. Der Medienunternehmer hat angekündigt, dass er mit einer leicht höheren Auflage als 20 Minuten startet. Auf Anfrage von "persoenlich.com" weist Kohler, Geschäftsführer von 20 Minuten, indessen einen Zusammenhang der Massnahme mit der neuen Konkurrenzsituation zurück: "Nein, unsere Auflagenerhöhung ist keine Reaktion auf die neue Konkurrenz", erklärt er.
Laut Kohler haben sich in letzter Zeit die Reklamationen über leere Zeitungsboxen am frühen Morgen enorm gehäuft. Man wolle ganz einfach der gestiegenen Nachfrage gerecht werden. Gerade die jungen Leute, die man als Zielgruppe anpeile, seien am Morgen eher später unterwegs. "Wollen wir diese erreichen, muss 20 Minuten auch noch um 8.00 Uhr erhältlich sein." Das Distributionsnetz von 20 Minuten wird zudem mit neuen Boxenstandorten weiter ausgebaut. "Neue Split-Ausgaben gibt es aber nicht", so Kohler.
Anzunehmen ist, dass 20 Minuten im Hinblick auf den Start von .ch seine Distribution ausweitet, um Leser dazuzugewinnen, die bisher noch nicht mit der Pendlerzeitung in Berührung gekommen sind. Die Barriere für den Eintritt in den Lesermarkt wird so für Wigdorovits erhöht. "Ich verstehe es, wenn Sie das so interpretieren", meint Kohler, dementiert aber und verweist nochmals auf die permanent steigende Nachfrage als Grund für die Auflagenerhöhung.
Vorerst ohne Einfluss auf Anzeigenpreise
Die höhere Auflage wird einerseits durch den Einsatz von neuen, in der Westschweiz bereits getesteten Doppelboxen realisiert. Diese erlauben eine Befüllung mit über 600 Exemplaren und fassen damit rund 200 Exemplare mehr als die bisher verwendeten Boxen. Mit der Auflagenerhöhung in der Deutschschweiz steigt die Gesamtauflage von 20 Minuten und 20 minutes auf 770'000 Exemplare.
Mit der Produktion von mehr Exemplaren und der Ausweitung der Distribution sind auch zusätzliche Kosten verbunden. Auf die Anzeigenpreise wird dies laut Kohler im laufenden Jahr keinen Einfluss haben. Über Anpassungen auf das kommende Jahr könne er noch keine Auskunft geben. "Tendenziell sinken bei uns die Preise pro 1000 Leser aber seit längerem. Dies dürfte auch künftig seine Fortsetzung finden." (sw)
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