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Herr Neininger, Sie haben im Sommer angekündigt, mit anderen Regionalverlegern im Oktober ein Newsportal zu starten. Wann erfolgt nun der Start?
- Der offizielle Start erfolgt mit einem Monat Verspätung. Wir werden aber bereits diese Woche mit einer Beta-Version online gehen, zu der unsere registrierten Newsletter-Bezüger Zugang haben werden. Es sind bis jetzt rund 900 Leute, die sich bei www.news1.ch registriert haben. Das sind nun unsere ersten und bevorzugten User, welche die Plattform auch als erste beurteilen sollen. Die Rückmeldungen werden dann verwertet und wo sinnvoll umgesetzt. Und die besten Vorschläge werden wir auch im Rahmen eines Wettbewerbes belohnen.
Sind beim Start noch alle genannten Parteien an Bord (Neue Luzerner Zeitung AG, St. Galler Tagblatt AG, AZ Medien AG, die Meier + Cie AG, Südostschweiz Medien AG und Zürich Land Medien AG)?
- Diese Frage höre ich zu meiner Verwunderung immer wieder -- und ja, wir sind und bleiben zusammen, die gemeinsame Firma News1 AG ist gegründet und die Zusammenarbeit ist auf allen Ebenen ausgezeichnet und kooperativ. Längst hat
sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass die Medienunternehmen im Internet vor
allem von branchenfremden Unternehmen bedrängt werden, es macht also keinen
Sinn, sich auch noch untereinander zu bekämpfen.
Wie wird News1.ch beim Start aussehen, welche Inhalte werden die Leser finden?
- Wir werden das Beste aus den einzelnen Medienunternehmen zusammenführen. Beim Start werden das News aus allen Regionen sein, die dann durch multimediale
Inhalte angereichert werden.
Sie wollen mit lokalen Inhalten der Partner punkten. Aber interessiert den Luzerner überhaupt, was in Schaffhausen passiert?
- Es gibt nichts, auch nichts wichtiges, was nicht an einem Ort -- also lokal -- passiert. Wir bieten also zuerst einen schnellen und umfassenden Überblick über das Geschehen im Ausland und in der Schweiz, wozu uns natürlich auch die Zusammenarbeit mit dem NZZ-Newsticker verhilft. Und dann bieten wir tiefe und umfassende Informationen aus den einzelnen Regionen. Wer sich also schnell einen guten Überblick verschaffen will, was grad los ist, der ist bei uns gut bedient. Und wer dann noch in die Tiefe gehen will, der hat gar keine andere Wahl: Wir wissen als einzige, was in unseren Regionen wirklich relevant ist.
Sie teilten damals mit, dass Sie die umfassendste Schweizer News- und
Community-Plattform aufbauen. Bis wann wollen sie dieses Ziel erreichen oder müssen sie die Ziele revidieren?
- Nein, das müssen wir nicht. Wir sehen News1.ch und die regionalen Plattformen der sechs Partner als ein gemeinsames Internet-Universum, das man durchverschiedene Türen betreten kann. Hauptsache man landet bei uns und nicht bei der Konkurrenz. So gesehen, sind wir bereits jetzt ganz gut unterwegs.
Wieviele Leute arbeiten für News1.ch?
- Wir starten -- wie andere Newsportale -- mit einem minimalen Aufwand in der Zentrale, also mit einem Geschäftsführer, der auf die Resourcen bei den Partnern zugreifen kann. Das Outsourcing der Aufgaben durch News 1 an unsere Partner ist letztlich das erfolgversprechende Prinzip unseres Unternehmens.
Wie wollen Sie mit Ihren Ressourcen im Wettbewerb mit dem Newsnetz von
Tamedia, das mit einer Mannschaft von 60 Leuten arbeitet, bestehen?
- Der Aufwand, welcher Tamedia hier betreibt ist wahrlich beeindruckend, das Resultat auch respektheischend: Wenn ich das Newsnetz richtig beurteile, entsteht hier den Printausgaben von Tamedia eine mächtige Konkurrenz. In aller Bescheidenheit möchte ich hier aber anfügen, dass wir, die sechs führenden Regionalverlage, insgesamt betrachtet, wohl mehr Leute im Internet beschäftigen und die Aufgabe ist es nun, in den kommenden Monaten die Synergien und die in unseren Unternehmen vorhandenen Talente für die gemeinsame Unternehmung zu nutzen.
Inwiefern erschwert die Finanzkrise den Start von News1?
- Die Finanzkrise erschwert manches derzeit; da wir mit sehr realistischen Budgets/Erwartungen an den Start gehen, sind wir kaum davon betroffen.
(Interview: Stefan Wyss)
So sieht die Beta-Version von News1.ch aus:
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[06.11.2008 - 8.16 Uhr]
David Meili
Die Beta ist gut gelungen und beeindruckend. Wenn Norbert Neininger darauf hinweist, dass TA-Medien mit ihrem Internet die eigenen Print-Ausgaben kannibalisieren, könnte sich das Problem für die Lokalpresse rasch und massiv verschärfen. Der Abonnentenstamm ist überaltert, und wenn ich Lokales auf dem Internet finde, trage ich nicht jeden Monat Altpapier zur Sammelstelle. Als letzte werden due Inserate-Agenturen begreifen, dass sich die Medienlandschaft durch das Internet grundlegend verändert. |
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