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Herr Stähli, jetzt ist der Stellenabbau offiziell, nachdem die Gerüchteküche in diesen Tage brodelte. Wie viele Arbeitsplätze betrifft es?
- Wir spürten, dass in der Branche Gerüchte die Runde machen. Nach der heutigen Geschäftsleitungssitzung entschieden wir uns, das Kostensenkungsprogramm zu kommunizieren. Wenn Sie mich fragen, wie viele Arbeitsplätze betroffen sind, dann sprechen wir von einer tiefen zweistelligen Zahl.
Die Zahl 30 wird immer mal wieder genannt.
- Das kann ich nicht bestätigen.
Welche Bereiche der NZZ sind am stärksten von Sparmassnahmen betroffen?
- Es wird kein Bereich verschont. Finanzen, Informatik, sämtliche Verlagsbereiche aber auch die Redaktionen müssen den Gürtel enger schnallen. Es ist eine proportionale Angelegenheit. Die NZZ am Sonntag wird es vermutlich weniger hart treffen als die NZZ-Redaktion, weil die Redaktionen verschieden gross sind. Die Details haben wir noch nicht genau analysiert. Das sind Arbeiten, die jetzt anstehen.
Wie haben die Redaktionen auf Ihr Sparmassnahmebündel reagiert?
- Natürlich war niemand erfreut, aber das Verständnis ist vorhanden. Nicht zuletzt, weil viele einen engen Draht zum Thema Wirtschaft haben.
In welchem Zeitfenster wird das Unternehmen umstrukturiert?
- Ab sofort werden sowohl offene Stellen als auch die natürlichen Abgänge nicht mehr besetzt. Wir werden intern umorganisieren müssen, um die Abgänge aufzufangen. Wir werden auch einzelne Mitarbeiter frühpensionieren.
Der Inserate-Rückgang zeichnete sich schon während des ganzen Jahres ab. In der offiziellen Mitteilung machen Sie die Erschütterungen auf den internationalen Finanzmärkten für das Kostensenkungsprogramm verantwortlich. Sind wirklich die Finanzmärkte schuld?
- Es ist so, dass die NZZ stärker als andere Verlage im Finanzsektor exponiert ist. Insbesondere findet man bei uns Finanzanzeigen im Bereich strukturierter Produkte. Da die Banken ihre Werbebudgets streichen, trifft es die NZZ besonders hart. Man darf nicht vergessen, dass der Finanzsektor neben der Automobilindustrie in den letzten Jahren der wichtigste Werbeauftraggeber war.
Da stellt sich die Frage, ob die NZZ gut positioniert ist. Wie sehen Sie das?
- Die NZZ ist nach wie vor ein Spitzenprodukt im Qualitätssegment, das langfristig keine Angst haben muss. Aber kurzfristig wird die NZZ von diesem Einbruch stark betroffen sein. Es wäre falsch, wenn man nicht antizipiert und mit Sofortmassnahmen die Organisation anpasst.
Ihre erste Amtshandlung ist die Lancierung eines Sparprogramms. Kein toller Anfang, nicht?
- Es ist vielleicht meine erste Handlung als CEO, die man von aussen wahrnimmt. Ich bin jetzt einen Monat hier und ich blicke auf einen spannenden Monat zurück. Wenn man als CEO im Oktober zu einem Unternehmen stösst, ist eine der ersten Aufgaben immer die Budgetplanung.
(Interview: Christian Lüscher)
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