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Die Zürcher Staatsanwaltschaft nimmt die "Weltwoche" ins Visier. Sie klärt ab, ob sich das Blatt gegen den Rassendiskriminierungs-Artikel strafbar gemacht hat mit dem Abdruck eines Artikels von Norman Stone. Der britische Historiker bestreitet den Genozid an den Armeniern. Im Interview mit "persoenlich.com" sagt "Weltwoche"-Chefredaktor Roger Köppel, weshalb er den Rassismusvorwurf für absurd hält.
Herr Köppel, die Zürcher Staatsanwaltschaft ermittelt gegen die Weltwoche. Weshalb?
- Es geht in diesem Fall um eine kontradiktorische Debatte von zwei renommierten Historikern. In der Weltwoche erschienen zwei Artikel pro Armenien, und einer pro Türkei. Dies nahm die Justiz bereits zum Anlass gegen die Weltwoche zu ermitteln. Offenbar ist es nicht mehr möglich, eine historische Auseinandersetzung zu führen, ohne dass sich Anwälte und Richter einmischen. Sollte es tatsächlich zu einer Anklage kommen, hätten wir ein Problem mit der Meinungsäusserungsfreiheit.
Sie müssen bei der Publikation des Artikels von Stone gewusst haben, dass Sie sich damit Probleme mit der Justiz einhandeln könnten. Wollten Sie bewusst provozieren?
- Wenn wir eine monatelange Artikelkampagne für die Sichtweise der Türkei gebracht hätten, wäre das eine Provokation gewesen. Wir aber haben eine Debatte abgedruckt, die zeigte, dass es in der historischen Frage um den Völkermord an den Armeniern verschiedene Wahrnehmungen gibt. Norman Stone, der Autor des Textes, ist ja kein Mensch aus der Peripherie, sondern ein ehemaliger Oxford-Professor und Redenschreiber für Margaret Thatcher. In zwei Artikel zerzauste der Historiker Hans-Lukas Kieser in der Weltwoche die Argumente Stones. Kurzum: Es handelte sich um die Essenz eines kontradiktorischen Debattierjournalismus.
Wie beurteilen Sie das Vorgehen der Justiz?
- Mir zeigen die Fälle einfach die Problematik dieser Rechtsnorm. Da werden plötzlich Gerichte beschäftigt und drängen sich in journalistische Themen rein.
Hat das Vorgehen der Justiz Ihrer Ansicht nach etwas damit zu tun, dass die Weltwoche in gewissen Kreisen als Rechtsblatt stigmatisiert ist?
- In dieser Sache geht es nicht um rechts oder links. Es geht nur darum, ob man freie Publizistik zulassen will oder nicht. Es muss doch möglich sein, dass zwei Historiker in einer Zeitschrift eine Debatte austragen dürfen. Wenn nicht, weiss ich nicht mehr, in was für einem Staat ich lebe.
Stellt dieser Fall ihrer Ansicht nach die Antirassismus-Strafnorm grundsätzlich in Frage, oder wird das Gesetz bloss falsch interpretiert?
- Es ist kein Geheimnis, dass ich dieses Gesetz für fragwürdig halte. Und zwar aus dem Grund, weil es sich um eine Zirkelschluss-Justiz handelt. Uns müsste ein rassistisches Motiv unterstellt werden können -- nur: wie soll das möglich sein, wenn wir die Debatte um den armenischen Völkermord kontradiktorisch austragen? Das ist absurd.
Wie reagieren Sie nun auf die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft?
- Mit mir hat noch niemand geredet, es liegt auch nicht an mir zu reagieren. Sollen die doch mal ermitteln.
Was droht der "Weltwoche" im schlimmsten Fall?
- Ich habe keine Ahnung. Ich stelle bloss mit grösster Verwunderung fest, dass eine historische Debatte zum Anlass genommen wird um zu ermitteln. Selbst der Presserat oder der der Weltwoche kritisch gesinnte Historiker Georg Kreis finden, dass der Rassismus-Vorwurf hier überhaupt nicht gerechtfertigt ist. Meinungen, die man nicht akzeptiert, muss man nicht mit der Strafjustiz bekämpfen, sondern mit besseren Argumenten. Für alles andere haben wir ja das Strafrecht, das etwa Verleumdungen verbietet. Ich bin erstaunt, um nicht zu sagen, verärgert, dass so etwas überhaupt möglich ist.
(Interview: David Vonplon)
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[18.01.2008 - 9.31 Uhr]
menace
Ich dachte immer in einer Diktatur gibt es keine freie Presse und Meinungsäusserungsfreiheit. In der Schweiz sind wir doch bisschen weiter und intelligenter, möchte ich annehmen. Anscheinend hat die Justiz nichts zu tun, oder einen Staatsanwalt der Karriere machen will. Ich bin kein Fan von Roger Köppel, aber die Weltwoche ist halt wirklich das einzige Magazin in der Schweiz, dass interessante Artikel schreibt und wie ich finde, konkurrenzlos ist. |
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[18.01.2008 - 9.46 Uhr]
martin
hehe. winkelried der meinungsfreiheit. das findet der roger jetzt voll geil! |
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[18.01.2008 - 10.43 Uhr]
martin2
Und der Heini da oben, der sich "martin" nennt, der findet's "voll geil", sich mal kurz über die Meinungsfreiheit lustig zu machen. Dabei weiss er wahrscheinlich nicht so richtig, wo Armenien liegt und um was für einen Genozid es geht, oder? Wahrscheinlich ist's ihm ja auch scheissegal. Fragt sich, ob solche Typen eben diese Meinungsäusserungsfreiheit überhaupt verdient haben... |
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[18.01.2008 - 15.10 Uhr]
Martin Samsel
Ich tauf mich um. |
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[21.01.2008 - 9.55 Uhr]
martin
hehe. dem köppel schon voll auf den svp-leim gekrochen, was? genozid-leugnung als beweis von pressefreiheit. brillant, jungs. fragt mal einen armenier, ob der das auch so sieht. |
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