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Die erste Studie zu Computer-Game-Konsum in der Schweiz belegt, dass der durchschnittliche Schweizer Video-Gamer wöchentlich fünf Stunden vor der Konsole verbringt. Jährlich kauft er fünf neue Spiele und verfügt über ein Archiv von 35 Spielen. Bei den meisten finden sich auch Raubkopien im persönlichen Sortiment.
Im Rahmen einer gesamteuropäischen Studie wurden erstmals auch die Schweizer Gamer unter die Lupe genommen. Im Februar und März befragte das Institut Nielsen in der Schweiz online 400 aktive Computer- und Videospieler zwischen 16 und 49 Jahren. Mit durchschnittlich fünf Stunden Game-Konsum liegt die Schweiz unter dem europäischen Durchschnitt von sechs Stunden.
Das Gamen geht vor allem auf Kosten des TV-Konsums, wie Peter Züger, Geschäftsführer des SIEA, Interessenverband der Gamer-Branche, vor den Medien sagte. Gamer gucken rund ein Drittel weniger TV.
Widersprüchliche Antworten gab es zum Thema Piraterie. Knapp ein Fünftel gestand ein, dass sie illegale Games wie Raubkopien erworben haben. Gleichzeitig gaben aber vier Fünftel an, dass sie in ihrer Sammlung auch Raubkopien haben. Die widersprüchlichen Zahlen zeigten immerhin, dass Piraterie auch bei Videospielen eine wichtige Rolle spiele, sagte Züger.
Zu den beliebtesten Spielen zählen Strategie- und Racingspiele, auf acht Prozent brachten es die sogenannten Shooter-Spiele. Immer wichtiger wird der schnell wachsende Markt des Spielens über Internet. Gut die Hälfte der Gamer in der Schweiz geht heute diesen Weg. Für rund die Hälfte der Spielenden ist das Gamen eine einsame Sache, gegen 40 Prozent spielen auch "mit anderen". Das widerlegt laut Züger das Vorurteil des einsamen Gamers, der sich in den Keller zurückziehe. Vor allem das Online-Gaming fördere das gemeinsame Spielen.
Auf Schätzungen aufgrund anderer europäischer Staaten angewiesen ist die Schweizer Branche zu den Anteilen der Spieler an der Gesamtbevölkerung. Bei den 16- bis 49-Jährigen wird mit einem Drittel Gamer gerechnet (18 Prozent Frauen). Erhebungen aus England mit der höchsten Anzahl Gamer in Europa kommen auf 37 Prozent (29 Prozent Frauen).
2007 war gemäss bereits im Februar publizierter Zahlen vor allem wegen neuer Produkte bei der Hardware ein Rekordjahr für die Spiel-Branche. Sie verbuchte mit 420 Millionen Franken für Computerspiele, Videospiele und Konsolen einen neuen Rekord (plus 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr). Insgesamt wurden 3,7 Millionen Video- und Computerspiele verkauft. Für die Hardware rechnet die Branche 2008 mit einer Stagnation, bei der Software mit einer weiteren Zunahme von rund 10 Prozent.(sda)
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