|
Von der Personalberaterin bis zur Hausfrau, vom Bademeister bis zum kaufmännischen Angestellten sind bereits weit über Hundert Personen für die Migros Modell gestanden - im letzten Herbst präsentierten beispielsweise Gemeinderäte aus der Schweiz die Damen- und Herren-Oberwäsche, und Skilehrerinnen und Skilehrer zeigten sich in Unterwäsche. Und in diesem Frühling wurde die Unterwäsche präsentiert von Singles, die nicht länger Singles sein wollten.
Zwei Wochen vor den Nationalratswahlen wirbt die Migros nun grossflächig mit möglichen zukünftigen Volksvertretern in Migros-Höschen. Für die Kampagne wurden per Mail auserwählte Kandidatinnen und Kandidaten gesucht. Und überraschend schnell gefunden: 41 wollten bei der Plakatkampagne mitmachen, 7 wurden schliesslich gewählt. Vertreten sind aber nicht alle Parteien.
Nicht Parteien, sondern Unterwäsche soll im Vordergrund stehen
"Bei der Auswahl der Kandidaten gab es keine Zauberformel. Wir haben in erster Linie Kandidaten gesucht, welche natürlich rüberkommen und eine gute Figur machen in Unterwäsche. Schliesslich ist es ja Unterwäsche-Werbung", so Peter Brönnimann, CD bei Spillmann/Felser/Leo Burnett. "Nicht die Parteien sollen im Vordergrund stehen, sondern die Unterwäsche. Deshalb ist auch auf sämtlichen Plakaten die Parteizugehörigkeit nicht erwähnt." Auf den Plakaten werden nur erwähnt: Name, Vorname, der Wohnort und dass es sich um eine Nationalratskandidatin bzw. -kandidaten handelt.
"Die Migros nimmt keine politische Haltung ein und will mit der Kampagne auch keine politische Aussage machen", erklärt Migros-Sprecherin Matina Bosshard. Deshalb habe man bei der Auswahl nicht auf die Partei geschaut, sondern auf die Person. "Wir haben uns für Kandidaten und Kandidatinnen entschieden, die auf den Fotos natürlich wirken und in unserer Unterwäsche eine gute Figur machen."
Haben sich die nicht berücksichtigten Parteien bei der Migros beschwert? Bosshard: "Wir haben viele positive und auch einige negative Reaktionen erhalten. Es gab verschiedene Politiker, die sagten, sie würden bei der Kampagne nicht mitmachen. Andere haben sich von sich aus bei uns gemeldet, um beim Casting dabei zu sein. Es stand allen Parteien offen, sich zu beteiligen."
Keine Wahlwerbung
Bosshard verneint, dass die Migros mit der Kampagne Wahlwerbung betreibe. "Bei uns geht es klar um eine Werbeaktion für unsere Unterwäsche. Wir glauben an den mündigen Konsumenten und an den mündigen Wähler. Die Leute kennen den Unterschied zwischen einer Werbeaktion und einer politischen Wahl."
Dennoch erhalten Kandidatinnen und Kandidaten durch die Migros eine grosse Plattform. "Die Kandidaten- und Kandidatinnen sind prominent zu sehen, das stimmt", so Bosshard. "Wir glauben aber nicht, dass Politiker gewählt werden, weil sie in Unterwäsche abgebildet sind - sie müssen mit ihrem politischen Programm überzeugen."
Die Kandidaten wurden fotografiert vom Schweizer Frederic Auerbach. Auerbach gehört zu den besten Schweizer Modefotografen und hat unter anderem bereits für Vogue, ELLE, GQ und Wallpaper gearbeitet. Die Plakatsujets sind auch auf der Website http://www.migrosmodels.ch zu sehen.
(Text: Stefan Wyss)
Cynthia Malarvady, Solothurn, Junge Grüne.
Mirjam Arnold, Oberrieden, JCVP.
Silvio Pasquale, Boningen, JSVP.
Yolande Peisl, Cordast FR, die Grünen
Chantal Stucki, Olten, CVP.
Fritz Weibel, Hochwald, CVP.
Urs Bitterlin, Kloten, Junge Grüne.
Verantwortlich bei der Migros: Beat Mühlemann (Leiter Marketing Kommunikation), Claudia Haueter (Leiterin Werbung Super-/Verbrauchermarkt), Bettina Huwyler (Projektleiterin Werbung Super-/Verbrauchermarkt), Daniela Suter (Leiterin Category Management Wäsche & Strumpfwaren), Petra Renggli (Category Manager Herrenwäsche), Beatrix Kessler (Category Manager Damenwäsche).
Verantwortlich bei Spillmann/Felser/Leo Burnett: Tabea Guhl (AD), Peter Brönnimann (Text) Martin Spillmann, Peter Brönnimann (CD), Martina Glaser, Rebecca Krausse, Sarah Laukemann (Beratung), Sebahat Derdiyok (Art Buying). Fotos: Frederic Auerbach. Fotoproduktion: René Hauser. Styling: Barbara Wernle.
| |
[08.10.2007 - 9.33 Uhr]
Würenlos
Kompliment. Eine tragfähige Schiene finden und so spannend aufladen. Nochmal: Kompliment. |
| |
[08.10.2007 - 12.14 Uhr]
Walter
Kampagne schon gesehen, bisschen platt, nochmals das gleiche mit Politikern aufzuwärmen. Eine neue Idee wäre schön. Obwohl, die von der Jungen CVP hat schon etwas. Die überzeugt mich sicher mehr mit Unterwäsche als mit politischem Programm, gell Frau Bossart. |
| |
[08.10.2007 - 13.40 Uhr]
Wahlbeobachter
Erst für den Tagi, jetzt für Migros....wird ja noch eine richtige Wahlhilfeagentur. |
| |
[08.10.2007 - 13.46 Uhr]
Archivar
Nur zu gerne hätte ich den Maurer Ueli in Feinripp-Beuteln gesehen. |
| |
[09.10.2007 - 10.56 Uhr]
Balsiger, Mark
"Anything goes" gilt offenbar auch für die Politwerbung. Nun, die Umsetzung ist aus meiner Sicht gelungen, allerdings wirft es für die Kandidierenden kaum etwas ab. Auf den Plakaten geht zuwenig prominent hervor, dass sie am 21. Oktober für den Nationalrat aspirieren.
www.wahlkampfblog.ch |
| |
[11.10.2007 - 0.04 Uhr]
Meine Meinung
Dass es sich dabei um Nationalratskandidaten handelt ist auf den Plakaten (für Otto-Normalbürger) kaum erkennbar, daher empfinde ich es auch nicht als politisch unkorrekt wenn sich die Ratsanwärter auf so zierliche Weise in Szene setzen. |
| |
|