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Kommende Woche erhalten Hauseigentümer der Agglomerationen Zürich, Basel, Bern, St.Gallen und Luzern, Post von .ch-Herausgeber Sacha Wigdorovits. Darin ersucht der Verleger die Immobilienbesitzer um Erlaubnis, Zeitungsständer im Hausinnern oder bei zugeschlossenen Liegenschaften im Aussenbereich aufzustellen.
Die Chancen für Wigdorovits stehen gut, dass viele Hauseigentümer ihre anfänglich ablehnende Haltung ablegen und sich dafür aussprechen werden, die .ch-Ständer zu installieren. Denn dem Neu-Verleger ist es gelungen, den Schweizer Hauseigentümerverband (HEV) von seinem Zeitungsprojekt zu überzeugen.
"Wir vom HEV haben unsere Opposition aufgegeben. Wir sind überzeugt, dass .ch ein gutes Zeitungsprojekt ist", erklärt Ansgar Gmür, Direktor vom HEV Schweiz auf Anfrage von "persoenlich.com". Der Verband macht diese Haltung in der aktuellen Ausgabe des Schweizerischen Hauseigentümers deutlich, der in einer Auflage von über 280'000 Exemplaren an die Verbandsmitglieder verschickt wird.
Noch im Frühsommer hatte sich Gmür in der Presse ablehnend gegenüber Wigdorovits' Zeitungsprojekt geäussert und sah "Unfrieden, Unruhe und Unordnung mit herumliegenden Zeitungen" voraus. Heute räumt er ein, dass die Vorstellungen des Verbands gegenüber dem Zeitungsprojekt "völlig falsch" gewesen seien.
Alternative Distribution über Milchkästen
Zum Meinungsumschwung des Verbands beitragen konnte Wigdorovits, indem er aufzeigte, dass die .ch-Zeitungsständer nur wenig mit den wuchtigen Bleckkästen gemein haben, die man von den herkömmlichen Gratiszeitungen kennt: Sie sind filigran und fassen bloss bis zu 15 Zeitungen. Ebenfalls konnte Wigdorovits glaubhaft machen, dass sein Unternehmen in den Häusern für Sauberkeit besorgt sein werde -- auch indem die Verteilorganisation DMC die übrig gebliebenen Exemplare von .ch am nächsten Tag selber wieder entsorgt und auf lose Beilagen verzichtet wird.
Gmür: "Wir erhielten den Eindruck, dass die Media Punkt AG auf die Anliegen der Hauseigentümer einzugehen gewillt ist." Als "entscheidend", nennt er den Umstand, dass auf jedem Ständer eine kostenlose Telefonnummer angebracht ist, über welchen die Hauseigentümer bzw. die Verwalter Beanstandungen melden oder auch die unverzügliche Entfernung des Zeitungsständers einfordern können.
Lehnen es die Hauseigentümer ab, die Ständer aufzustellen, bleibt den .ch-Herausgebern die Alternative, die Zeitung in den Milchkästen zu deponieren. Für diese Distributionsvariante braucht die Media Punkt AG nicht die Einwilligung der Hauseigentümer.
Wigdorovits optimistisch
Ob sich die Hauseigentümer der Auffassung des Verbands anschliessen, wird sich in den kommenden Wochen zeigen. Auch im Verband der Stadt Zürich teilt man die Haltung des HEV Schweiz, wie Albert Leiser, Direktor des HEV Zürich gegenüber "persoenlich.com" erklärt. Dies ist insofern von Bedeutung, da die Zürcher Sektion schweizweit die grösste Sektion ist und am meisten Mietobjekte verwaltet.
Optimistisch zeigt sich Verleger Sacha Wigdorovits gegenüber "persoenlich.com": "Ich bin sicher, dass die überwiegende Mehrheit der Eigentümer unser Verteilsystem akzeptieren wird, wenn sie die Details kennen." Bereits hätten viele grünes Licht gegeben zur Verteilung über die Ständer; bloss von zwei Eigentümern habe er die Bitte erhalten, keine Zeitungsständer aufzustellen, so Wigdorovits.
Gmür rechnet damit, dass die positive Einstellung des Verbands, der mehr Mitglieder zählt als die vier grössten politischen Parteien zusammen, die Vorurteile vieler Immobilienbesitzer und Liegenschaftsverwaltungen zerstreuen wird. Er weiss: "Hätten wir geblockt, hätte es die Zeitung .ch sehr schwer gehabt." Komme es in den ersten Wochen nach der Lancierung von .ch allerdings zu Problemen, würden die Hauseigentümer sehr rasch die Ständer wieder entfernen lassen, so Gmür.
(Text: David Vonplon)
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