|
Die berüchtigten schwarzen Schafe aus der aktuellen SVP-Kampagne sorgen weiterhin für Gesprächsstoff. Nachdem sich im In- und Ausland Kritik an den fremdenfeindlichen Motiven geregt hat, berichtet 20 Minuten online am Dienstag: die Schafe -- sowohl schwarze als auch weisse -- sind von einem britischen Grafiker abgekupfert. Der Schöpfer der Tiere ist derweil "not amused", dass seine Kreationen für politische Werbung herhalten muss.
Die Schafe auf den SVP-Wahlplakaten gleichen denen des britischen Grafikers D. B. (Name ist 20 Minuten bekannt) aufs Haar. Der Gestalter hat in seinem Bild "Der Aussenseiter" ein Schaf mit pinkem Fell in eine Herde weisser Schafe gesetzt und bietet es seit November letzten Jahres auf einer Photo-Sharing-Seite für eine geringe Gebühr zum Download an. Auch eine Variante mit einem schwarzen Schaf hat der Künstler dort im Angebot, wie man an der Werdstrasse weiss.
Der geistige Vater der Schäfli hat auf Anfrage von 20minuten.ch bestätigt, dass er die Tiere ursprünglich entworfen und zum Download zur Verfügung gestellt hat. Dass diese nun von der SVP in ihrer Kampagne für die Ausschaffungsinitiative benutzt werden, stösst ihm sauer auf. "Die Schafe waren nie dafür gedacht, eine Botschaft wie diejenige dieser politischen Partei zu transportieren",lässt sich B. von 20minuten.ch zitieren.
Werbeagentur Goal gibt Quelle nicht an
B. wurde nur einmal per E-Mail über eine Lizenz zur Vervielfältigung seiner Bilder in der Schweiz informiert. Da ging es aber um T-Shirts mit einem antirassistischen Motiv. Von der SVP hat der Grafiker laut 20Minuten.ch bis zu diesem Zeitpunkt kein Geld gesehen. Alexander Segert, Geschäftsführender Partner der Dübendorfer Werbeagentur Goal, welche besagte SVP-Kampagnefür kreiert hat, sagt dazu: "Der Grafiker hat die Schafe runtergeladen und weiterbearbeitet. Das ist ein ganz normaler Vorgang. Wir haben für die unbeschränkte Nutzung eine Lizenz gelöst. Wieviel die gekostet hat, weiss ich nicht. Das hat ein externer Mitarbeiter abgewickelt."
Grundsätzlich müsste der Urheber des geistigen Eigentums bei der Verwendung von Bildern angegeben werden. Dies hat Goal jedoch verabsäumt, was dem geistigen Eigentümer B. aber nicht ungelegen kommt: "Um ehrlich zu sein, ich will überhaupt nicht mit dieser Kampagne in Verbindung gebracht werden", so der Gestalter gegenüber dem Online-Medium.
Die Schafe aus der Feder des britischen Designers...
... und in der Umsetzung der SVP.
| |
[25.09.2007 - 18.54 Uhr]
Black Sheep
Grossartig! Die stolze Schweizer Volkspartei will am liebsten alle Ausländer rauskicken, muss aber auf deren Hilfe, sprich Arbeitskraft, zurückgreifen. Die Werbung ist eben doch ein Spiegelbild unserer Gesellschaft. |
| |
[25.09.2007 - 19.03 Uhr]
Senf
Puhhh, irgendwie bin ich richtig erleichtert, das die süssen Schäfchen nicht extra für die SVP in die Welt gesetzt wurden.
|
| |
[25.09.2007 - 23.04 Uhr]
Schwede Mike
Ein weiteres Mosaiksteinchen im grossen Bild der Peinlichkeiten einer braunen, wirtschaftsfeindlichen und höchst unschweizerischen Partei. |
| |
[26.09.2007 - 8.21 Uhr]
Otte, Thomas
Diese Diskussion um die angebliche Ausländerfeindlichkeit dieses Sujet wird u. E. (absichtlich) zu hoch aufgehängt. In England, Deutschland, Schweiz oder Österreich ist das "schwarze Schaf" lediglich ein Sinnbild für jemanden, der die Regeln des Gemeinwesens oder der Familie nicht einhält. An diese einfache Wahrheit sollte einmal erinnert werden. Wenn man diese Geschichte in dieser Weise künstlich aufschäumt, wird das Gegenteil des Gewünschten erreicht: Die Sachdiskussion unterbleibt. Die Empörungskultur lebt auf. Man sollte in der Schweiz nicht alles nachmachen, was in Deutschland für Politik ausgegeben wird. Wo bleiben denn helvetische Sachlichkeit, helvetische Pragmatik?! |
| |
[26.09.2007 - 9.27 Uhr]
Wolf
Jetzt mal vom Inhalt der Kampagne abgesehen, wenn jemand etwas zum Download freigibt und es jemand anderes downloaded und verwendet und sogar noch dafür bezahlt. Wo ist da das Problem? Man muss sich immer bewusst sein, dass sein Werk auch für Sachen verwendet wird, die man nicht vertreten kann. Im Internet treiben sich nicht nur Schöngeister und Friedensaktivisten rum. |
| |
[26.09.2007 - 9.43 Uhr]
camilla
So so, wenn der persoenlich.com ein Eintrag nicht passt, wird er kurzerhand gelöscht... aber ich geb nicht auf!
Also nochmals: Die SVP ist nicht nur angeblich sondern sie ist ausländerfeindlich.
|
| |
[26.09.2007 - 10.40 Uhr]
Der Frosch
Was da 20min als "exklusive" Story aufbereitet hat, konnten wir ja vor mehr als 2 Wochen im Frog-Blog lesen: http://www.frog-blog.ch/frogblog/archive/2007/09/10/svp-ausl-228-ndische-schafe-vertreiben-ausl-228-ndische-schafe.aspx
|
| |
[26.09.2007 - 11.31 Uhr]
zoppi62
Die SVP beweist einmal mehr keinen Stil. Leider ist es immer noch die stärkste CH-Partei. Hoffentlich nicht mehr lange. Wir haben es in der Hand, resp. im Wahlzettel.
Wahltag ist Zahltag. |
| |
[26.09.2007 - 13.16 Uhr]
frigel
Ich mag die Partei ja auch nicht sonderlich - aber wenn man das als Abkupferung bezeichnet, dann kann ich für so ziemlich jede andere Werbung auch einen Beleg fürs Abkupfern erbringen. Vor allem bei den Politikerplakaten, bestehend aus einer Produkteabbildung (der Politiker selbst) und einem Slogan (z. B. freiheitlich - ehrlich - souverän); das ist doch eins zu eins von Ritter Sport geklaut (Produkteabbildung, Slogan "quadratisch, praktisch, gut") |
| |
[26.09.2007 - 15.45 Uhr]
ali
Ich bin dafür, dass man aus den SVP-Schafen Hackfleisch macht und sie an der Langstrassee als Kebab verkauft. |
| |
[26.09.2007 - 21.21 Uhr]
baba
Wann hast du denn das letzte Mal in der Schweiz einen Lamm-Kebap gekriegt? Die sind schon seit Jahren (auf Druck der SVP? ;-) meist auf CH-Rinderhack ge-streamlined worden... |
| |
|