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Frau Baumgartner, was hat den Ausschlag für Rive Gauche gegeben?
- Rive Gauche hat das überzeugendste Konzept geliefert. Wir waren uns nach der Präsentation sehr sicher. Die Wahl dieses doch sehr mutigen Kommunikationskonzeptes hat sich in der Folge auch in der Marktforschung bestätigt.
Sie wählen eine kleine, eher unbekannte Agentur. Ein mutiger Entscheid…
- Baumgartner: Wir wissen, dass wir mit der Wahl von Rive Gauche neue Wege beschreiten. Wir sind aber davon überzeugt, dass wir keine grosse Agentur mit einem riesigen Maschinenraum brauchen, um gute Werbung zu machen. Das beweisen übrigens auch viele Unternehmen anderswo. In Deutschland etwa fährt Audi eine solche Lösung, Ikea ebenfalls.
Wie sieht das neue Kommunikationskonzept von sunrise aus?
- Baumgartner: Wir können nur sagen, dass wir mit unserem neuen Corporate Design über eine starke Bühne verfügen. Und fest steht: Unser Auftritt wird mutig und völlig neu. Das Kommunikationskonzept ist aber nur ein Bestandteil des Ganzen. Wichtig ist, dass die Produktinnovationen, das Branding und die Kommunikation aufeinander abgestimmt sind.
Rive Gauche ist eine kleine Agentur, die kaum den Hauptharst der Kommunikation von Sunrise bewältigen kann. Kommen auch anderen Agenturen zum Zug?
- Baumgartner: Rive Gauche soll sich mit der Kreation beschäftigen und nicht mit allem was dahinter und was davor kommt. Ansonsten laufen wir Gefahr, dass wir die Agentur ausbluten. Wir werden deshalb mit weiteren Partnern zusammenarbeiten, vor allem was die Below-The-Line-Werbung und das Direktmarketing betrifft.
Reich: Die Kommunikation wird stark in unser Unternehmen integriert. Eine Agentur ist schliesslich stets nur so gut wie ihr Kunde. Wir wollen aber der Agentur ermöglichen, die Kreativität zum Leben zu erwecken und zu verhindern, dass sie sich nicht zu stark mit Prozessen beschäftigen muss.
Rive Gauche setzte sich am Schluss gegen zwei deutsche Agenturen durch. War der Heimatbonus letztlich Match-entscheidend?
- Reich: Nein, ganz bestimmt nicht. Ob deutsche Agentur oder Schweizer ist uns völlig egal. Entscheidend ist allein die Qualität der Kampagne. Schliesslich hilft es uns nicht, wenn die Kampagne schlecht ist, drunter aber steht "Made in Switzerland". Im Übrigen ist Genf etwa gleich weit entfernt von unserem Hauptsitz wie München.
Trotzdem ist die Distanz zwischen Genf und Zürich beträchtlich – nicht zuletzt auch aufgrund der Sprachbarriere.
- Wir haben uns auch einige Zürcher Agenturen angeschaut. Das Problem war dabei, dass zum einen einige Agenturen durch Konkurrenten besetzt waren. Andererseits fehlte nicht wenigen Agenturen die nötige Schnelligkeit, die unser Geschäft erfordert. Sie konnten uns deshalb nicht überzeugen. Hinzu kommt: Rive Gauche wird in Zürich eine Filiale eröffnen.
Wollen Sie Rive Gauche nun zu Ihrer Hausagentur umfunktionieren?
- Baumgartner: Natürlich ist es von Vorteil, bei einer Agentur die Nummer 1 unter den Kunden zu sein. Aber es kann nicht in unserem Interesse liegen, dass wir die Agentur dominieren. Schliesslich kann Rive Gauche uns in eine höhere Liga verhelfen, ebenso wie wir ihr. Am Ende des Tages schafft ein gewisses Mass an Autonomie die beste Kreation. Wichtig ist überdies, dass ein gesunder Wettbewerb unter und mit den Zwischenagenturen herrscht. Letztlich muss das schlagende Argument immer die Idee sein -- unbesehen davon, ob sie aus der Küche der Above-the-Line- oder der Below-the-Line-Agentur kommt.
Herr Garcia, was wird sich nun für Rive Gauche ändern?
- Alphonse Garcia: Unsere Pläne sind einfach. Rive Gauche war in den vergangenen sechs Jahren Teil der TBWA-Gruppe. Im März kam es zu einem Management-Buyout. Seither planen wir, in Zürich eine Niederlassung zu eröffnen. Mit dem Gewinn des Sunrise-Etats werden wir unsere Pläne, an der Limmatstadt Fuss zu fassen, zweifellos beschleunigen.
Wieviele Personen werden Sie alleine für den Sunrise-Etat einstellen?
- Garcia: Wir werden unsere personellen Ressourcen gemäss der Kundennachfrage, aber auch den Zielen unserer Agentur anpassen. Ich gehe davon aus, dass es insgesamt 15 Stellen sein werden.
Baumgartner: Die Agentur steht derzeit unter einem enormen Zeitdruck. Bereits im Oktober startet die erste Kampagne. Wir wollen nicht, dass sich die Agentur an den Aufgaben verschluckt. Wir werden deshalb ein vernünftiges Aufgabenpaket schnüren und auch weiter mit den älteren Agenturen zusammenarbeiten.
Wird die Zürcher Rive Gauche-Filiale allein für Sunrise arbeiten?
- Garcia: Sicher nicht. Unser Ziel ist, in der Deutschschweiz weitere Kunden zu gewinnen. Wir sind überzeugt, dass Zürich einer guten Westschweizer Kreativagentur interessante Geschäftsmöglichkeiten bietet. Der Etatgewinn von Sunrise zeigt uns, dass wir die Filiale in Zürich zum richtigen Zeitpunkt eröffnen.
(Interview: David Vonplon)
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[24.08.2007 - 10.30 Uhr]
fritzli
"zuwenig schnell" heisst wohl soviel wie: wir schicken euch um 11 uhr ein briefing und um 16 uhr ist dann die präsentation?
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[27.08.2007 - 6.42 Uhr]
exxxtrakt
dann sind wir doch mal gespannt auf die "mutige" und neue Kreation. Eine Agentur ist immer nur so gut wie ihr Kunde es zulässt... communication made by the client. Warum also eine aufwändige Konkurrenzpräsentation? |
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