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Für einmal ist es nicht die Uefa, welche in die Rolle des Prügelknaben gerät. Der Fussballverband, der immer wieder mit Werberestriktionen für Gesprächsstoff sorgt, hat nämlich keine Bedenken gegenüber dem Spot und ist gewillt, ihn gratis in allen Stadien zu zeigen. Der Zorn der Träger der Kampagne richtet sich vielmehr an die städtischen Behörden in Genf und Basel. In Genf sprach man sich von Anfang an gegen eine Ausstrahlung des 60-Sekunden-Films in den Public Viewing-Zonen aus. In der Rheinstadt kündigte man an, den Spot lediglich spätabends auszustrahlen.
Keine Probleme mit dem umstrittenen Spot haben im Gegensatz dazu die Stadtregierungen Zürichs und Berns: Sie gaben grünes Licht und hielten sich damit an die vorgängige Zusage, den Aufklärungsspot gegen Frauenhandel laufen zu lassen. Die Behörden der Stadt Basel jedoch krebsten zurück, nachdem sie den Spot zu Gesicht bekommen hatten. Dies bringt die Träger der Kampagne auf die Palme. "Für uns ist es von zentraler Bedeutung, dass wir an der EM präsent sein können, damit wir möglichst viele Männer erreichen können", erklärt die Kampagnenverantwortliche Yvonne Zimmermann auf Anfrage von "persoenlich.com".
Ihr sei bewusst, dass man keine tolle Stimmung verbreite, indem man über Menschenrechtsverletzungen spreche. "Aber um den Frauenhandel zu bekämpfen, müssen wir das Thema auf den Tisch bringen", so Zimmermann. Gezeigt werden im Spot Frauen, die wie Vieh in einer Markthalle feil geboten werden. Physische Gewalt kommt nicht vor, aber die filmische Darstellung der schrecklichen Realität ist schonungslos und hart -- zu hart, um sie Kindern vorzusetzen, wie man in Basel findet.
"Wir kamen nach der Sichtung des Spots zum Schluss, dass er für Kinder nicht geeignet ist", sagt Christoph Bosshard von der Euro 08-Projektleitung in Basel gegenüber "persoenlich.com". Dass der Film nicht vor 23 Uhr -- also nach dem letzten Spiel -- ausgestrahlt werden soll, wie im "Tages-Anzeiger" am Freitag zu lesen war, stellt Bosshard in Abrede. Ob der Spot in der Spielpause gezeigt werde, sei noch offen.
Die Argumentation der Basler Behörden überzeugt die Trägerorganisationen der Kampagne nicht: "Für die Spiele um 20.45 Uhr werden kaum kleine Kinder anwesend sein. Zudem dürfen Kinder nicht ohne Begleitung von Erwachsenen an die Public Viewings gehen", erklärt Zimmermann. Die Kampagnenverantwortlichen vermuten, dass nicht das Wohl der Kinder im Vordergrund steht: Vielmehr scheine wichtiger zu sein, dass der Spot nicht in die Imageshow der Stadt passe.
Den Vorwurf, dass Basel den Spot im Hinblick auf seine Imagepflege zensurieren will, lässt Bosshard nicht gelten. "Ginge es uns tatsächlich ums Image, würden wir ganz auf die Ausstrahlung des Spots verzichten. Tatsache ist, dass wir den Spot unterstützten, indem wir kostenlos Werbezeit zur Verfügung zu stellen." Die Zielgruppe -- 70 Prozent der Schweizer Männer sollen Kontakt zu Prostituierten haben -- erreiche man auch spätabends. Und schliesslich sei die Stadt Basel rechtlich nicht verpflichtet, den Spot auszustrahlen. (dvp)
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[02.06.2008 - 9.41 Uhr]
Aqua Donna
Würde ich meinem Kind nicht zumuten. |
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[02.06.2008 - 10.28 Uhr]
Simon S.
Dämliche Ballergames, dämliche Filme und noch dämlichere Sendungen auf MTV schauen die Leute und Kids jeden Tag. Aber vor der Realität haben sie dann wieder Angst. Jeder sollte das seinem Kind zumuten. Alles andere ist schwach. |
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[02.06.2008 - 10.54 Uhr]
Leonardo Kopp
@Simon S.
Wenn es wenigstens die Realität wäre. Dieser Film soll Emotionen erzeugen und dürfte kaum die tatsächlichen Vorgänge zeigen. Soweit ich weiss ist die Realität aber schlimm genug - wenn auch nicht so "ästhetisch". Meiner Meinung nach bringt so eine Werbekampagne der Sache gar nichts. Dies wäre eher ein Fall für PR bzw. die Berichterstattung allgememein. Wobei: Die Berichte gibt es ja. Aber wen intererssiert das schon über Schlagzeile und Lead hinaus? |
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[02.06.2008 - 14.30 Uhr]
nadja siebenmann
ein guter spot, man sollte ihn im tv zeigen. das ganze ist eine schande. aber durchaus verständlich, dass die saubermännern in genf und basel sich und ihren männlichen gästen die freuden nicht verderben wollen. |
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[02.06.2008 - 16.18 Uhr]
Der grosse Q
Weit über die Hälfte der Fussballfans sind wohl männlich. Von den Funktionären in den Verbänden mal ganz abgesehen. Und Männer sind es wohl auch meistens, die Dienstleistungen im Sexgewerbe konsumieren. Diesen kann so ein Spot also unmöglich zugemutet werden. Denn gut gehandelt ist halb gepoppt.
Schade, dass Basel und Genf so unmutig sind! |
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