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"Das meiste, was heute im Bezug auf Interaktivität auf Nutzerseite im Internet passiert, ist unnötiger Blödsinn. Wir müssen das überwinden. Das Web 2.0 braucht dringend einen höheren Zweck." Mit diesen mahnenden Worten appellierte der ehemalige US-Vizepräsident, Friedensnobelpreisträger und bekennende Umweltschutzverfechter Al Gore kürzlich im Rahmen des Web 2.0 Summit in San Francisco an die versammelte Internetbranche. Mit dem Internet sei eine "unglaubliche Quelle der Macht" entstanden, die den Individuen durch die Vermittlung von Wissen eine wesentlich bessere Möglichkeit einräume, die Politik eines Staates mitzuentscheiden. Welch enormes positives Potenzial in der Internettechnologie steckt, habe nicht zuletzt der Erfolg von Barack Obama bei den
Präsidentschaftswahlen bewiesen.
"Der Wahlkampf Obamas hat eine Vielzahl neuer Wege aufgezeigt, wie die
Möglichkeiten des Internets sinnvoll für positive Zwecke eingesetzt werden
können. Jetzt ist es an der Zeit, diese neuen Möglichkeiten auch in anderen
Bereichen zu nutzen", forderte Gore laut Cnet-Bericht. Konkret verwies der
US-amerikanische Ex-Politiker dabei auf das Thema Umweltschutz. "Obama
hätte es ohne das Internet und seine kommunikativen Interaktionsmöglichkeiten
nicht ins Weiße Haus geschafft. Auch Probleme wie der globale Klimawandel werden
nicht zu lösen sein, wenn man es nicht schafft, dieses Thema in den Köpfen der
Menschen zu verankern", erklärte Gore. Und genau hier komme das Web ins Spiel.
"Mithilfe neuer Informationssysteme haben die Menschen die Möglichkeit, sich in
einfachster Art und Weise miteinander zu vernetzen und sich zu verschiedenen
wichtigen Themen auszutauschen", betonte Gore. Das Netz selbst werde so zu einem
"Marktplatz der Ideen" für die Lösung wichtiger Zukunftsfragen, der eine Art
"kollektiver Intelligenz" beheimate.
"Obama ist der erste Präsident im Internetzeitalter. Er hat es wie kein anderer
vor ihm verstanden, die thematischen Hauptanliegen seiner Politik im Web zu
inszenieren", stellt Markus Hübner, Webexperte und Geschäftsführer der Brand
Management Agentur Brandflow. Mithilfe des Internets und seiner technischen Möglichkeiten hätten die Menschen auf der ganzen Welt ein Bild von der Politik Obamas
bekommen. "Natürlich hat das Web 2.0 aufgrund seines enormen
Vernetzungspotenzials auch für Unternehmen oder Umweltschutz-NGOs viel zu
bieten", ergänzt Hübner. Das Mitmach-Web sei geradezu prädestiniert dafür, wenn
es darum gehe, ein bestimmtes Thema in die Köpfe der Menschen zu bringen. "Das
Web 2.0 ist eine Form der vernetzten Kommunikation, die sich ideal dafür eignet,
Themen und Inhalte schnell und effizient zu verbreiten", ist Hübner überzeugt.
Der eindrucksvoll im Internet geführte Wahlkampf Obamas sei aber erst der
Anfang. "Das Web 2.0 ist weit mehr als nur das planlose Vernetzen der User und
Hochladen von Inhalten. Im Hinblick auf seinen Nutzen für die Lösung wichtiger
Probleme wie dem Klimawandel sehe ich aber noch viel Entfaltungspotenzial",
meint Hübner. Für die Unternehmen und NGOs sei es deshalb schon jetzt wichtig,
die Zeichen der Zeit zu erkennen und ihre Strategien dementsprechend anzupassen.
"Kein anderer Kommunikationskanal ist derzeit so zeitnah wie das Web 2.0. Große
PR-Kampagnen sind dadurch überflüssig geworden. Wer heute ein bestimmtes Thema
verbreiten will, kann dies innerhalb kürzester Zeit sehr effektiv und
kostengünstig im Web tun und erzielt dabei sogar ein weltweites Echo", so Hübner
abschließend. (pte)
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